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Oleh Protassow

Ukrainischer Fußballspieler und -trainer

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Oleh Walerijowytsch Protassow (ukrainisch Олег Валерійович Протасов; russisch Олег Валерьевич Протасов Oleg Walerjewitsch Protassow; * 4. Februar 1964 in Dnipropetrowsk, Ukrainische SSR, Sowjetunion) ist ein ehemaliger sowjetischer und ukrainischer Fußballspieler sowie heutiger Fußballtrainer.

Rekordspieler bei Dnjepr Dnjepropetrowsk

Seine aktive Karriere als Fußballspieler begann Protassow in den 1970ern als Nachwuchsspieler von Dnjepr Dnjepropetrowsk. Im dortigen Nachwuchs wurde er fortan als Stürmer ausgebildet und wurde im Spieljahr 1982 erstmals im Profibereich eingesetzt. In seiner ersten Spielzeit im Profiteam des Vereins kam er dabei in vier Meisterschaftsspielen zum Einsatz und war bereits einmal als Torschütze erfolgreich. Dennoch verbrachte er die restliche Saison vorwiegend im Nachwuchsbereich von Dnjepr Dnjepropetrowsk, wo sein Offensivtalent rasch erkannt und gefördert wurde. In der darauffolgenden Spielzeit kam der gelernte Stürmer bereits vermehrt in der Profimannschaft zum Einsatz, wobei er bei seinen insgesamt 21 Ligaeinsätzen sieben Mal zum Torerfolg kam. Mit der Aufnahme des jungen Offensivtalents folgten für Dnjepr Dnjepropetrowsk auch die Erfolge. Zuvor agierte man nur mittelklassig, was auch dadurch erkennbar war, dass der Klub in den Jahren zuvor neben Plätzen im Mittelfeld der Liga kurze Zeit sogar in der damaligen sowjetischen Zweitklassigkeit aktiv war. Gleich in Protassows zweiter Profisaison erreichte er mit der Mannschaft mit vier Punkten Vorsprung auf Spartak Moskau den ersten Platz im Endklassement und durfte sich somit Meister der Wysschaja Liga (Sowjetunion) 1983 nennen.

Bereits zu dieser Zeit bildete sich das bis zu Protassows Abgang zum Ende der Spielzeit 1987 bestehende Sturmtrio „Taran–Ljutyj–Protassow“, das neben einigen anderen Spielern für die meisten Tore in dieser Zeit verantwortlich war. Mit jeder Spielzeit steigerte sich die Torgefährlichkeit des jungen sowjetischen Stürmers, der im Jahre 1984 aufgrund seiner herausragenden Leistung zum ersten Mal in den Nationalkader der UdSSR berufen wurde. In der Liga brachte er es im Spieljahr 1984 auf insgesamt 17 Treffer bei 34 Einsätzen und rangierte damit mit zwei anderen Spielern auf dem dritten Platz der ligaweiten Torschützenliste. Zum Meisterschaftsende konnte sich das Team allerdings knapp nicht gegen den Überraschungsklub Zenit Leningrad und den seit jeher starken Klub Spartak Moskau durchsetzen und landete auf Platz 3.

Nachdem er bereits 1984 in allen Ligaspielen eingesetzt worden war, kam er auch im Spieljahr 1985 bis auf eine Begegnung in allen Meisterschaftspartien zum Einsatz. Dabei agierte er offensiv sehr stark und brachte es bis zum Saisonende gar auf 35 Tore innerhalb der Liga. Dies war zugleich auch die höchste Anzahl an Ligatoren, die seit der Gründung der Liga im Jahre 1936 je ein Spieler in einer einzigen Saison erzielt hatte (nur Nikita Simonjan erzielte im Jahre 1950 mit 34 Toren ähnlich so viele Treffer). Auch danach übertraf kein Spieler mehr diese Toranzahl in einer einzigen Spielzeit; mit seinen 35 Treffern erzielte Protassow ziemlich genau die Hälfte der Tore, die die gesamte Mannschaft in dieser Saison beigesteuert hat. Nach den Erfolgen im Jahre 1985, in dem er mit dem Team abermals auf dem dritten Platz der Endtabelle rangierte, folgte 1986 ein Tief der gesamten Mannschaft. Doch auch in diesem Tief, in dem es die Mannschaft lediglich auf den elften Tabellenplatz schaffte und nur fünf Punkte vor einem Abstiegsplatz lag, war die Torgefährlichkeit des zu dieser Zeit wohl offensivstärksten ukrainischen Stürmers bemerkbar. Bei 23 Einsätzen, den Rest der Saison musste er verletzungsbedingt pausieren bzw. war im Nationalteam aktiv, brachte er es auf eine Bilanz von 17 Toren und rangierte damit zusammen mit Sergei Rodionow von Spartak Moskau auf dem zweiten Platz der ligaweiten Torschützenliste.

Nachdem er bereits unter Wolodymyr Jemez einige Erfolge feierte, gelang ihm dies auch beim neuen Trainer Jewhen Kutscherewskyj, der ab 1987 das Zepter bei Dnjepr Dnjepropetrowsk in die Hand nahm. Nach der Reduzierung der Liga von 18 auf 16 Mannschaften vor Beginn der Spielzeit 1986 wurde die Liga bis zu ihrer Auflösung (mit Ausnahme der Spielzeit 1990) in diesem System weitergeführt und Protassow schaffte es damit zum wiederholten Male in allen Ligapartien einer Saison eingesetzt zu werden. Bei 30 Meisterschaftsspielen gelangen ihm 18 Tore, was für ihn zum bereits zweiten Mal in seiner Karriere die Torschützenkrone bedeutete. Weiters schaffte er es mit dem Team zurück in den Kampf um den Meistertitel, den das Team allerdings knapp vor Saisonende gegen Spartak Moskau verlor und sich mit dem Vizemeistertitel begnügen musste. Für Protassow persönlich lief es in diesem Jahr allerdings noch besser, da er für seine bisher erbrachten Leistungen zum Saisonende mit der Trophäe zum Fußballer des Jahres in der UdSSR ausgezeichnet wurde. Nach 145 Ligaspielen und 95 Toren endete mit diesem Spieljahr auch Protassows Zeit bei Dnjepr, wo er sich damit zum besten Torschützen in der Klubgeschichte machte. Nach einer erfolgreichen Zeit bei seinem Heimatklub, mit dem er es unter anderem zur Saison 1984/85 in den Europapokal der Landesmeister schaffte und dort erst im Viertelfinale gegen Girondins Bordeaux im Elfmeterschießen ausschied, beschloss Protassow, dass es an der Zeit war, den Klub zu wechseln. So zog es ihn zur Wysschaja Liga (Sowjetunion) 1988 zu Dynamo Kiew, dem seines Erachtens erfolgreichsten sowjetischen Fußballklub.

Weitere Erfolge mit Dynamo Kiew

Nach dem getätigten Wechsel nach Kiew nahm auch Protassows Torgefährlichkeit ab. Dennoch brachte er es bei 29 absolvierten Ligaspielen auf eine Bilanz von elf Toren und hatte dabei einen großen Anteil für den zweiten Platz, den das Team am Saisonende ausgerechnet hinter Protassows ehemaligen Klub Dnjepr Dnjepropetrowsk erreichte. Dabei war das Team auch automatisch für den UEFA-Pokal 1989/90 qualifiziert und kam in diesem bis zur dritten Runde, wo es allerdings dem späteren Finalisten AC Florenz mit 0:1 unterlag. Währenddessen schaffte es der einst so offensivstarke Stürmer innerhalb der Liga nicht, an den Erfolgen der letzten Jahre anzuschließen. So erzielte er in der Spielzeit 1989 bei 26 gespielten Partien lediglich sieben Tore, war aber dennoch zusammen mit dem Mittelfeldspieler Hennadij Lytowtschenko, mit dem er bereits zuvor bei Dnjepr Dnjepropetrowsk spielte und später auch bei Olympiakos aktiv sein wird, bester Torschütze seines Teams.

Da Protassow mit der Mannschaft in der Saison 1989/90 den Fußballpokal der Sowjetunion gewann, qualifizierte sich das Team damit automatisch für den Europapokal der Pokalsieger der Spielzeit 1990/91. Protassow, der mit dem Team 1989 auf den dritten Platz in der Endtabelle kam, gehörte zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr der Mannschaft an, als diese es bis ins Viertelfinale dieses Bewerbs schaffte und erst dort im März 1991 mit einem Gesamtscore von 3:4 gegen den späteren Finalisten FC Barcelona ausschied. Innerhalb der Liga lief es für Dynamo Kiew 1990 wesentlich besser als in den vorhergegangenen Spielzeiten. Obwohl Protassow in lediglich 16 Meisterschaftspartien eingesetzt wurde, war seine Torgefährlichkeit wieder deutlich spürbar. Seine zwölf Treffer machten ihn damit nicht nur zum mannschaftsinternen der Torschützenkönig, sondern zu dem der gesamten sowjetischen Liga. Diesen Erfolg teilte er sich allerdings mit dem ein Jahr älteren Waleri Walentinowitsch Schmarow, seines Zeichens Stürmer bei Spartak Moskau, der allerdings in 23 der insgesamt 24 möglich gewesenen Ligaeinsätze zum Einsatz kam.

Nachdem er zuvor bei Dynamo Kiew vor allem mit dem einstigen Ballon-d’Or-Gewinner Ihor Bjelanow ein starkes Sturmduo gebildet hatte, kamen ab dem Spieljahr 1989 bzw. 1990 mit Oleg Salenko und Sergei Juran zwei weitere erfahrene Stürmer hinzu. Letzterer war durch seine Torgefährlichkeit auch mit einer der Hauptverantwortlichen für den Meistertitel, den sich die Mannschaft am Ende des Spieljahres 1990 sicherte und sich damit auch vor Spartak Moskau zum erfolgreichsten Klub in der Geschichte der höchsten sowjetischen Fußballliga machte. Nach den Erfolgen mit Dynamo Kiew und der durch den Meistertitel fixierten Teilnahme am Europapokal der Landesmeister 1991/92 beschloss Protassow den Verein in Richtung Griechenland zu verlassen. Dort nahm ihn der amtierende Pokalsieger Olympiakos Piräus zusammen mit seinem Teamkollegen Lytowtschenko als neue Offensivkraft in den Kader auf.

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