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Osteraufstand

Der Osteraufstand (irisch Éirí Amach na Cásca, englisch Easter Rising) von 1916 war ein Versuch militanter irischer Repu

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Der Osteraufstand (irisch Éirí Amach na Cásca, englisch Easter Rising) von 1916 war ein Versuch militanter irischer Republikaner, die Unabhängigkeit Irlands von Großbritannien gewaltsam zu erzwingen. Obwohl militärisch fehlgeschlagen, gilt er als Wendepunkt in der Geschichte Irlands, der dann letztlich 1922 zur Unabhängigkeit als Irischer Freistaat führte.

Der Aufstand fand vom Ostermontag, dem 24. April, bis zum 29. April 1916 statt. Ein Teil der Irish Volunteers unter Patrick Pearse und die viel kleinere Gruppe der Irish Citizen Army von James Connolly eroberten verschiedene Gebäude in Dublin und proklamierten die unabhängige irische Republik. Gleichzeitig wurden die verschiedenen Widerstandsgruppen zur Irish Republican Army verschmolzen. Obwohl gescheitert, gilt dieser bewaffnete Aufstand als Wendepunkt auf dem Weg zur irischen Unabhängigkeit, denn durch ihn kam es zu einer direkten Spaltung zwischen den gewaltbereiten Republikanern und den passiveren Nationalisten unter John Redmond und „seiner“ Irish Parliamentary Party, die durch demokratische parlamentarische Arbeit die Genehmigung der (3.) Home Rule erreicht hatten.

Politisch wurde der Aufstand erst durch die Entscheidung des Generalkommandanten der Britischen Streitkräfte in Irland, Sir John Grenfell Maxwell, zum Erfolg, der die gefangengenommenen Kommandeure der Irisch Republikanischen Armee hinrichten ließ. Mit Bekanntwerden der Exekutionen schwenkte die Sympathie der irischen Bevölkerung auf die Seite der Republikaner über.

Während der Osteraufstand hauptsächlich durch die Irish Volunteers (IV) ausgeführt wurde, wurde er doch von der Irish Republican Brotherhood (IRB) zusammen mit ihrer Schwesterorganisation in den USA, dem Clan na Gael geplant. Kurz nach Beginn des Ersten Weltkrieges am 4. August 1914 trafen sich die ranghöchsten Mitglieder der IRB unter der Maxime „Englands Schwierigkeiten sind Irlands Chancen“ und beschlossen die Durchführung von Aktionen noch vor Ende des Kriegs. Zu diesem Zweck formierte der Kassenwart der IRB Thomas James Clarke ein militärisches Komitee (ursprünglich Patrick Pearse, Éamonn Ceannt und Joseph Plunkett; kurz darauf stießen Seán Mac Diarmada und er selbst dazu) zur Planung des Aufstands. Jede dieser Personen war Mitglied der IRB und, mit Ausnahme von Clarke, der Irish Volunteers. Die IRB hatte seit der Gründung der Irish Volunteers 1913 versucht, die Kontrolle über die Volunteers zu erlangen, indem sie, wann immer möglich, IRB-Mitglieder in höhere Ränge brachte. Dies führte bis 1916 dazu, dass ein Großteil der Volunteer-Führerschaft gewaltbereite und ergebene Republikaner waren. Eine wichtige Ausnahme war allerdings Gründer und Stabschef Eoin MacNeill, der gegen jede risikoreiche Rebellion war. Die IRB hoffte daher, ihn entweder auf ihre Seite ziehen (notfalls durch Arglist), oder ihn einfach umgehen zu können. Mit beiden Plänen hatte die IRB nur wenig Erfolg.

Der Plan für einen Aufstand nahm die erste große Hürde, als der Sozialist James Connolly, Kopf der Irish Citizen Army (ICA) und vollkommen ohne Ahnung von den Plänen der IRB, mit einem „eigenen“ Aufstand drohte, falls andere Gruppen nicht für die Unabhängigkeit kämpfen würden. Da die ICA kaum mehr als 200 Männer stark war, wäre jeder eigenständige Aufstand von vornherein zum Scheitern verurteilt, was auch die Chancen eines Aufstands durch die Volunteers stark vermindert hätte. Daher trafen sich die Anführer der IRB mit Connolly und überzeugten ihn davon, sich ihnen anzuschließen. Sie einigten sich darauf, am kommenden Osterfest zusammenzuarbeiten.

Bei dem Versuch, Informanten zu erlangen und natürlich den eigentlichen Anführer der Volunteers (MacNeill) zu täuschen, befahl Pearse Anfang April dreitägige „Manöver und Paraden“ der Volunteers ab Ostersonntag. Der Zeitpunkt war bewusst gewählt worden, da feierliche Aufmärsche an hohen christlichen Feiertagen keineswenigs ungewöhnlich waren und keinen Verdacht erweckten. Während die militanten Republikaner innerhalb der Volunteers genau wussten, was der wahre Hintergrund der Paraden war, hoffte man, dass MacNeill oder die britischen Kräfte in Dublin Castle diese Ankündigung wörtlich nehmen würden. Doch MacNeill bekam Wind von der Sache. Er drohte damit, alles Mögliche zu unternehmen, um diesen Aufstand zu verhindern. Als MacNeill von Mac Diarmada allerdings erfuhr, dass Deutschland zugesagt hatte, irisch-britische Kriegsgefangene, die sich dazu bereit erklärt hatten, nach Irland zu transportieren und etwa 40.000 französische und russische Beutegewehre mit dem Hilfsschiff Libau mit dem Tarnnamen Aud in Zusammenarbeit mit U 19 am Karfreitag in Irland (Grafschaft Kerry) anzulanden, war MacNeill bereit, dem Aufstand zuzustimmen. Diese Vereinbarung mit Deutschland wurde von Sir Roger Casement und der IRB eingefädelt. Doch diese wohlklingende Ankündigung war nur die halbe Wahrheit. Die Pläne Casements, aus irischen Kriegsgefangenen mit republikanischer Gesinnung eine sogenannte irische Legion zu formen, die mit Hilfe deutscher Ausbilder und Waffen für den Partisanenkampf in Irland ausgebildet werden sollten, waren kläglich gescheitert. Auch die Lieferung der Waffen war von deutscher Seite nur gewährt worden, um wenigstens einen kurzzeitigen Aufstand in Irland zu ermöglichen und so die britische Heimatfront zu schwächen. Eine großflächige Erhebung gegen die britische Herrschaft wurde auch von deutscher Seite nicht erwartet. Doch auch die Landung des Waffentransports schlug fehl, weil Ort und Zeit schlecht koordiniert waren. Als MacNeill davon erfuhr, kehrte er zu seiner ursprünglichen Haltung zurück und erstellte zusammen mit „freundlich gesinnten“ Kollegen, u. a. Bulmer Hobson und The O’Rahilly, einen Widerruf an alle Volunteers mit der Absage aller Aktionen am Sonntag. Dies führte zwar zu einer stark reduzierten Anzahl an Volunteer-Beteiligten am Aufstand (ca. 1000), konnte diesen aber nicht verhindern, sondern lediglich um einen Tag verschieben. Unabhängig von dem Scheitern der Libau-Unternehmung führte die Kaiserliche Marine zur Unterstützung des Aufstands am 24./25. April 1916 eine Beschießung von Lowestoft und Great Yarmouth durch, bei der auch Marineluftschiffe zum Einsatz gegen englische Städte kamen. Die geplante Bombardierung Londons scheiterte an schlechten Wetterbedingungen.

Dass der Osteraufstand einem Selbstmordkommando gleichkam, war selbst Patrick Pearse bewusst. Einige Zeit vorher sagte er seiner Mutter: „Der Tag wird kommen, an dem ich erschossen werde, und meine Kameraden mit mir“. Als seine Mutter nach ihrem anderen Sohn William, ebenfalls ein extremer Nationalist, fragte, soll Pearse geantwortet haben: „Willie? Erschossen, wie die anderen. Wir werden alle erschossen.“ James Connolly soll einst angemerkt haben: „Die Chancen gegen uns stehen 1 zu 1000.“

Der Plan, größtenteils von Plunkett ausgearbeitet (aber auch sehr ähnlich dem unabhängigen Plan von Connolly), war die Besetzung von Knotenpunkten und strategischen Gebäuden innerhalb Dublins, um die Stadt abzusperren und für den unvermeidbaren Gegenangriff der britischen Armee gerüstet zu sein. Dann, so hoffte man, sollte eines von drei Szenarien eintreten: Die irische Nation erhebt sich ebenfalls und unterstützt den Angriff; die Briten erkennen die Unmöglichkeit, Irland weiter zu regieren, und ziehen ab; oder – als letzte Hoffnung – würden die Deutschen den Rebellen doch noch irgendwie zu Hilfe kommen.

Start der Operation war 12 Uhr mittags, und da es ein Feiertag war, waren größere Menschenmengen auf den Straßen, die die kleineren Gruppen der Volunteers und der Irish Citizen Army bewaffnet zu ihren Einsatzorten marschieren sahen.

Es folgte die Verlesung der Oster-Proklamation außerhalb des Hauptpostamtes in Dublin in der Sackville Street (heute: O’Connell Street), Dublins Hauptstraße und die weltweit breiteste georgianische Allee. Dies markierte den eigentlichen Beginn des Aufstands. Nach der Verlesung, die von vorbeigehenden Menschen mit Staunen und auch etwas Hohn bedacht wurde, begaben sich Pearse und weitere Anführer in das Hauptpostamt, brachten es in ihre Gewalt und richteten dort ihr Hauptquartier ein.

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