Oregon (englische Aussprache [ˈɔɹɪɡən] ) ist ein Bundesstaat im Nordwesten der Vereinigten Staaten von Amerika und Teil der Region Pazifischer Nordwesten, sowie einer von nur drei Westküstenstaaten. Er grenzt im Norden entlang des Columbia Rivers an Washington, während der Snake River einen Großteil der östlichen Grenze zu Idaho bildet. Im Süden bildet der 42. nördliche Breitengrad die Grenzen zu Kalifornien und Nevada, und im Westen grenzt Oregon an den Pazifischen Ozean.
Flächenmäßig ist Oregon der neuntgrößte Bundesstaat, nach Einwohnern liegt er mit einer Bevölkerung von knapp über 4,2 Millionen (2020) hingegen nur an 27. Stelle. Ein Großteil der Bevölkerung konzentriert sich im Willamette Valley im Nordwesten des Staates, zwischen der Kaskadenkette im Osten und der Coast Range im Westen. Dort liegen mit Portland (650.000 Einwohner), Eugene und der Hauptstadt Salem auch die drei größten Städte Oregons. Die östliche Hälfte des Staates ist dagegen sehr dünn besiedelt und unterscheidet sich mit seinen Halbwüsten und Buschlandschaften stark vom dicht bewaldeten, niederschlagsreichen Westen, was Oregon zu einem der geographisch vielfältigsten Bundesstaaten macht. Die einzigen nennenswerten Städte östlich der Berge, Bend und Klamath Falls liegen direkt am östlichen Fuß der Kaskadenkette. Die größten Städte an der Pazifikküste sind Newport und Coos Bay, die größte Stadt im Süden Oregons ist Medford, nahe der Grenze zu Kalifornien.
Oregon ist seit Jahrtausenden die Heimat vieler indigener Völker. Die ersten europäischen Händler, Entdecker und Siedler begannen Anfang bis Mitte des 16. Jahrhunderts mit der Erkundung der heutigen Pazifikküste Oregons. Bereits 1564 schickten die Spanier Schiffe von den Philippinen aus in Richtung Nordosten, die auf der Kuroshio-Strömung in einer weitläufigen Kreisroute den nördlichen Teil des Pazifiks durchquerten. Im Jahr 1592 unternahm Juan de Fuca detaillierte Kartierungen und Untersuchungen der Meeresströmungen im pazifischen Nordwesten, darunter auch der Küste Oregons und der Meerenge, die heute seinen Namen trägt. Die Lewis-und-Clark-Expedition durchquerte Oregon zu Beginn des 19. Jahrhunderts, und bald darauf wurden von Fallenstellern und Pelzhändlern die ersten dauerhaften europäischen Siedlungen in Oregon gegründet. Die Vereinigten Staaten erhielten durch den Vertrag von 1818 vom Vereinigten Königreich gemeinsame Besatzungsrechte für die Region, welche damals noch Oregon Country genannt wurde und ein weit größeres Gebiet umfasste, das sich bis in das heutige Kanada erstreckte. Der Oregon-Kompromiss von 1846 brachte den südlichen Teil des Oregon Country formell unter amerikanische Souveränität, und zwei Jahre später wurde das Oregon-Territorium gegründet, welches auch die späteren Staaten Washington, Idaho und Teile Montanas und Wyomings umfasste. Am 14. Februar 1859 wurde das Gebiet in seinen heutigen Grenzen als 33. Bundesstaat in die Vereinigten Staaten aufgenommen. In jener Zeit kamen viele Siedler aus dem Osten über den bekannten Oregon Trail in die Region, eine über 3500 Kilometer lange Route über die Rocky Mountains bis in die Pacific-Northwest Region, die meist per Planwagen zurückgelegt wurde.
Die Wirtschaft Oregons wurde in der Vergangenheit von verschiedenen Formen der Landwirtschaft, Fischerei, Holzwirtschaft und Wasserkraft angetrieben. Oregon ist der größte Holzproduzent der kontinentalen Vereinigten Staaten und im 20. Jahrhundert dominierte die Holzindustrie die Wirtschaft des Bundesstaates deutlich. Die Technologiebranche ist ein weiterer wichtiger Sektor in Oregon, dessen Geschichte in den 1970er Jahren mit der Gründung des Silicon Forest und der Expansion von Tektronix und Intel begann. Das weltweit größte Sportbekleidungsunternehmen Nike, Inc. mit Sitz in Beaverton ist mit einem Jahresumsatz von 46,7 Milliarden US-Dollar das größte börsennotierte Unternehmen des Bundesstaates.
Heute steht Oregon für eine Mischung aus spektakulärer Natur, progressiver Kultur und einer bewegten Pioniergeschichte. Geographisch prägen die zerklüftete Pazifikküste, die Cascade Range mit ihren Vulkanen (z. B. Mount Hood), der tiefe Crater Lake und das fruchtbare Willamette Valley den Staat, während der Columbia River eine wichtige Lebensader bildet. Außerdem ist der Staat bekannt für seine Outdoor-Kultur (Wandern, Surfen, Skifahren), eine starke Öko- und Nachhaltigkeitstradition, für Weinanbau und für eine lebendige Kunst- und Musikszene in Portland, während der dünn besiedelte Osten eher konservativ geprägt ist. Insgesamt ist Oregon eine Hochburg der Demokraten, die hier seit den 1980er Jahren bei Präsidentschaftswahlen kontinuierlich gewannen.
Die etymologische Herkunft und Bedeutung des Choronyms „Oregon“ sind umstritten. Der Columbia River hieß dort bei Indianern wegen der hohen Flussgeschwindigkeit „Ouragan“ (französisch Orkan, Hurrikan, Sturm), während der Wisconsin River auf Karten „Ouaricon-sink“ genannt wurde (daraus entstand der Name Wisconsin). Auch die Shoshone-Worte für „Fluss des Westens“ („ogwa pe-on“) oder „Land des Überflusses“ („oyer-un-gon“) könnten eine Quelle sein. Der Name Oregon tauchte erstmals im Jahre 1778 auf, als der Entdecker Jonathan Carver von „the Oregon or the River of the West“ (Oregon oder Fluss des Westens) schrieb, möglicherweise als Verballhornung der Worte „Ouragan“ oder „Ouaricon“.
Oregon trägt den Beinamen Beaver State (deutsch Biberstaat). Die früher dominierende Forstwirtschaft hat ihren starken Einfluss verloren, heute wird die Wirtschaft Oregons vor allem durch die Technologieunternehmen im sogenannten Silicon Forest geprägt.
Mit einer Fläche von 255.000 Quadratkilometern ist Oregon der neuntgrößte Bundesstaat der USA. Damit ist er etwas größer als das Vereinigte Königreich ohne Überseegebiete. Die Ost-West-Ausdehnung Oregons beträgt 640 Kilometer, während die Distanz von der nördlichen zur südlichen Grenze bei rund 580 Kilometern liegt. Annähernd 98 Prozent des Staatsgebiets des Bundesstaates ist Landfläche.
Oregon befindet sich im Nordwesten der Vereinigten Staaten (auch als Pazifischer Nordwesten bekannt). Oregons Nachbarstaaten sind Washington im Norden, Idaho im Osten sowie Nevada und Kalifornien im Süden. Im Westen liegt der Pazifische Ozean. Die nördliche Grenze bildet zum Großteil der Columbia River, einen Teil der östlichen Grenze der Snake River. Die zwei in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Gebirgsmassive, die entlang der Küste laufende Oregon Coast Range und die Kaskadenkette, schließen das fruchtbare Willamette Valley ein. Die höchste Erhebung ist der Mount Hood mit einer Höhe von 3425 Metern über dem Meeresspiegel. Gleichzeitig ist Oregon durch die gebirgige Landschaft, die sich fast über das gesamte Staatsgebiet erstreckt, einer der höchstgelegenen Bundesstaaten der USA. Die durchschnittliche Höhe über dem Meeresspiegel liegt bei knapp über 1000 Metern.
Das westliche und nördliche Oregon ist ein fruchtbares und landwirtschaftlich ertragreiches Gebiet. Im westlichen Oregon ist die Niederschlagsmenge sehr hoch, in der im südöstlichen Teil Oregons gelegenen Hochwüste, die teilweise zum Großen Becken gehört, ist das Klima eher arid.
Das Klima in Oregon variiert von Region zu Region deutlich, insbesondere zwischen den Gebieten an der Pazifikküste und dem Hinterland. In der Küstenregion herrscht überwiegend mediterranes Klima vor. Oregon liegt jedoch in der gemäßigten Klimazone. Die Sommer fallen heiß aus und sind trocken. Die Tagestemperaturen können hier leicht auf über 30 °C steigen. Der Niederschlag konzentriert sich vor allem an der Küste auf die Wintermonate sowie das Frühjahr und den Herbst. Im Sommer regnet es nur selten. Die Winter am Pazifik sind meist mild, Frost ist an der Küste eher selten. In den Sommermonaten steigt die Meerestemperatur nicht über 12 °C. Im gebirgigen Hinterland ist das Klima jedoch von mehr Extremen geprägt. Kalte Winter mit Schneefall sind durchaus üblich, während die Sommermonate in niedrigeren Lagen häufig heiß ausfallen. Einige der höchsten Berge des Bundesstaates sind jedoch ganzjährig mit Schnee bedeckt.