Otto Ludwig Theodor Mensing (* 28. Juli 1868 in Lütjenburg; † 19. August 1939 in Kiel) war ein deutscher Sprachforscher, Schauspieler, Regisseur und Hörspielsprecher.
Mensing studierte an der Christian-Albrechts-Universität Kiel und gehörte seit 1886 der Verbindung Krusenrotter Kiel (seit 1924 Burschenschaft der Krusenrotter Kiel) an. Er hatte sich 1903 in Kiel habilitiert. Bereits im Jahre 1902 begannen die Vorarbeiten zu einem Wörterbuch mit einem in schleswig-holsteinischen Zeitungen abgedruckten Aufruf an die Bevölkerung. Es sollte Quellenmaterial über das Plattdeutsche in Schleswig-Holstein gesammelt und den Initiatoren zugesendet werden. Das Schleswig-Holsteinische Wörterbuch erschien zwischen 1925 und 1935 in fünf Bänden. Mensing leitete die Niederdeutsche Sozietät an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und wurde 1917 zum Professor ernannt. Im Jahre 1921 gründete er die Niederdeutsche Bühne Kiel, mit deren Ensemble er bei der Nordischen Rundfunk AG (NORAG) auch als Sprecher und Regisseur in Erscheinung trat. Für seine Niederdeutsch-Forschungen wurde er 1928 vom Lehrdienst befreit. 1937 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften gewählt.
In Kiel erinnert die Mensingstraße an den Sprachforscher. In Flensburg wurde 1959 die Professor-Mensing-Straße nach ihm benannt.
Untersuchungen über die Syntax der Concessivsätze im Alt- und Mittelhochdeutschen mit besonderer Rücksicht auf Wolframs Parzival. Dissertation, Druck von H. Fiencke, Kiel 1891 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
Das Schleswig-Holsteinische Wörterbuch. In: Die Heimat. Monatsschrift des Vereins zur Pflege der Natur- und Landeskunde in Schleswig-Holstein, Hamburg und Lübeck. Bd. 14 (1904), Heft 7, Juli 1904, S. 149–157 (Digitalisat).
Schleswig-Holsteinisches Wörterbuch. – Kurzausgabe, Verlag C. Donath 1906.
Das Schleswig-Holsteinische Wörterbuch. In: Die Heimat. Monatsschrift des Vereins zur Pflege der Natur- und Landeskunde in Schleswig-Holstein, Hamburg und Lübeck. Bd. 16 (1906), Heft 11, November 1906, S. 261–269 (Digitalisat).
Volkskundliche Bestrebungen in Schleswig-Holstein. In: Die Heimat. Monatsschrift des Vereins zur Pflege der Natur- und Landeskunde in Schleswig-Holstein, Hamburg und Lübeck. Bd. 18 (1908), Heft 12, Dezember 1908, S. 277–283 (Digitalisat).
Das Schleswig-Holsteinische Wörterbuch. In: Die Heimat. Bd. 22 (1912), Nr. 9, September 1912, S. 209–214 (Digitalisat).
Das Plattdeutsche in Schleswig und die neue Bewegung. In: Schleswig-Holsteinisches Jahrbuch (1921), S. 76–80.
Schleswig-Holsteinisches Wörterbuch. – Volksausgabe. Veröffentlicht von Karl Johann Gottfried Wachholtz, 1925–1935.
Volkssprache und Volkskunde bei Theodor Storm. Flensburg 1923.
Niederdeutsches Allerlei. Volkstümliche Vorträge. Neumünster 1934.
De holsteensche Rüggeloeper und andere Flugschriften zum Schwedeneinfall in Holstein vom Jahre 1644. Wachholtz Verlag, Neumünster 1938.
Karl Müllenhoff: Sagen, Märchen und Lieder der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg, überarbeitet von Otto Mensing. Julius Bergas Verlag, Schleswig 1921 (online im Projekt Gutenberg-DE).
Art der Hörspiele: Sendespiele (Hörspielbearbeitungen)
Sendeart: Livesendungen ohne Aufzeichnung
1926: Wilfried Wroost: Peter Pink. Niederdeutsches Volksstück in drei Akten (Peter Pink, erwerbsloser Arbeiter) – Regie: Nicht angegeben (NORAG)