An diesem Tag

Olympische Winterspiele 1960

8. Austragung der Olympischen Winterspiele, in Squaw Valley, USA

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Die Olympischen Winterspiele 1960 (auch VIII. Olympische Winterspiele genannt) wurden vom 18. bis 28. Februar 1960 in Squaw Valley in den Vereinigten Staaten ausgetragen.

Squaw Valley setzte sich bei der 50. IOC-Session am 17. Juni 1955 in Paris in zwei Wahlgängen gegen Innsbruck, St. Moritz und Garmisch-Partenkirchen durch.

Die Eisschnellläuferin Helga Haase gewann über 500 Meter die Goldmedaille – das erste Eisschnelllaufgold der Damen bei den Olympischen Spielen – und über 1000 Meter eine Silbermedaille. Lidija Pawlowna Skoblikowa aus der UdSSR gewann zwei der vier neuen Eisschnelllaufwettbewerbe. Georg Thoma aus Hinterzarten, Onkel von Skispringer Dieter Thoma, konnte als erster Nichtskandinavier eine Goldmedaille in der Nordischen Kombination gewinnen. Heidi Biebl aus Oberstaufen gewann die Goldmedaille im Abfahrtslauf und war mit 19 Jahren die jüngste Goldmedaillengewinnerin bei diesen Olympischen Spielen. Helmut Recknagel gewann olympisches Gold im Skispringen. Der Sieg von Recknagel überraschte aber die Jury so sehr, dass man anlässlich der Siegerehrung nicht einmal eine Landesfahne hatte. Die deutschen Sportler starteten für die gesamtdeutsche Mannschaft.

Am 23. Januar 1960 hatten sich in Ost-Berlin die Nationalen Olympischen Komitees der Bundesrepublik Deutschland und der DDR auf die Zusammensetzung der gesamtdeutschen Mannschaft für die Spiele in Squaw Valley geeinigt. Viele Sorgen gab es auch um eine gemeinsame Flagge. Trotz energischer Proteste von Seiten der Bundesregierung beschloss die Vollversammlung des NOK am 6. Dezember 1959 in Hannover, dass die gesamtdeutsche Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1960 unter einer schwarz-rot-goldenen Fahne mit den fünf olympischen Ringen im mittleren roten Feld antritt, worauf sich auch die Sportbünde der Bundesrepublik Deutschland und der DDR am 6. Januar 1960 einigten. Die deutsche Bundesregierung hatte ab 23. November 1959 den zwischen den Olympischen Komitees der Bundesrepublik und der DDR am 19. November vereinbarten Kompromiss über die Flagge einer gesamtdeutschen Mannschaft bei den nächsten Olympischen Spielen abgelehnt. Es sei mit der nationalen Würde nicht vereinbar, wenn die deutsche Olympiamannschaft ein anderes Emblem als die Bundesfahne zeige.

Ausschluss von Nationalchina und Rückzug von Indien

Nationalchina (Taiwan) wurde am 17. Februar von der Teilnahme ausgeschlossen, da es sich nicht rechtzeitig um die Mitgliedschaft bei der FIS bemüht hatte. Wie es in Kommentaren hieß, „habe die FIS bewiesen, dass sie die klargefaßten Vorschriften vor politische Überlegungen zu stellen weiß, mit denen man in amerikanischen Kreisen ein Hintertürchen zu öffnen hoffte“.

Indien, das auch noch nicht der FIS angehörte, hatte unterdessen seinen Skiläufer freiwillig zurückgezogen.

Mitte August 1959 wurde mit der Errichtung einer Auswertungszentrale begonnen, in der sich ein elektronischer Rechner mit dem Namen „Ramac 305“ befand, der noch während des jeweiligen Wettbewerbes sowohl die Zuseher als auch die Nachrichtenagenturen mit den Resultaten versorgen sollte.

Organisationskomitee – Absage der Bobrennen

Laut „Sport Zürich“ Nr. 21 vom 19. Februar 1960, S. 1 und 2: „Die Methode, wie die Spiele Squaw Valley zugeschanzt wurde, habe zahlreiche kritische und verurteilende Stimmen hervorgerufen“. „Die raffinierten Propagandisten aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten hätten Potemkinsche Dörfer aufgebaut, sie hätten mit den harten Dollars geklimpert, womit deren Klang die Herzen der alten Herren des IOC erweicht habe und kein Auge trocken blieb. Auch die vielen personellen Umbesetzungen im großen Organisationsstab, die nie verstummenden mehr oder weniger seriösen Meldungen über finanzielle Schwierigkeiten, schwarz gefärbte Expertenberichte und vor allem der Skandal um die versprochene und nie gebaute Bobbahn (ein Bluff) seien nicht dazu angetan gewesen, das Prestige der Organisation in der Weltöffentlichkeit aufzuwerten“.

Offiziell wurde die Nichterrichtung der Bobbahn damit begründet, dass nur neun Länder ihre Teilnahme in dieser Disziplin angekündigt hatten. Damit sind die Winterspiele von 1960 die einzigen, bei denen keine Bobwettbewerbe ausgetragen wurden.

Verlangen der Pressefreiheit bei der 56. IOC-Session

Bei der 56. Session des IOC, die am 15. und 16. Februar im Bohemian-Club in San Francisco abgehalten wurde und an der nur 25 von 66 Mitgliedern teilnahmen (damit war die Beschlussfähigkeit gerade noch knapp gegeben) wurde ein Vorwurf an das Außenministerium der Vereinigten Staaten erhoben, das einigen DDR-Journalisten die Einreise verweigert hatte. Die Versammlung stimmte einer Motion für die Freiheit der Presse bei den Spielen zu und es müsse allen ausgewiesenen Journalisten die Einreise gestattet werden. Hinsichtlich der Frage von DDR-Trainern, die in Berlin zurückbleiben mussten, wurde festgestellt, dass auch die DDR eine Delegation im Rahmen der zugestandenen Quote zu halten habe und auf zusätzliche Ansprüche nicht eingegangen werden könne.

Die Abhaltung der Spiele war kurzfristig wegen anhaltender Regenfälle in Gefahr geraten. Erst am 9. Februar kam der ersehnte Schneefall.

Verantwortlich für die Eröffnungs- und Schlussfeier, welche jeweils in der Blyth Arena durchgeführt wurden, war Walt Disney.

Einige Tage vor der Eröffnung waren die Embleme von Griechenland, Argentinien, Australien und Österreich von „Souvenirjägern“ gestohlen worden, doch konnten diese wenige Stunden vor den Feiern ersetzt werden.

Für die drei Alpin-Skiläufer Liechtensteins war die Reise in den Westen der USA die erste große Reise überhaupt; bislang hatten sie sich nie weiter als 200 Kilometer von ihrer Heimat entfernt.

Biathlon war zum ersten Mal eine olympische Disziplin. Eisschnelllaufwettbewerbe für Frauen feierten ihr olympisches Debüt. Für das gesamtdeutsche Team wurde statt einer Hymne der Schlusschor (Ode an die Freude) aus Beethovens Neunter Sinfonie gespielt.

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