Otto Delitsch (* 5. März 1821 in Bernsdorf, Kreis Zwickau; † 15. September 1882 in Leipzig) war ein deutscher Geographieprofessor und Religionslehrer in Leipzig.
Der Vater Carl August Delitsch war Pfarrer, die Mutter Louise eine Tochter des Gendarmerie-Kommissars Leopold Gustav von der Mosel (Obermosel).
Otto Delitsch besuchte das Gymnasium in Annaberg und studierte seit 1839 evangelische Theologie an der Universität Leipzig. Ab 1842 arbeitete er als Hauslehrer. Ostern 1850 wurde er als Lehrer für Religion und Realien an der Realschule in Leipzig angestellt.
Otto Delitsch widmete sich bald intensiv geographischen Studien und fertigte auf Anregung des Direktors Johann Karl Christoph Vogel ab 1855 unvollständige Atlanten und Karten auf Wachstuch und Wachspapier zum Ergänzen durch die Schüler.
1866 habilitierte Otto Delitsch an der Universität Leipzig in Geographie. 1874 wurde er dort zum außerordentlichen Professor ernannt. Er wurde Nachfolger von Oscar Ferdinand Peschel Sein Nachfolger wurde dann Ferdinand von Richthofen.
Otto Delitsch wurde im Ehrengrab der Universität Leipzig in der V. Abteilung des Neuen Johannisfriedhofs beerdigt.
Ihm zu Ehren wurde 1907 in Wildenthal im Erzgebirge ein Gedenkstein gegenüber dem ehemaligen Hotel „Am Auersberg“ (Hotel Drechsler) errichtet. 1860 war er als erster Sommergast dorthin gekommen. Seine Aufsätze über das Erzgebirge förderten den weiteren Reise- und Wanderverkehr des Erzgebirges wesentlich.
Fotografie von G.[eorg] Brokesch, Leipzig, Kabinettformat (?), rückwärtig datiert 29.8.83, (Bibliothèque nationale de France, bnf)
Otto Delitsch war mit Agnes (Luise Auguste) Lommatzsch (1827–1892) verheiratet. Kinder waren
Gottfried Delitsch (1852–1926), Chemiker
Johannes Delitsch (1858–1920), Lehrer und Schuldirektor
Hermann Delitsch (1869–1937), Professor für Schriftzeichnen in Leipzig
1869 gründete Delitsch die Zeitschrift Aus allen Weltteilen, die er bis 1878 selbst leitete.
Weitere Veröffentlichungen zu geographischen und religiinsdidaktischen Themen waren
Zur Geschichte der sächsischen Landkarten (Programm 1858)
Geographie für Schule und Haus. J. C. Hinrichs’sche Buchhandlung, Leipzig 1866, in der Nachfolge von Christian Gottfried Daniel Stein zusammen mit Karl Theodor Wagner. 27. Auflage des Wagnerschen Werks, 6. Auflage der Neubearbeitung, 1866. (digital.slub-dresden.de).
Handbuch der Geographie und Statistik. 1871, zusammen mit Hermann Albert Daniel.
Westindien und die Südpolarländer geographisch und statistisch bearbeitet, Leipzig: Hinrichs, 1871.