An diesem Tag

Ole Einar Bjørndalen

Ehemaliger norwegischer Biathlet und Skilangläufer

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Ole Einar Bjørndalen (* 27. Januar 1974 in Drammen) ist ein ehemaliger norwegischer Biathlet und aktiver Biathlontrainer.

Sowohl nach Anzahl der Titel als auch nach Gesamtzahl der Medaillen ist er bei Olympischen Winterspielen der erfolgreichste Biathlet, und mit acht Goldmedaillen bei Olympischen Winterspielen gilt er als einer der erfolgreichsten Winterolympioniken. Seit 2011 kann er als erster männlicher Biathlet Weltmeistertitel in allen Disziplinen vorweisen. Einen seiner größten Erfolge feierte Bjørndalen bei den Olympischen Winterspielen 2002, als er alle vier dort ausgetragenen Biathlon-Wettbewerbe gewann. Im Biathlon-Weltcup erreichte er die meisten Siege, den Gesamtweltcup gewann er sechsmal und damit am zweithäufigsten.

2011 erhielt er die Holmenkollen-Medaille, eine der höchsten Auszeichnungen im norwegischen Skisport. Während der Olympischen Spiele 2014 wurde er für acht Jahre in die Athletenkommission des IOC gewählt, trat aber 2016 zurück. Im Dezember 2018 hat er seinen letzten Wettkampf bestritten.

Zum Biathlonsport kam Ole Einar Bjørndalen durch seinen vier Jahre älteren Bruder Dag. Gemeinsam mit dem dritten Bjørndalen-Bruder Hans Anton bildeten sie das „Team Bjørndalen“. 1992 bestritt er seine ersten internationalen Rennen bei den Juniorenweltmeisterschaften. Hier belegte er die Ränge 23 (Einzel) und 47 (Sprint). Mit der Staffel wurde er Sechster. Eine Medaille gelang ihm dann im Teamrennen mit dem Bronzeplatz. 1993 feierte Bjørndalen in Ruhpolding bei seinen zweiten Juniorenweltmeisterschaften den Durchbruch. Er gewann drei Goldmedaillen in vier Rennen, darunter beide Einzelwettkämpfe (Einzel und Sprint) sowie Gold im Team. In der Staffel wurde Norwegen nur Achter. Obwohl er vom Alter auch 1994 noch einmal bei den Junioren hätte starten können, zog er selbstverständlich die Olympischen Winterspiele in Lillehammer vor. Seine erste Weltcupsaison lief Ole Einar Bjørndalen im Winter 1992/93. Nach seinen für ihn wenig erfolgreich verlaufenen ersten Olympischen Spielen 1994 in Lillehammer machte er zum ersten Mal in der Saison 1994/95 auf sich aufmerksam. Bei seinen ersten Weltmeisterschaften 1995 in Antholz verpasste er mit Platz vier im Sprint nur knapp eine Medaille; im Gesamtweltcup lag er nach Ende der Saison ebenfalls auf Platz vier.

Seinen ersten Sieg bei einem Weltcup-Rennen feierte Ole Einar Bjørndalen im Januar 1996 beim Einzelrennen von Antholz, am Ende der Saison 1995/96 belegte er im Gesamtweltcup Platz neun. Seine ersten Weltmeisterschaftserfolge feierte der Norweger 1997 in Osrblie mit dem Gewinn der Staffel-Silbermedaille und der Bronzemedaille in der Verfolgung.

Lange Zeit waren Ole Einar und Dag das Herzstück der norwegischen Nationalmannschaft, mit den großen Erfolgen von Halvard Hanevold, Frode Andresen und Egil Gjelland gab es aber bald keinen Platz mehr für Dag.

Durchbruch und erste Rückschläge

Die Saison 1997/98 wurde zum ersten großen Erfolg in der Karriere des Norwegers. Bei den Olympischen Spielen in Nagano gewann Bjørndalen mit der Goldmedaille im Sprint seine erste olympische Medaille überhaupt, mit der norwegischen Staffel gewann er zudem die Silbermedaille. Bei den als Weltmeisterschaften ausgetragenen nichtolympischen Wettbewerben war Bjørndalen mit der norwegischen Mannschaft siegreich und gewann damit seine erste WM-Goldmedaille, die Silbermedaille in der Verfolgung war seine bis dahin beste Einzelleistung bei Weltmeisterschaften. Am Ende der Saison gewann Bjørndalen zudem zum ersten Mal in seiner Karriere den Gesamtweltcup und wurde mit der Aftenposten-Goldmedaille geehrt. 1996 gewann Bjørndalen zudem zwei Medaillen bei den Sommerbiathlon-Weltmeisterschaften in Hochfilzen.

Nach der für Bjørndalen überaus erfolgreichen Saison 1997/98 etablierte er sich auch in den folgenden Jahren dauerhaft im Weltcup. Trotz beständiger Leistungen musste er sich jedoch im Gesamtweltcup dreimal in Folge mit dem zweiten Platz begnügen. In der Saison 1998/99 wurde er vom Deutschen Sven Fischer, in den Saisons 1999/00 und 2000/01 vom Franzosen Raphaël Poirée geschlagen. Sein schlechtestes Weltcuprennen überhaupt lief Bjørndalen zum Auftakt der Saison 2000/01 beim Einzelrennen von Antholz: Mit zwölf Schießfehlern leistete er sich die meisten Fehler des ganzen Teilnehmerfeldes, am Ende belegte er damit Platz 95.

Bei Weltmeisterschaften gewann er keinen Titel; seine besten Ergebnisse waren zwei Silbermedaillen mit der norwegischen Staffel (2000) und im Massenstart (2001). Bjørndalen blieb damit auch nach seiner siebten Teilnahme ohne Einzel-Goldmedaille bei Weltmeisterschaften.

Saison 2001/02: Vierfachgold bei Olympia in Salt Lake City

Zu einem der größten Erfolge des Norwegers wurden die Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City. Vor Beginn der Biathlonwettbewerbe hatte Bjørndalen bereits einen Langlaufwettbewerb über 30 km Freistil absolviert und dabei einen beachtlichen fünften Platz erreicht. Mit vergleichsweise deutlichen Abständen auf die jeweiligen Silbermedaillen-Gewinner siegte er danach in allen drei ausgetragenen Einzeldisziplinen. Am 11. Februar 2002 lag er im Einzelwettbewerb 36,1 Sekunden vor dem Deutschen Frank Luck, zwei Tage später im Sprint 28,9 Sekunden vor dem Deutschen Sven Fischer sowie am 16. Februar im erstmals bei Olympischen Winterspielen ausgetragenen Verfolgungsrennen 43,0 Sekunden vor dem Franzosen Raphaël Poirée.

Nachdem Bjørndalen gemeinsam mit Halvard Hanevold, Frode Andresen und Egil Gjelland am 20. Februar auch mit der norwegischen Staffel erfolgreich gewesen war, ging er aus allen vier bei den Olympischen Winterspielen ausgetragenen Wettbewerben als Sieger hervor. Er war damit der erfolgreichste Athlet dieser Winterspiele und der erste Biathlet, der mehr als zwei Goldmedaillen innerhalb der gleichen Winterspiele gewann.

Obwohl die drei Einzelsiege bei Olympia auch als Weltcupsiege zählten, reichte es Bjørndalen am Ende der Saison 2001/02 im Gesamtweltcup nur zum dritten Platz hinter Raphaël Poirée und dem Russen Pawel Rostowzew.

Am Ende des Jahres wurde er zu Norwegens Sportler des Jahres gewählt und gewann den Fearnleys olympiske ærespris.

Saison 2002/03: Zweiter Gesamtweltcupsieg

Nach dem Erfolg bei Olympia konnte Bjørndalen in den folgenden Jahren weitere Erfolge feiern. Nachdem in den Jahren 2000 bis 2002 der Franzose Raphaël Poirée dreimal hintereinander den Gesamtweltcup für sich entschieden hatte, errang Bjørndalen in der Saison 2002/03 seinen zweiten Weltcup-Gesamtsieg nach 1998 mit insgesamt elf Saisonsiegen und einem Vorsprung von 107 Punkten auf den Belarussen Wladimir Dratschow. Bei den am Ende der Saison im russischen Chanty-Mansijsk ausgetragenen Weltmeisterschaften holte der Norweger darüber hinaus in Sprint und Massenstart seine ersten beiden Einzel-Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften. Gleichzeitig waren dies seine ersten Weltmeisterschaftsgoldmedaillen seit dem Sieg mit der Mannschaft im Jahre 1998.

Saison 2003/04: Saison ohne Titel

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