An diesem Tag

Pacific (Schiff, 1851)

Amerikanisches Schiff

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Die Pacific war ein 1851 in Dienst gestelltes Passagierschiff der US-amerikanischen Reederei Goodall, Nelson & Perkins, das für die Beförderung von Passagieren, Post und Fracht zwischen San Francisco in Kalifornien und Victoria in British Columbia eingesetzt wurde.

Am 4. November 1875 kollidierte der Dampfer südwestlich von Cape Flattery an der Küste des US-Bundesstaats Washington mit dem Segelschiff Orpheus und sank. Es gab zu wenige Rettungsboote und diejenigen, die zu Wasser gelassen wurden, gingen allesamt unter. Nur zwei Männer überlebten das Unglück, 273 Passagiere und Besatzungsmitglieder starben, darunter alle Frauen und Kinder. Der Untergang der Pacific zählt zu den schwersten Schiffsunglücken an der nordamerikanischen Pazifikküste.

Der aus Holz gebaute Raddampfer Pacific wurde 1850/51 auf der Werft von William H. Brown in New York gebaut und verfügte über zwei Decks, zwei Schaufelräder und Dampfmaschinen aus den Archimedes Iron Works. Am 19. März machte sich das fertige Schiff auf den Weg nach San Francisco, wo es am 2. Juli eintraf.

Die Pacific hatte eine wechselvolle Geschichte. Ursprüngliche Eigentümer waren Major Albert Lowry und Captain Jarvis, die das Schiff auf der Route Panama–San Francisco einsetzen wollten. Kurz danach dampfte die Pacific für die United States Mail Steamship Company von New Orleans bis zum Río Chagres in Panama. Auf ihrer ersten Fahrt nach Havanna schaffte sie die 360 Meilen in 24 Stunden, was das bis dahin beste Ergebnis eines Ozeandampfers auf dieser Strecke war.

Schließlich wurde das Schiff von Cornelius Vanderbilt gekauft, für den es zwischen Panama und San Francisco verkehrte. Zwischen September 1851 und September 1855 bediente die Pacific die Strecke San Francisco–San Juan del Sur (Nicaragua). Anschließend war sie zwischenzeitlich außer Dienst gestellt, bis sie 1858 von der Merchants Accommodation Line gekauft wurde, für die sie Passagiere auf dem Columbia River beförderte. In dieser Zeit beförderte das Schiff zahlreiche Goldsucher, die im Zuge des Fraser-Canyon-Goldrauschs nach British Columbia reisen wollten. Am 18. Juli 1861 sank die Pacific im Columbia River nahe Coffin Rock. Sie wurde gehoben, in Stand gesetzt und wieder in Betrieb genommen.

Ab 1863 gehörte das Schiff Major Samuel J. Hensley von der Oregon & San Diego Steamship Line und ab 1867 Holladay & Brenham. 1872 wurde die Pacific an die Pacific Mail Steamship Company verkauft, für die sie von San Francisco aus San Diego anlief. 1875 ging die Pacific an ihren letzten Eigner, die kalifornische Reederei Goodall, Nelson & Perkins, die im mittleren 19. Jahrhundert einen Großteil der Schifffahrt von und nach Alaska und Mexiko kontrollierte. Das Schiff wurde mit einem Kostenaufwand von 40.000 US-Dollar renoviert.

In dem damals vorherrschenden angespannten Rivalitätsverhältnis zwischen den Schifffahrtsgesellschaften an der amerikanischen Westküste bot Goodall, Nelson & Perkins die Überfahrten oft zu wesentlich niedrigeren Preisen oder gar umsonst an, um die Konkurrenz auszustechen. Die Kosten für die einfache Fahrt betrugen normalerweise 5 US-Dollar, was einem heutigen Geldwert von etwa 200 US-Dollar entspricht.

Am Donnerstag, dem 4. November 1875 kurz nach 15 Uhr nahm die Pacific in Victoria Passagiere und Fracht für eine weitere Fahrt nach San Francisco an Bord. Das Kommando hatte der 28-jährige Kapitän Jefferson Davis Howell. Howell war der Schwager von Jefferson Davis, der von 1861 bis 1865 Präsident der Konföderierten Staaten von Amerika war. Es befanden sich offiziell 72 Besatzungsmitglieder und 203 Passagiere (115 Erste Klasse, 88 Dritte Klasse) an Bord. Da Kinder aber kostenlos mitfuhren und nicht auf der Passagierliste erfasst waren, ist es möglich, dass sich tatsächlich noch mehr Menschen auf dem Schiff befanden.

Unter den Passagieren auf dieser Fahrt befanden sich unter anderen:

Calvin Mandeville: Schauspieler und Promoter mit Ehefrau Bella und Kind sowie seinen Schwestern Alicia Mandeville Thorne und Jennie Mandeville Parsons

Captain Otis Parsons: Reeder, Eigner der Fraser-River-Flotte und Gründer der Stadt Parsonville in British Columbia, mit Ehefrau Jennie Mandeville Parsons und Kind

Sewell Prescott Moody: Unternehmer, Industrieller und Gründer der Stadt Moodyville in British Columbia

John Howe Sullivan: Notar und Goldkommissar von Cassiar Country in der Provinz British Columbia

Francis J. Garesche: Bankier, Mitbegründer der Bank Garesche and Green und Agent für Wells Fargo

Henry Clay Victor: Marineingenieur und Ehemann der amerikanischen Schriftstellerin, Historikerin und Dichterin Frances Fuller Victor

Elizabeth McMillan Moote: Tochter des Zeitungsredakteurs und ehemaligen Bürgermeisters von Victoria, James E. McMillan

Fanny Palmer: Jüngste Tochter des Pianisten und Komponisten Professor John Lee Digby Palmer

Zur Fracht gehörte unter anderem Kohle, Kartoffeln, hunderte Säcke mit Getreide und Cranberries, zwei Buggys und sechs Pferde. Das Schiff war mit Fracht völlig überladen und nahm gleich bei der Abfahrt eine starke Schlagseite auf. Um diese zu korrigieren und das Schiff wieder auf ebenen Kiel zu setzen, wurden unter anderem einige Rettungsboote mit Wasser gefüllt. Als das Schiff daraufhin zur anderen Seite krängte, wurden dort ebenfalls die Boote mit Wasser gefüllt. Es fanden keine Rettungsübungen statt und selbst wenn die Rettungsboote einsatzbereit gewesen wären, hätten sie lediglich 145 Personen aufnehmen können.

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Pacific (Schiff, 1851) | World in Stories