Otakar Šín (* 23. April 1881 in Rokytno; † 21. Januar 1943 in Prag) war ein tschechischer Komponist, Musiktheoretiker und Hochschullehrer.
Der Sohn eines Gastwirtes hatte in seiner Kindheit Violin- und Klavierunterricht, den er an der Bürgerschule von Nové Město na Moravě fortsetzte. Ein Maschinenbaustudium brach er im zweiten Studienjahr ab. Er absolvierte stattdessen eine Ausbildung als Brauer und arbeitete in der Bierbrauerei von Maffersdorf. Im Alter von 24 Jahren schrieb er sich schließlich am Prager Konservatorium ein, wo er bei Vítězslav Novák Komposition studierte und 1920 Professor für Musiktheorie wurde.
Šín komponierte Orchesterwerke, Kammermusik, viele Klavierstücke, Lieder und Chorwerke. Daneben veröffentlichte er mehrere musikpädagogische und -theoretische Schriften. 1928 wurde er als Ordentliches Mitglied in die Tschechische Akademie der Wissenschaften und Künste gewählt.
Tilottáma, sinfonische Dichtung nach Julius Zeyer, 1908
Král Menkera, sinfonische Dichtung nach Julius Zeyer, 1909
Rozhlasová předehra für Orchester, 1936
Malá suita für Violine und Klavier, 1937
České tance für Orchester oder Nonett, 1939
Uplná nauka o harmonii na základĕ melodie a rytmu, 1922, 6. Auflage 1949
Nauka o kontrapunktit, imitaci a fuge, 1936, 1945
Všeobecná nauka o hudbé, 1949 (vollendet von František Bartoš und Karel Janeček)
Literatur von und über Otakar Šín im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Ondřej Maňour: Otakar Šín in der MGG Online
Zdárske vrchy: Hudební skladatel z rokytenské hospody