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Orientzyklus

Sechs Bücher von Karl May

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Der sogenannte Orientzyklus ist eine Serie von Romanen des Schriftstellers Karl May. Die zugrundeliegenden Erzählungen erschienen, teils mit Unterbrechungen, zwischen 1881 und 1888 in der Zeitschrift Deutscher Hausschatz in Wort und Bild bei Friedrich Pustet in Regensburg.

Friedrich Ernst Fehsenfeld vereinbarte 1892 mit dem damals 49-jährigen Karl May, diese unter dem Titel Reise-Erinnerungen aus dem Türkenreich (auch Giölgeda padişhanün „Im Schatten des Großherrn“) erschienenen Episoden als erste Bände der geplanten Gesammelten Reiseromane (so der ursprüngliche Titel) herauszugeben. Jeder Band sollte ungefähr 640 Seiten umfassen, deshalb wurden die Zeitschriftenfassungen hierfür von May selbst überarbeitet und aufgeteilt:

Durch Wüste und Harem (1895 umbenannt in Durch die Wüste)

Kara Ben Nemsi und sein Diener und späterer Freund Hadschi Halef Omar reiten durch die Sahara Tunesiens. Sie finden die Leiche eines Mordopfers, des französischen Kaufmannes Paul Galingré, und verfolgen den Mörder Hamd el Amasat und seinen Gefährten bis zum Chott el Djerid. Der Vater Omar Ben Sadeks wird von Hamd el Amasat getötet, der Sohn verfolgt den Mörder weiter, während Kara und Halef in Kbilli zurückbleiben.

Im zweiten Abenteuer am Nil befreit Kara die von Abrahim-Mamur gefangen gehaltene Senitza, eine Montenegrinerin. Er flieht mit ihr nach Kairo und übergibt sie ihrem Verlobten Isla Ben Maflei, der sie bisher vergeblich gesucht hatte. Abrahim-Mamur wird deshalb sein Todfeind, dem er später wieder begegnet.

Auf der Fahrt durch das Rote Meer werden die beiden Gefährten vom Piraten Abu Seïf gefangen genommen, können sich befreien und ziehen nach Mekka. Beim Beduinenstamm der Ateïbeh verliebt sich Halef in Hanneh, die Enkelin Scheich Maleks, die er heiratet. Abu Seïf, der sie aufgespürt hat, wird von Halef im Zweikampf getötet. Halef bleibt bei den Ateïbeh, Kara zieht weiter.

In der Dschesireh lernt Kara Ben Nemsi am Tigris den spleenigen Engländer Sir David Lindsay kennen und reitet mit ihm zu den Haddedihn. Dort trifft er Halef wieder, der sich mit den Ateïbeh den Haddedihn anschließt. Diesen hilft Kara gegen ihre Feinde in einer großen Schlacht und erhält dafür den Rappen Rih. Er befreit drei Jesiden und verspricht Mohammed Emin, dem Scheich der Haddedihn, seinen Sohn aus türkischer Haft zu entführen. Auf dem Ritt nach Amediye beschließen sie, den Jesiden gegen eine türkische Truppe zu helfen.

Der Merd-es-Scheïtan II (1881)

Reise-Abenteuer in Kurdistan (1881–1882)

Mit der Unterstützung Kara Ben Nemsis und seiner Reisegefährten Halef Omar, David Lindsay und Mohammed Emin besiegen die Jesiden die Türken. Auf der Weiterreise bekommt Kara in einem kurdischen Dorf als Gastgeschenk den Hund Dojan. In Amediye, der türkischen Festung, in der Amad el Ghandur eingesperrt ist, können sie diesen befreien und fliehen mit ihm in den Norden nach Kurdistan. Dort bestehen sie einige Abenteuer mit feindlichen Kurden und Nestorianern. Mit Hilfe der geheimnisvollen Marah Durimeh stiften sie Frieden zwischen den verfeindeten Stämmen. Marah Durimeh schenkt Kara ein Amulett, das ihn beschützen soll und später wertvolle Dienste leistet.

In Damaskus und Baalbeck (1882–1883)

Bei einem Kampf zwischen Turkmenen und Kurden gerät die Reisegruppe um Kara Ben Nemsi zwischen die Fronten und Mohammed Emin fällt im Kampf. Der Perser Hassan Ardschir-Mirza, den sie gegen seine Feinde unterstützen, wird ihr Begleiter nach Bagdad. Dort wird der Perser verraten und gemeinsam mit Frau und Schwester ermordet. Kara und Halef stecken sich bei einer Todeskarawane mit der Pest an und kommen knapp mit dem Leben davon. Dojan wird von Räubern erschossen.

In Damaskus entdecken sie Abrahim Mamur, der einen Juwelier ausraubt, und verfolgen ihn – er kann jedoch per Schiff nach Konstantinopel (bei May Stambul genannt) fliehen. Dort treffen sie mit Omar Ben Sadek, dem Sohn des ermordeten Salzseeführers, zusammen, der gemeinsam mit Kara eine Spur zu einer weitverzweigten Räuberbande aufspürt. Anführer dieser Bande ist der geheimnisvolle Schut. Auch Abrahim Mamur gehört dazu, wird von Omar überrascht und vom Galata-Turm gestürzt. Neu zur Reisegruppe stößt Osko, Senitzas Vater, und gemeinsam jagen sie den Räubern und Mördern nach. Ein gefundener Notizzettel weist sie tief in das Balkangebirge hinein.

Der letzte Ritt II (1885–1886)

Durch das Land der Skipetaren I (1888)

Im Balkangebirge verfolgen sie die Spur der Verbrecher, die zum Schut wollen. Sie kämpfen mit einigen Helfern des Räubers, Kara Ben Nemsi wird in eine Falle gelockt, kann aber von Halef aus der Hütte des angeblichen Bettlers und Bandenmitglieds Saban befreit werden. In Melnik finden sie die Verfolgten sowie weitere Verbündete des Schut und entgehen einem neuerlichen Anschlag auf ihr Leben. In Ostromdscha lernen sie den angeblichen Heiligen Mübarek kennen, der jedoch unter seiner frommen Maske ein gefährlicher Verbrecher ist. Sie schöpfen Verdacht und beobachten ihn genau.

Durch das Land der Skipetaren II (1888)

Der Mübarek wird entlarvt und flieht mit den anderen Bandenmitgliedern weiter. Bei der Verfolgung stößt Kara Ben Nemsi mit den Aladschys, zwei riesigen Skipetaren-Brüdern und Räubern, zusammen. Er kann fliehen, wird aber mit den Gefährten in die „Schluchthütte“ gelockt und eingesperrt. Sie kämpfen sich frei, wobei der Mübarek verletzt und zwei andere getötet werden. Ihr neuer Begleiter, der Schneider Suef, entpuppt sich ebenfalls als Bandenmitglied. Kara Ben Nemsi wird vom Bruder eines der getöteten Verbrecher überfallen, kann jedoch dessen Wunsch nach Blutrache durch seinen Großmut überwinden. Einem Giftanschlag entgehen die Verfolger mit Hilfe einer jungen Dienerin. Als Ziel der Jagd nach dem Schut und seiner Bande stellt sich vorerst der Ort Treska-Konak heraus.

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