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Olympiastadion München

Multifunktionsstadion in München

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Das Olympiastadion München ist ein Multifunktionsstadion im Olympiapark in der bayerischen Landeshauptstadt. Es wurde für die Olympischen Spiele 1972 von dem Architektenbüro Behnisch & Partner geplant und war Ort für sportliche Veranstaltungen und die Eröffnungs- und Schlusszeremonie. Nach den Olympischen Spielen wurde das Stadion von 1972 bis 2005 hauptsächlich als Heimstätte des FC Bayern München und mit Unterbrechungen vom TSV 1860 München genutzt, der zwischen der vorherigen Heimstätte der beiden Vereine, dem Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße, und dem Olympiastadion pendelte. 2005 zogen die Vereine in die neu erbaute Allianz Arena um. Neben den Spielen dieser Fußballvereine fanden auch weitere Profispiele im Olympiastadion statt. Dort wurden unter anderem die Endspiele der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 und der Fußball-Europameisterschaft 1988 sowie mehrere Endspiele der UEFA Champions League und ihres Vorgängerwettbewerbs, dem Europapokal der Landesmeister, ausgetragen.

Seit 1982 ist das Olympiastadion die größte Bühne Münchens und wird für Open-Air-Konzerte genutzt. Neben Public-Viewing-Veranstaltungen finden seit dem Auszug der Fußballvereine hauptsächlich Konzerte im Stadion statt. Daneben gab es dort zahlreiche andere Veranstaltungen, darunter die Leichtathletik-Europameisterschaften 2002 und 2022, Show-Rennen der DTM in den Jahren 2011 und 2012.

Das Olympiastadion ist zu zwei Dritteln ein Erdstadion und verfügt neben einem Fußballfeld über eine Leichtathletiklaufbahn. Die Oberfläche besteht aus einer Naturrasenfläche. Die Arena war deutschlandweit das erste Stadion, das mit einer Rasenheizung sowie einem VIP-Bereich ausgestattet war, und es verfügte weltweit über das modernste Stadionflutlicht, mit dem Tageslicht simuliert werden kann. Die Zeltdachkonstruktion überspannt neben dem Stadion auch die Olympiahalle, die Olympia-Schwimmhalle sowie die dazwischenliegenden Wege. Dadurch soll das Stadion Leichtigkeit, Transparenz und Offenheit symbolisieren. Es zählt zu den wichtigsten Bauten der bundesdeutschen Nachkriegsarchitektur und gilt als ein Wahrzeichen Münchens. Wie die anderen Bauten unter dem Zeltdach steht das Olympiastadion seit 1997 unter Denkmalschutz.

Das Olympiastadion ist in den Olympiapark eingebettet, der auf dem Oberwiesenfeld im Münchner Stadtbezirk Milbertshofen-Am Hart errichtet wurde. Der drei Quadratkilometer große Park befindet sich vier Kilometer nordwestlich des Münchner Stadtzentrums. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung war er, auch wegen des Olympiastadions, der größte Sportpark der Bundesrepublik Deutschland. Das Stadion bildet gemeinsam mit der benachbarten Olympiahalle und der Olympia-Schwimmhalle das Herzstück der Münchner Olympiaanlagen unter derselben Zeltdachkonstruktion. Alle drei Sportstätten grenzen an den Coubertinplatz, den Mittelpunkt der Olympiaanlage. Auf der Südseite des Coubertinplatzes liegt der Olympiasee. Er befindet sich 20 Meter unter dem Zentralplateau des Coubertinplatzes. Das Stadion ist am Westhang des Plateaus angelegt. Im Juli 2021 wurde ein großer Teil des Platzes nach dem früheren Münchner Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel in „Hans-Jochen-Vogel-Platz“ umbenannt. Der östliche Teil bis zur Olympia-Schwimmhalle behielt den bisherigen Namen „Coubertinplatz“.

Nördlich des Stadions befindet sich das olympische Dorf, das wegen des Mittleren Rings, der zwischen beiden Anlagen hindurchführt, lediglich über Brücken von der Arena aus direkt zu erreichen ist. 200 Meter nordöstlich des Stadions steht die Olympiahalle. Sie ist an der schmalsten Stelle acht Meter von der Olympia-Schwimmhalle entfernt, die östlich vom Olympiastadion liegt. Olympia-Schwimmhalle, Olympiahalle, Olympiastadion und Olympiasee bilden die Außengrenzen des Coubertinplatzes. Noch weiter östlich von der Schwimmhalle bildet der Olympiaturm gemeinsam mit den Anlagen am Coubertinplatz den Bereich der charakterbestimmenden Merkmale des Olympiaparks. Die Formen des gesamten Geländes ergänzen sich durch bauliche Strukturen gegenseitig zu einer Architekturlandschaft.

Das Olympiastadion verfügt für den Individualverkehr über zwei Parkplätze in der nahe gelegenen Parkharfe westlich des Stadions bei der Landshuter Allee oder nahe der Olympiahalle. Die Arena befindet sich wenige Meter südlich des Georg-Brauchle-Rings. Neben zwei Eingängen am Coubertinplatz gibt es Zugänge am Spiridon-Louis-Ring, der von Norden her über Westen und Süden einen Halbring um das Olympiastadion bildet.

Zeitgleich zum Stadionbau wurden zahlreiche Anbindungen an den öffentlichen Personennahverkehr eingerichtet: In der Nähe des olympischen Dorfes befindet sich der U-Bahnhof Olympiazentrum mit den dort verkehrenden U-Bahn-Linien U3 und U8, der außerdem von einer Buslinie bedient wird. Während der Olympischen Spiele und anschließend bis 1988 wurde bei Großveranstaltungen der Bahnhof München Olympiastadion im Westen des Oberwiesenfelds durch die Münchner S-Bahn mit einer Sonderlinie angefahren. Beide Bahnhöfe liegen etwa einen Kilometer vom Stadion entfernt und hatten ursprünglich eine Stundenkapazität von 30.000 Fahrgästen. Das Stadion ist auch durch weitere Haltestellen am Olympiapark mit Straßenbahnen und Bussen erreichbar.

Frühe Gedanken über ein Großstadion

Bereits nach dem Ersten Weltkrieg gab es erste Überlegungen, ein Großstadion in München zu errichten, da Fußball an Popularität gewann. Ein Stadionbau am Oberwiesenfeld scheiterte 1919 am Einspruch des bayerischen Staates. 1921 entstand dort der Teutonia-Platz, der bis zum Ausbau des Stadions an der Grünwalder Straße 1926 der modernste Sportplatz Münchens war. Er wurde vom Verein FC Teutonia eröffnet und bot 12.000 Zuschauern Platz. Im Monat nach der Eröffnung kamen dort rund 20.000 Gäste zu einem Spiel, womit die erlaubte Kapazität um zwei Drittel überzogen wurde. Der FC Bayern nutzte von 1923 bis 1925 den Teutonia-Platz für seine Heimspiele. Der TSV 1860 bespielte bereits seit 1911 das zur damaligen Zeit vereinseigene Stadion an der Grünwalder Straße in Giesing, das seit dem Ausbau auf eine Kapazität von 40.000 Zuschauern das größte Stadion Münchens war.

Die Kapazität war zwar für den Meisterschaftsbetrieb ausreichend, allerdings stieß das Stadion bei Länderspielen an seine Grenzen: Das Spiel Deutschland gegen die Schweiz 1926 zeigte, dass bei Großereignissen ein weitaus höheres Interesse bestand, als Karten verkauft werden durften. Auch die 1928 eröffnete Kampfbahn an der Dantestraße entsprach nicht den Vorstellungen von einem Großstadion. Aus diesem Grund wurde in der Weimarer Republik der Bau eines Großstadions am Rande Münchens, beispielsweise am Oberwiesenfeld, diskutiert, jedoch ergebnislos.

Zu Beginn des Nationalsozialismus planten Lokalpolitiker der NSDAP den Bau eines 60.000 bis 80.000 Zuschauer fassenden Stadions westlich des Flughafens München-Riem. Dies sollte dem Reichssportfeld in Berlin entsprechen. Die Flughafenverwaltung wehrte sich jedoch gegen den Bau, und auch der Generalbaurat Münchens setzte sich ein Großstadion nicht als Ziel. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden die Pläne endgültig verworfen.

Nach Kriegsende strömten die Menschenmassen erneut in die Stadien, um sich an Wochenenden mit Fußballspielen zu unterhalten, so auch in München. 1948 besuchten bei einem Spiel des TSV 1860 gegen den 1. FC Nürnberg rund 58.200 Zuschauer das für 45.000 Besucher ausgerichtete Stadion an der Grünwalder Straße. Ein Jahr später kamen zu dem in München ausgetragenen Halbfinalspiel der Deutschen Meisterschaft zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Borussia Dortmund 57.000 Zuschauer. Die Nachkriegszeit gilt heute als „goldenes Zeitalter“ des Fußballs; erst seit den 1990er-Jahren kommen erneut so viele Besucher in die deutschen Stadien.

Das im Krieg zerstörte Grünwalder Stadion bot nach der Renovierung Platz für 50.000 Zuschauer und war damit das größte Stadion Münchens. Der städtische Sportausschuss befand die Kapazität jedoch für zu gering und strebte dessen Ausbau auf ein Fassungsvermögen von 75.000 Zuschauern an. Gegenwind erhielt der Sportausschuss von lokalen Medien. So sprach sich der Münchner Merkur Anfang 1951 für den Neubau eines Stadions am Oberwiesenfeld aus, nachdem die ausgebaute Tribüne des Grünwalder Stadions den Bau des geplanten Mittleren Rings als Hauptzufahrtstraße zur Bundesautobahn 8 erschwert hätte. Das Großstadionprojekt fand mit der Verabschiedung des sogenannten Zehn-Jahres-Programms am 10. März 1955, das den Bau von Bezirkssportanlagen förderte, vorerst ein Ende.

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