O alte Burschenherrlichkeit ist die erste Zeile (und der spätere Titel) eines in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandenen Studentenliedes, in dem das Studentenleben der Zeit rückblickend aus der Sicht eines bereits Berufstätigen beschrieben wird, der wehmütig an seine Jugendjahre zurückdenkt. Das Lied wurde erstmals 1825 veröffentlicht. Sein Urheber ist unbekannt. Eine im Jahr 1877 selbst reklamierte und in vielen Quellen anerkannte Urheberschaft des Arztes und Burschenschafters Eugen Höfling (1808–1880) ist durch das Auffinden der Erstveröffentlichung widerlegt worden.
Dieser Titel ist aufgrund der Popularität des Liedes im 19. und 20. Jahrhundert zu einem geflügelten Wort geworden, mit dem die Studentenjahre in der besonderen Ausprägung der für Mitteleuropa typischen studentischen Kultur umschrieben werden, wie sie heute noch von Studentenverbindungen gepflegt wird. So findet man diesen Ausdruck als Buchtitel, als Titel von Tonträgern und zwei deutschen Kinofilmen von 1925 bzw. 1930. Auch werden Bilder und Grafiken, die das traditionelle Studentenleben behandeln, gern mit diesem Titel versehen.
Das Lied ist heute fester Bestandteil des von Studentenverbindungen gesungenen Repertoires von Studentenliedern und im Allgemeinen Deutschen Kommersbuch abgedruckt.
Das Lied wurde in den 1920er Jahren ins Schwedische übersetzt: O, gamla klang- och jubeltid („O alte Klang- und Jubelzeit“). Noch heute ist es unter schwedischen Studenten sehr populär. Auch ins Niederländische, Estnische und Lettische wurde es übersetzt, und es wird auch heute noch bei Verbindungsfeiern oft gesungen.
Die Verse drehen sich um Aspekte des Studenten- und Korporationslebens und verklären dieses als frohe und ungebundene Zeit.
Wohin bist du verschwunden? (später auch: entschwunden)
Nie kehrst du wieder, goldne Zeit,
So froh, so ungebunden! (später auch: und ungebunden)
Im Sinne des klassischen Ubi-sunt-Topos wird dann die gute alte Zeit vermisst, die Gegenwart als trist und verzwungen beschrieben.
Ich finde deine Spur nicht mehr.
O quae mutatio rerum (späterer Zusatz: „o welche Veränderung der Dinge“)
Die Refrainwendung O jerum, jerum, jerum leitet sich vom lateinischen Jesu domine ab (vgl. auch o jemine) und ist ein veralteter Ausruf des Erschreckens, der Klage.
Die Frage des Verhaltens zweier auf der Straße aufeinandertreffender Burschen war um 1830 ein in vielen Comments erörtertes Problem. Darauf bezieht sich auch eine Zeile aus dem Lied.
Wo sind sie, die vom breiten Stein
Nicht wankten und nicht wichen […]?
Die vierte Strophe beschreibt die trockenen Tätigkeiten der einstigen Studenten in den klassischen Akademikerberufen Jurist, Lehrer, Feuilletonist, Pfarrer und Arzt.
Der Liedtext im heute üblichsten, vollständigen Wortlaut (4a und 4b sind nur teilweise übliche, spätere Einfügungen):
Nie kehrst du wieder, gold’ne Zeit,