An diesem Tag

Olga Oppenheimer

Deutsche Malerin und Grafikerin des Expressionismus

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Olga Friederike Oppenheimer, verheiratete Worringer (9. Juli 1886 in Köln – 11. Februar 1941 in der Tötungsanstalt Hadamar) war eine deutsche Malerin und Grafikerin des Expressionismus. Im Jahr 1911 war sie Mitbegründerin des avantgardistischen Gereonsklubs in Köln.

Olga war das älteste von sechs Kindern des jüdischen Tuchgroßhändlers Max Samuel Oppenheimer und dessen Ehefrau Emilie Wilhelmine, geb. Oppenheim. Ab 1907 studierte sie gemeinsam mit ihrer Freundin Emmy Worringer (Emilie) (1878–1961) in Dachau bei Adolf Hölzel und an der Akademie in München. 1909 wurde sie in Paris Schülerin von Paul Sérusier und richtete anschließend mit Worringer in Köln ein gemeinsames Atelier und eine Mal- und Zeichenschule im 1910 erbauten Kölner Gereonshaus in der Gereonstraße 18–32 ein. Hier gründeten sie 1911 gemeinsam mit Franz M. Jansen den Gereonsklub, der in den Atelierräumen einen Jour fixe abhielt und Ausstellungen moderner Kunst organisierte. Die Kölner künstlerische Avantgarde traf sich hier unter der Führung von August Macke.

Am 24. Mai 1912 eröffnete in Köln die Sonderbund-Ausstellung, die einen Überblick über die neuesten Tendenzen der europäischen Malerei gab. Unter den wenigen Frauen, die dort ausstellten, war Oppenheimer. Ihr im Saal 21 gezeigtes Gemälde Stillleben, das sie gemeinsam mit den Arbeiten der Kollegen der Rheinischen Expressionisten ausstellte, ist verschollen.

1913 war Oppenheimer die einzige deutsche Frau, die in der Armory Show in New York, Boston und Chicago vertreten war, wo sechs ihrer Holzschnitte gezeigt wurden. Im Juli 1913 nahm sie mit zwei Stillleben an der Ausstellung Rheinischer Expressionisten in Bonn teil.

Im selben Jahr fand die Heirat mit dem Bruder ihrer Freundin, dem Gastronomen Adolf Worringer (1882–1960), statt. Nach der Geburt von zwei Söhnen gab sie die Malerei auf; möglicherweise aufgrund von Depressionen. Die Ereignisse während des Ersten Weltkriegs sind einschneidend: Sowohl ihr einziger Bruder als auch ihr künstlerischer Weggefährte August Macke starben bereits 1914 an der Front, 1915 starb die Großmutter Bertha Oppenheim. Dies verstärkte die Erkrankung, und ab 1918 brachte ihre Familie sie in der Heilanstalt in Waldbreitbach unter.

Im Herbst 1935 ließ sich Adolf Worringer, der mit den Kindern aufgrund seiner „Mischehe“ diskriminiert wurde, im Kontext der Nürnberger Gesetze von seiner jüdischen Frau Olga scheiden. Laut offizieller Todesbescheinigung sei sie im Mai 1941 in Cholm an Fleckfieber gestorben. Damit wurde jedoch verschleiert, dass Olga Oppenheimer im Rahmen der als Aktion T4 bezeichneten nationalsozialistischen Krankenmorde von Waldbreitbach über Andernach in die Tötungsanstalt Hadamar deportiert worden war, wo sie bereits am 11. Februar 1941 ermordet wurde.

Olga Oppenheimer war die Schwägerin des Kunsthistorikers Wilhelm Worringer und dessen Ehefrau, der Malerin Marta Worringer (1881–1965).

Von Oppenheimer gibt es, Stand 2013, kein Werkverzeichnis. Überliefert sind nur einige wenige Arbeiten, von denen sich sechs in Privatbesitz erhalten haben, weitere nur durch Fotografien dokumentiert sind.

1910: 2. Ausstellung Kölner Künstlerbund, Köln, November/Dezember 1910

1912: Sonderbund-Ausstellung, Köln, 25. Mai bis 30. September 1912. Kat.-Nr. 472: Stilleben

1912: 1. Ausstellung der Kölner Sezession, Kunstgewerbemuseum Köln, Januar 1912. Kat.-Nr. 124–128: Porträtstudie, 3 Stillleben, Holzschnitte

1913: Ausstellung Rheinischer Expressionisten, Buchhandlung Friedrich Cohen, Januar 1913. Bonn

1913: Armory Show, International Exhibition of Modern Art, Kat.-Nr. 453: Fünf Holzsschnitte

1913: Rheinische Expressionisten, Rheinischer Kunstsalon Otto Feldmann, Köln

2026: OpenSpace: Olga Oppenheimer. Kölnisches Stadtmuseum, 22. Mai – 13. September 2026 (biografische Ausstellung)

Die Künstlerin ist nahezu vergessen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb 2012 kritisch, dass Olga Oppenheimer in der Rekonstruktion der Sonderbund-Ausstellung von 2012, die unter dem Titel „1912 – Mission Moderne. Die Jahrhundertschau des Sonderbundes“ im Kölner Wallraf-Richartz-Museum gezeigt wurde, nur im Katalog erwähnt sei, die Geschichte der Künstlerin aber fehle in der Ausstellung.

Am 13. Juni 2025 wurde für sie vor dem Haus Bodinusstr. 2 (Ecke Stammheimer Straße) in Köln-Riehl ein Stolperstein verlegt.

Die Künstlerin Bea Schlingelhoff entwickelte anlässlich der Ausstellung Maskulinitäten im Kölnischen Kunstverein im Jahr 2019 zu Ehren von Olga Oppenheimer eine Schriftart, die im Ausstellungzeitraum kostenfrei heruntergeladen, genutzt und verbreitet werden durfte.

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