An diesem Tag

Olaf II. (Isle of Man)

König von Man und König der Inseln

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Olaf II. (auch Olaf der Schwarze; eigentlich Olaf Godredsson) (* 1173 oder 1174; † 21. Mai 1237 auf der St. Patrick’s Isle) war ein norwegisch-schottischer Magnat. Er war König von Man und König der Inseln.

Herkunft und Herrschaft über Lewis

Olaf entstammte der Familie der Godfreysons, die seit dem 11. Jahrhundert die Herrschaft auf der Isle of Man ausübte. Dabei stand die Insel wie die anderen westschottischen Inseln unter der Oberherrschaft der norwegischen Könige. Olaf war ein Sohn von König Godred Olafsson und dessen Frau Fingola. Sein Vater hatte verfügt, dass Olaf als sein ältester ehelicher Sohn sein Nachfolger als König werden sollte. Beim Tod seines Vaters im November 1187 war Olaf aber erst um die dreizehn Jahre alt. Aufgrund seiner Minderjährigkeit entschieden sich die Bewohner der Isle of Man Anfang 1188, nicht ihn, sondern seinen älteren, aber unehelichen Halbbruder Ragnvald als König anzuerkennen. Ragnvald überließ Olaf die Herrschaft über die zum väterlichen Erbe gehörende nordwestschottische Insel Lewis, wobei er die Oberherrschaft behielt. Mit den Einkünften von der kargen Insel war Olaf unzufrieden, wandte sich Olaf 1207 oder 1208 an den norwegischen König Inge Bårdsson, um sein Erbrecht durchzusetzen. Ragnvald erfuhr davon und ließ ihn gefangen nehmen. Entgegen der Tradition ließ er seinen Halbbruder und Rivalen aber nicht verstümmeln, sondern übergab ihn als Gefangenen dem schottischen König Wilhelm I. Sieben Jahre lang blieb Olaf in schottischer Gefangenschaft, ehe Wilhelm I. kurz vor seinem Tod 1214 die Freilassung aller seiner Gefangenen anordnete. Der neue König Alexander II. setzte den Wunsch seines Vaters um. Nach einer anderen Version wurde Olaf freigelassen, nachdem Ragnvald sich mit Ruairi von Argyll verbündet hatte. Als Rivale von Ragnvald sollte Olaf auf Man für Unruhe sorgen. Olaf konnte auf jeden Fall nach Man zurückkehren, wo er sich seinem Bruder unterwarf. Von dort brach er wenig später zu einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela in Nordspanien auf. Nach seiner Rückkehr versöhnte er sich mit Ragnvald, der ihn mit Lauon, einer Schwester seiner eigenen Frau verheiratete. Dann überließ er Olaf wieder die Isle of Lewis, über die er aber weiterhin die Oberherrschaft beanspruchte.

Olaf zog nach Lewis zurück, doch angesichts seiner weiterhin nur geringen Einkünfte suchte er Verbündete gegen seinen Bruder. Möglicherweise fand er in Norwegen Unterstützung, denn an einem unbekannten Datum berief Bischof Ragnvald, der seit 1217 das Bistum Sodor und Man leitete, die Geistlichen der Diözese zusammen und hob die Ehe von Olaf und Lauon wegen zu naher Verwandtschaft auf. Nach einer anderen Version soll Lauon ihn betrogen haben. Die Aufhebung der Ehe war aber wohl vor allem politisch begründet, denn wenig später heiratete Olaf Christina, eine Tochter des nordschottischen Magnaten Farquhar Mactaggart. Die Frau von Ragnvald wollte die Verstoßung ihrer Schwester nicht hinnehmen. Sie befahl in einem angeblich mit dem Siegel ihres Mannes versehenen Brief ihrem Sohn Godred, der die Insel Skye verwaltete, Olaf gefangen zu nehmen und zu töten. Godred sammelte daraufhin ein Heer und griff 1223 Lewis an. Olaf konnte in einem kleinen Boot von der Insel entkommen und flüchtete zu seinem Schwiegervater Farquhar nach Ross. Farquhar sicherte ihm seine Unterstützung zu, woraufhin Olaf einen Vergeltungsschlag gegen Godred plante. Er verbündete sich mit Pål Balkisson, einem Adligen von der Insel Skye und erfuhr, dass sich sein Neffe mit nur wenigen Kriegern auf 'St Columba’s Isle', einer nicht genau bekannten kleinen Insel bei Skye aufhielt. Mit Hilfe von Farquhar versperrte Olaf Godred den Fluchtweg und nahm ihn gefangen. Angeblich ohne Olafs Zustimmung soll Pål Balkisson dann aber Godred geblendet und entmannt haben.

Ragnvald von Man hatte schon zuvor die Gegnerschaft von Olaf gefürchtet. 1218 oder 1219 schloss er Frieden mit der Regierung, die für den minderjährigen englischen König Heinrich III. die Regentschaft führte. Er reiste selbst nach England, huldigte dem König und zahlte Entschädigungen für Überfälle seiner Untertanen auf englische und auf unter englischer Herrschaft stehende Gebiete in Irland. Im November 1220 befahl König Heinrich III. Geoffrey de Marisco, seinem Justiciar of Ireland, Ragnvald bei der Verteidigung seines Reiches zu unterstützen. Um diese Zeit rebellierten mehrere Häuptlinge auf den Hebriden gegen die norwegische Oberherrschaft. Im Frühjahr 1224 befürchtete man am Hof des schottischen Königs Alexander II., dass ein Feldzug des norwegischen Königs Håkon IV. nach Westschottland unmittelbar bevorstand. Da Olaf aber erfolgreich seine Unabhängigkeit gegenüber seinem Bruder verteidigen konnte und dazu dem norwegischen König gegenüber loyal blieb, entfiel die Notwendigkeit eines norwegischen Feldzugs nach Westschottland. Olaf zwang die Häuptlinge der Hebriden, ihm Geiseln zu stellen und ihn im Kampf gegen Ragnvald zu unterstützen. Mit 32 Schiffen landete er bei Ronaldsway auf der Isle of Man. Ragnvald entschloss sich zu Verhandlungen, in denen vereinbart wurde, dass er den Titel des Königs der Isle of Man sowie die Herrschaft auf der Insel nebst einigen Nebeninseln behielt. Die übrigen Besitzungen der Familie auf den westschottischen Inseln sollten aber als unabhängige Herrschaft an Olaf fallen.

Übernahme der Herrschaft auf Man und Sieg über Ragnvald

Der 1224 geschlossene Friede zwischen Ragnvald und Olaf war aber nur von kurzer Dauer, denn Ragnvald verbündete sich nun mit Alan, Lord of Galloway, gegen Olaf. Für 1225 planten sie einen gemeinsamen Feldzug, um Lewis und Skye von Olaf zurückzuerobern. Die Bewohner der Isle of Man weigerten sich aber, gegen Olaf oder gegen die Bewohner der Inseln zu kämpfen, so dass der Feldzug abgebrochen wurde. Dann erhob Ragnvald auf Man eine Abgabe, die ihm 100 Mark einbrachte. Angeblich wollte er diese Summe an den englischen König zahlen. Mit dem Geld reiste er jedoch nach Galloway, wo er die Heirat einer seiner unehelichen Töchter mit Thomas, dem unehelichen Sohn von Alan of Galloway vereinbarte. Wahrscheinlich akzeptierte er dabei auch, die Isle of Man nach seinem Tod an Thomas fallen solle. Als die Bewohner von Man hiervon erfuhren, rebellierten sie gegen Ragnvald und baten vor Ende März 1226 Olaf, die Herrschaft auf der Insel zu übernehmen. Daraufhin kehrte Olaf im selben Jahr nach Man zurück und übernahm kampflos die Herrschaft auf der Insel.

Alan of Galloway konnte den schottischen König überzeugen, dass Ragnvald der rechtmäßige Herrscher der Isle of Man war, so dass er die Zustimmung des Königs erhielt, die Insel zu überfallen. Auch der englische König Heinrich III. unterstützte weiterhin Ragnvald. Angesichts von Ragnvalds schwacher Stellung nach seiner Vertreibung von Man versuchte der englische König 1228, einen Frieden zwischen Ragnvald und Olaf zu vermitteln. Olaf schilderte dem englischen König seine Sicht der Dinge und bat ihn, sich beim schottischen König Alexander II. dafür einzusetzen, dass Alan, Lord of Galloway, der ein Untertan des schottischen Königs war, seine Überfälle auf Man einstellen solle. Im April 1228 wurde Olaf freies Geleit zugesichert, damit er nach England reisen und sich dort mit Ragnvald aussöhnen könne. Ob Olaf diese Reise unternommen hat, ist ungewiss. Noch im selben Jahr, als er auf einer Reise zu seinen Besitzungen auf Lewis und Skye war, griff Ragnvald mit Unterstützung von Alan of Galloway und dessen Bruder Thomas, Earl of Atholl die Isle of Man an. Sie plünderten den Südteil der Insel und ließen eine Besatzung zurück, die von den Bewohnern einen Tribut erheben sollte. Dann kehrte Alan mit seinem Heer nach Galloway zurück. Als Olaf nun nach Man zurückkehrte, flüchtete die Besatzung seines Bruders. Im Winter von 1228 bis 1229 unternahm Ragnvald mit Unterstützung aus Galloway einen weiteren Angriff auf Man. Er zerstörte die Flotte von Olaf, die vor der St. Patrick’s Isle ankerte, zog plündernd über die Insel und blieb etwa 40 Tage lang in Ronaldsway, wo er unter den Bewohnern des Südteils der Insel ein Aufgebot sammelte. Olaf hingegen konnte unter den Bewohnern des Nordteils der Insel ein Aufgebot aufstellen. Am 14. Februar 1229 kam es bei Tynwald zur Schlacht zwischen den beiden Heeren. Olaf blieb siegreich, während Ragnvald auf der Flucht getötet wurde.

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