An diesem Tag

Oasis

Britische Popband

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Oasis [əʊˈeɪsɪs] ist eine britische Band, die im Oktober 1991 gegründet wurde. Sie gilt als die erfolgreichste Vertreterin des Britpop und ist neben ihrer Musik auch bekannt für die Rivalität der Brüder Liam und Noel Gallagher. Die Band hatte bis 2014 weltweit rund 80 Millionen Tonträger verkauft. Zu ihren bekanntesten Songs gehören Live Forever (1994), Whatever (1994), Wonderwall (1995), Don’t Look Back in Anger (1996), Champagne Supernova (1996), D’You Know What I Mean? (1997) und Stop Crying Your Heart Out (2002). Die Gruppe wurde 2009 aufgelöst; seit Juli 2025 ist sie wieder auf Tour.

Zu Beginn der 1990er Jahre bildeten Paul „Bonehead“ Arthurs (Gitarre), Paul „Guigsy“ McGuigan (Bass) und Tony McCaroll (Schlagzeug) gemeinsam mit einem Sänger in ihrer Heimatstadt Manchester die Rockband Rain. Da sie mit dem ihrem Sänger unzufrieden waren, baten sie ihren gemeinsamen Freund Liam Gallagher, diesen zu ersetzen. Gallagher hatte die Schule abgebrochen, übte wechselnde Aushilfsjobs aus und war zu jener Zeit arbeitslos. Als Jugendlicher war er musikalisch dem Hip-Hop zugewandt, vor allem deren Vertretern Run-D.M.C. und Public Enemy. Gallaghers Interesse an Rockmusik war erst kurz zuvor nach einem Konzertbesuch der Stone Roses erwacht, einer der einflussreichsten Bands der „Madchester-Szene.“ Der Auftritt hatte ihn nachhaltig beeindruckt und in ihm den Wunsch entfacht, selbst Rocksänger zu werden. Liam Gallaghers älterer Bruder Noel hatte seit seiner Schulzeit ebenfalls wechselnde Hilfsjobs. Zu dieser Zeit schrieb er bereits Songs, unter anderem die spätere Single Live Forever. Seit 1988 war er Roadie der lokalen Band Inspiral Carpets, bei der er sich zuvor erfolglos als Sänger beworben hatte. Wegen Noels Talent als Songwriter bat ihn Liam, der Band Rain beizutreten. Noel stimmte zu unter der Bedingung, alleiniger Bandleader und Songwriter zu werden. Rain wurde auf Liams Bestreben hin im Oktober 1991 in Oasis umbenannt. Der Name war ihm auf einem Poster aufgefallen und geht auf den Veranstaltungsort eines Konzertes der Stone Roses in Swindon zurück.

Überzeugt von ihren Fähigkeiten und mit der Absicht, berühmt zu werden, tourte Oasis lange Zeit durch kleinere Clubs in Großbritannien. Schließlich wurde bei ihrem Auftritt im Glasgower Club King Tut’s Wah Wah Hut Alan McGee vom Musiklabel Creation Records auf sie aufmerksam und schloss 1993 mit der Band einen Plattenvertrag ab. Nur ein erfolgreicher Einschüchterungsversuch gegenüber dem Clubbetreiber seitens der Band ermöglichte damals diesen richtungsweisenden Auftritt:

Schon die ersten beiden Singles Supersonic und Shakermaker, veröffentlicht im Frühjahr 1994, schafften es auf Platz 31 bzw. 11 der britischen Singlecharts. Sechs Tage bevor die erste Single Supersonic in die Läden kam, starb Kurt Cobain. Gegen den die Rockmusik seit 1991 dominierenden Grunge amerikanischer Provenienz, für den der Nirvana-Frontmann Cobain das Aushängeschild gewesen war, waren die Gallagher-Brüder angetreten, indem sie sich stärker auf die Tradition der britischen Rockmusik bezogen.

Die Single Live Forever, veröffentlicht im Juni 1994, sorgte für den Durchbruch der Band, hielt sich für über ein Jahr in den Charts und erreichte zu Bestzeiten die Top 10. Kurz danach, am 29. August 1994, veröffentlichten Oasis mit Definitely Maybe ihr Debütalbum. Es stieg direkt auf Platz 1 der Charts ein (4. bis 10. September 1994) und erzielte die bis dahin höchsten Verkaufszahlen in der ersten Verkaufswoche eines Debütalbums in Großbritannien. Erst 2006 wurde dieser Rekord von der Rockband Arctic Monkeys und ihrem Debütalbum Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not gebrochen. Auch international verkaufte sich das Album recht erfolgreich, wobei Sony den Vertrieb mit dem neu gegründeten Label Helter Skelter übernahm. Oasis erhielt einen Vertrag über fünf reguläre Studioalben.

1995–1996: (What’s the Story) Morning Glory?

Vor Beginn der Aufnahmen für das zweite Album musste der Schlagzeuger Tony McCaroll die Band verlassen, da Noel Gallagher der Ansicht war, er sei dem neuen Material technisch nicht gewachsen. Er wurde durch Alan White ersetzt. Im Oktober 1995 wurde mit (What’s the Story) Morning Glory? das zweite Album veröffentlicht. In Großbritannien erreichten die Singles Don’t Look Back in Anger und ebenso die Vorabsingle Some Might Say, die die erste Nummer-1-Single wurde, die Spitzenposition der Hitparade – das Album wurde zum schnellstverkauften seit Michael Jacksons Bad. In den USA war es seit Songs of Faith and Devotion von Depeche Mode das erste Album einer britischen Band, das es schaffte, unter die ersten vier der US-Charts zu kommen. Oasis gelang damit auch der internationale Durchbruch.

Zudem erschien auf dem Album mit Wonderwall ein Song, mit dem die Band noch heute besonders verknüpft wird; von Fans der Band und manchen Musikkritikern wurde bisweilen vom perfekten Rocksong oder gar vom besten britischen Song aller Zeiten gesprochen.

Mit (What’s the Story) Morning Glory? wurde vor allem die schwierige Beziehung zwischen den Brüdern Gallagher zum großen Thema der Medien. Außerdem verließ Bassist McGuigan zwischenzeitlich die Band und wurde vorübergehend durch Scott McLeod ersetzt, der im Video zu Wonderwall zu sehen ist. Hinzu kam die Rivalität mit anderen Bands, insbesondere mit Blur, die auch aufgrund ihrer sozialen Herkunft aus der Middle Class eine Art Gegenentwurf zu der „Arbeiterband“ Oasis darzustellen schien. In dem von der britischen Presse hochstilisierten Battle of the Bands mit Blur zogen Oasis mit ihrer Single Roll with It verkaufszahlenmäßig gegenüber Blurs Country House dabei zunächst den Kürzeren. Beide Singles wurden am selben Tag veröffentlicht und belegten daraufhin die ersten beiden Plätze der britischen Singles-Charts. Langfristig waren Oasis aber bald kommerziell erfolgreicher als ihre Rivalen. 1996 spielten Oasis an zwei Abenden in Knebworth. Mehr als 2,5 Millionen Menschen wollten Tickets für diese zwei Open-Air-Konzerte. Die Band stand auf dem Höhepunkt ihrer Karriere.

Im August 1997 veröffentlichte Oasis ihr drittes Album, Be Here Now, das bis heute das am schnellsten verkaufte Album in Großbritannien ist (in der ersten Woche verkauften sich 695.761 Exemplare, was offiziell nur die Verkäufe der ersten drei Tage beinhaltet, denn in der gesamten Woche wurden Schätzungen zufolge beinahe eine Million Exemplare verkauft). Von Fans und Kritik wurde es zunächst vielfach euphorisch begrüßt, doch mehrten sich mit der Zeit die Stimmen, die die Songs insgesamt für zu schwach und das Album für überproduziert und unfokussiert hielten.

Rückblickend gilt Be Here Now daher oft als künstlerischer Misserfolg. Auch Noel Gallagher bestätigte im Rückblick, das Album, entstanden, als die Musiker untereinander zerstritten waren und in großen Mengen Kokain konsumierten, sei von geringer Qualität gewesen. Be Here Now markierte im Rückblick einen Wendepunkt in der Geschichte der Band, die fortan nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen konnte.

2000: Standing on the Shoulder of Giants

Während der Aufnahmen zum vierten Studioalbum verließen sowohl Paul Arthurs als auch Paul McGuigan die Band, und zwei neue Mitglieder wurden aufgenommen: Andy Bell (früher bei Ride und Hurricane #1) und Gem Archer (früher bei Heavy Stereo) traten kurz darauf an die Stelle der beiden ausgeschiedenen Gründungsmitglieder und vollendeten mit den übrigen drei Musikern die Arbeit am Album.

Standing on the Shoulder of Giants wurde im Februar 2000 veröffentlicht. Der Titel ist eine Anspielung auf den durch Isaac Newton bekannt gewordenen Spruch „If I have seen further it is by standing on ye sholders of Giants.“ („Wenn ich weiter als andere sehe, so ist dies der Fall, weil ich auf den Schultern von Riesen stehe.“). Es war das erste Album, bei dem Noel nicht der alleinige Songwriter war. So enthält es das Lied Little James, das von seinem Bruder Liam verfasst wurde. Der Trend, dass auch die übrigen Mitglieder der Band Lieder verfassten, setzte sich in den folgenden Studioalben fort. Obwohl aus Standing on the Shoulder of Giants mit Go Let It Out ein Nummer-eins-Hit in England hervorging, fiel es im direkten Vergleich mit den Vorgängeralben und drei Millionen verkauften Einheiten kommerziell durch.

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