An diesem Tag

Olympische Sommerspiele 1984

Sommerspiele der XXIII. Olympiade, in Los Angeles, USA

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Die Olympischen Sommerspiele 1984 (offiziell Spiele der XXIII. Olympiade genannt) fanden vom 28. Juli bis zum 12. August 1984 in Los Angeles in den Vereinigten Staaten statt. Die kalifornische Stadt hatte sich als einzige beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) um die Austragung dieser olympischen Sportwettkämpfe beworben. Es nahmen 140 Mannschaften mit 6797 Sportlern teil, davon 5230 Männer und 1567 Frauen.

Nach dem Olympiaboykott der USA und 41 weiterer Staaten bei den Olympischen Sommerspielen 1980 in Moskau und den 1983 eingeleiteten Maßnahmen US-amerikanischer Politiker zum Ausschluss sowjetischer Sportler boykottierte die Sowjetunion die Spiele von Los Angeles. Weitere 18 meist realsozialistische Staaten verweigerten ebenfalls die Teilnahme – nicht jedoch Rumänien, China und Jugoslawien. Obwohl mit 140 Nationen ein neuer Teilnahmerekord verzeichnet wurde, blieben allein mit den betroffenen Ostblockstaaten sowie Kuba sieben Mannschaften fern, die noch acht Jahre zuvor bei den letzten gemeinsamen Olympischen Sommerspielen 1976 in Montreal rund die Hälfte aller Medaillen gewonnen hatten. In zahlreichen Sportarten fehlte deshalb ein Großteil der Weltspitze. Es waren die letzten Olympischen Spiele mit einem großen Boykott.

In Los Angeles wurden die Olympischen Spiele erstmals privatwirtschaftlich finanziert, wobei sich das IOC der Kommerzialisierung öffnete. So nutzten in großem Umfang Sponsoren die Spiele für ihre Werbung.

Die erfolgreichsten Teilnehmer waren die rumänische Turnerin Ecaterina Szabó mit vier Gold- und einer Silbermedaille und der amerikanische Leichtathlet Carl Lewis mit vier Goldmedaillen.

Los Angeles in früheren Bewerbungen

Los Angeles bemühte sich nach der Austragung der Olympischen Sommerspiele 1932 mehrmals vergeblich darum, erneut Austragungsort zu werden. 1932 waren rund eine Million Dollar Gewinn erzielt worden, weshalb ortsansässige Geschäftsleute die Olympischen Sommerspiele 1940 in die Stadt holen wollten. Dazu gründeten sie das Southern California Committee for the Olympic Games (SCCOG). Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges geriet das Projekt jedoch in Vergessenheit. Nach dem Krieg bewarb sich Los Angeles dreimal erfolglos um die Ausrichtung: 1946 für die Olympischen Sommerspiele 1948, 1947 für die Olympischen Sommerspiele 1952 und 1949 für die Olympischen Sommerspiele 1956.

Nachdem das United States Olympic Committee (USOC) bei den folgenden vier Bewerbungen jeweils Detroit nominiert hatte und damit gescheitert war, bewarb sich 1970 wieder Los Angeles um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 1976. Bürgermeister Sam Yorty gründete das Bewerbungskomitee „LA76 Committee“ mit dem Vorsitzenden John Kilroy, einem Unternehmer und Sportler, das die Spiele anlässlich der 200-Jahr-Feier der Unabhängigkeitserklärung in die Staaten holen sollte. In der inneramerikanischen Ausscheidung beim USOC setzte sich Los Angeles durch. Beim IOC rief jedoch der Plan, die Olympischen Spiele mit einem privaten Fonds zu finanzieren, falls der Staat sich nicht beteiligen sollte, Misstrauen hervor. Bei der Wahl während der IOC-Session 1970 in Amsterdam schied Los Angeles mit nur 17 Stimmen in der ersten Runde aus, im zweiten Wahlgang gewann Montreal gegen Moskau.

Los Angeles unternahm nach dieser Niederlage einen neuen Anlauf und bewarb sich um die Olympischen Sommerspiele 1980. Die Chancen wurden durch die sportpolitische Situation gemindert, da die Sowjetunion verärgert auf das Scheitern Moskaus bei der Entscheidung 1970 reagiert hatte und einige IOC-Mitglieder sie nicht weiter verärgern wollten. So setzte sich Moskau bei der IOC-Session 1974 in Wien mit 39 zu 20 Stimmen bei zwei Enthaltungen gegen Los Angeles durch und richtete die Sommerspiele 1980 aus.

Für die Olympischen Sommerspiele 1984 ging Los Angeles erneut ins Rennen. Der Stadtrat sicherte dem SCCOG am 27. Oktober 1975 in einer Resolution seine Unterstützung zu und gab eine Studie zur Kosten-Nutzen-Analyse in Auftrag. Diese Studie gab ein erwartetes Defizit von 200 bis 336,5 Millionen Dollar an, da keine Unterstützung aus Staats- oder Bundesmitteln zu erwarten war, während das SCCOG einen Gewinn von 750.000 Dollar erwartete. Nachdem der SCCOG-Präsident John C. Argue versichert hatte, dass keine Steuermittel benötigt würden, stimmte der Stadtrat mit 12 zu 0 Stimmen bei drei abwesenden Olympiagegnern am 12. Mai 1977 für die Bewerbung um die Spiele. Im inneramerikanischen Auswahlverfahren beim USOC setzte sich Los Angeles am 25. September 1977 mit 55 zu 39 gegen New York City durch. Zuvor hatten sich Atlanta, Boston, Chicago und New Orleans aus dem Verfahren zurückgezogen. Beide Kammern des Kongresses unterstützten die Bewerbung von Los Angeles, was jedoch keine finanziellen Hilfen des Staates nach sich zog.

Wegen des finanziellen Verlustes bei den Olympischen Sommerspielen 1976 von Montreal, der weltweiten Wirtschaftskrise der Jahre 1974 und 1975 und der Forderung des IOC nach besseren Garantien gaben die Städte Algier, Glasgow und Riad ihre Bewerbungen auf. Im Juni 1977 zog sich mit Teheran der letzte Mitbewerber zurück, sodass Los Angeles zum Anmeldeschluss des IOC am 31. Oktober 1977 der einzig verbliebene Kandidat war. Im Vorfeld der 80. IOC-Session in Athen trafen sich die Führung des USOC, Vertreter der Stadt Los Angeles und Thomas Keller, der Präsident der General Association of International Sports Federations (GAISF), zu einem Gespräch, bei dem Keller für ihn unbefriedigende Antworten erhielt. Hinzu kam, dass 17 der 22 in der GAISF vertretenen Sportverbände das Konzept von Los Angeles ablehnten und vom IOC eine erneute Ausschreibung forderten. Die Olympischen Spiele wurden auf der IOC-Session am 18. Mai 1978 dennoch provisorisch an Los Angeles vergeben, nachdem US-Präsident Jimmy Carter und der Gouverneur Kaliforniens, Jerry Brown, ihre Unterstützung zugesagt hatten und das IOC Keller versichert hatte, dass Los Angeles alle Anforderungen der Olympischen Charta erfüllen müsse. Eine Bedingung war dabei, dass der Vertrag bis zum 1. August 1978 mit den olympischen Regeln übereinstimmen sollte, andernfalls wäre das Recht der Austragung wieder an das IOC zurückgefallen. Besonders um die finanzielle Haftung wurde gestritten, da weder das USOC noch die Stadt diese übernehmen wollten. Schließlich trat ein privates „Committee of Seven“ dem IOC als Verhandlungspartner gegenüber. Aus diesem wurde am 15. Juni 1978 das Los Angeles Olympic Organizing Committee (LAOOC), das mit den Plänen, die Wettkämpfe weitgehend in bestehenden Sportanlagen auszutragen, selbst den Fernsehvertrag auszuhandeln, auf ein zentrales olympisches Dorf zu verzichten und den Gewinn nicht an das IOC abzuführen, beim IOC auf wenig Gegenliebe stieß.

Es ließ sich jedoch kein alternativer Bewerber mehr finden, da New York die finanziellen Risiken zu groß waren und der Münchner Oberbürgermeister Erich Kiesl erfolglos versuchte, München als Austragungsort vorzuschlagen. Daher gab das IOC schrittweise nach: Die Frist für Los Angeles wurde erst auf den 21., dann auf den 31. August 1978 verlängert, bis schließlich in einer Briefwahl des IOC Los Angeles mit 75 Jastimmen, drei Gegenstimmen und sechs Enthaltungen die Olympischen Sommerspiele 1984 zugesprochen wurden. Der Stadtrat von Los Angeles stimmte mit acht zu vier Stimmen bei drei abwesenden Mitgliedern zu, und schließlich wurde am 20. Oktober 1978 im Weißen Haus der Vertrag zwischen Los Angeles und dem IOC durch Tom Bradley und Lord Killanin unterzeichnet.

Am 26. Januar 1979 berief das LAOOC das 65 Personen umfassende Board of Directors, am 26. März 1979 wurde Paul Ziffren als Chairman und Peter Ueberroth als Präsident eingesetzt. Für die Organisation der Wettkämpfe bestimmte das LAOOC für die einzelnen Sportarten jeweils einen Kommissar. 1982 wurde dann für die Organisation der 25 einzelnen Tätigkeitsbereiche jeweils eine Subkommission eingerichtet. Als Sportdirektor war Michael O’Hara tätig, der 1964 selbst am olympischen Volleyballturnier teilgenommen hatte.

Wie schon während der Bewerbungsphase angekündigt, gab es kaum größere Bauprojekte. Das LAOOC wählte größtenteils bereits existierende Sportstätten im Großraum Los Angeles für die olympischen Wettbewerbe aus. Lediglich das Schwimmstadion, das Velodrom und die Tennisplätze wurden neu errichtet. Die beiden ersten wurden dabei jeweils von Sponsoren finanziert. Wie angekündigt errichtete das LAOOC kein zentrales olympisches Dorf, sondern verteilte die Sportlerunterkünfte auf drei Orte. Für den Aufenthalt der Athleten wollte das Organisationskomitee zunächst pro Tag 55 bis 58 Dollar verlangen, vier Jahre zuvor waren es noch umgerechnet 20 Dollar. Nach Protesten einiger IOC-Mitglieder senkte das LAOOC den Preis letztendlich auf 42 Dollar.

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