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Novartis

Arzneimittelhersteller

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Die Novartis AG ist ein weltweit tätiger und börsennotierter Biotechnologie- und Pharmakonzern mit Sitz in Basel in der Schweiz. Novartis entstand 1996 aus der damals weltweit grössten Unternehmensfusion der beiden Basler Pharma- und Chemieunternehmen Ciba-Geigy und Sandoz und gehört heute in seiner Branche zu den grössten der Welt.

Die Kernbereiche des Konzerns ist das Erforschen, Entwickeln, Produzieren und Vertreiben von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Die Entwicklung in den Bereichen Kardiologie, Neurologie, Immunologie und Onkologie konzentriert sich auf aktuelle Forschungsergebnisse aus Chemie und chemischer Biologie sowie auf innovative Therapien durch Biotherapeutika und Radioliganden, auf RNA basierende Therapien sowie auf Gentherapie und Zelltherapie.

Neben seinem Sitz in Basel, auch als Novartis Campus bekannt, und fünf weiteren Standorten in der Schweiz hat der Konzern Niederlassungen in 56 Ländern. Insgesamt ist Novartis in 140 Ländern aktiv, wodurch Novartis-Medikamente weltweit über 800 Millionen Menschen erreichen. Die Deutschlandzentrale befindet sich in Nürnberg, ein gleichwertiger Standort befindet sich in München. Der Sitz für Österreich befindet sich in Wien.

Novartis ist an der SIX Swiss Exchange, am Swiss Market Index und an der New Yorker Börse gelistet und wird auf der Liste der Forbes Global 2000 geführt. Das Unternehmen kam Ende 2023 auf einen Börsenwert von 227,74 Milliarden US-Dollar, womit es zu den wertvollsten Unternehmen der Welt und zur Spitze unter den wertvollsten Pharmaunternehmen gehört.

Novartis beschäftigte 2024 rund 76.000 Mitarbeiter weltweit, davon etwa 10.000 in der Schweiz, 2.900 in Deutschland und 5.000 in Österreich. Mit 54,5 Mrd. USD Umsatz im Jahr 2025 ist Novartis auch eines der umsatzstärksten Pharmaunternehmen der Welt und gehört zu den Top 10 unter den 500 grössten Unternehmen in der Schweiz.

Als 1996 die beiden Pharmaunternehmen Ciba-Geigy AG und Sandoz fusionierten entschloss man sich einen neuen Firmennamen zu wählen. Aus dem lateinischen Begriff novae artis für neue (Heil)Künste entstand das Kofferwort Novartis.

Novartis geht auf mehrere Basler Unternehmen zurück, die sich alle im 19. Jahrhundert mit der Produktion von Anilinfarbstoffen aus Teer beschäftigten. Neben dem Rhein, der für Brauchwasser und die Entsorgung der festen und flüssigen Abfälle genutzt werden konnte, waren die Anwesenheit von Färbereien, ein gut ausgebauter internationaler Handel, lokales Kapital und ein ausreichendes Angebot an Arbeitskräften wichtige Standortfaktoren für die Entwicklung der Basler Farbstoffindustrie. Die ersten Chemiker und das Know-how für die Farbstoffherstellung kamen aus Frankreich. Ausser der Roche Holding gehen alle Basler Pharmaunternehmen mit Wurzeln im 19. Jahrhundert auf die Teerfarbenproduktion zurück und fusionierten über mehrere Stufen zu Novartis.

1758 begann Johann Rudolf Geigy-Gemuseus (1733–1793), im Raum Basel mit «Materialien, Chemikalien, Farbstoffen und Heilmitteln aller Art» zu handeln. 1857 richteten Johann Rudolf Geigy-Merian (1830–1917) und Johann Jakob Müller-Pack (1825–1899) ein Farbholz- und ein Farbextraktionswerk am Riehenteich (Rosentalquartier) ein und nahmen zwei Jahre später die Produktion von synthetischem Fuchsin auf.

1901 wurde sein Unternehmen eine Aktiengesellschaft und hiess ab 1914 J. R. Geigy AG. Geigy begann 1935 mit der Produktion von Insektiziden und gründete drei Jahre später eine pharmazeutische Abteilung. Das neue Werk Schweizerhalle wurde errichtet, und der Geigy-Forscher Paul Hermann Müller entdeckte die insektizide Wirkung von DDT, wofür er 1948 den Nobelpreis erhielt. In den 1940er- bis 1960er-Jahren entwickelte Geigy verschiedene Produkte, darunter das Antirheumatikum Phenylbutazon (Butazolidin), Herbizide wie Simazin oder Atrazin, Psychopharmaka wie Imipramin (Tofranil) oder Clomipramin (Anafranil), Bluthochdruckmittel wie das Diuretikum Chlortalidon (Hygroton) oder das Antiepileptikum Carbamazepin (Tegretol; Warenzeichen in Deutschland: Tegretal).

Zu den bedeutenden pharmazeutischen Chemikern der Firma Geigy gehört ab 1948 etwa der Biochemiker, Hygieniker und Bakteriologe Julius Hirsch.

In dieser Zeit wurden Chemieabfälle von Geigy in zahlreichen Deponien der Umgebung entsorgt. Teilweise geben diese noch im 21. Jahrhundert zu reden, da die Altlastensanierung nur ungenügend erfolgt sei, wie beispielsweise bei der Deponie in der französischen Gemeinde Neuwiller.

Alexander Clavel (1805–1873) nahm 1859 die Produktion von Fuchsin in seiner Seidenfärberei in Basel auf. Es war die erste Teerfarbenfabrik auf dem europäischen Kontinent. Umweltauflagen der Stadt zwangen ihn 1864, die Produktion von der Rebgasse in der Kleinbasler Altstadt in eine neu erbaute Fabrik für synthetische Farbstoffe an der Klybeckstrasse zu verlegen. Diese Produktionsstätte verkaufte er 1873 an die neue Bindschedler & Busch, um sich wieder ganz der Seidenfärberei zu widmen. 1884 wurde die Firma in Gesellschaft für Chemische Industrie Basel umbenannt. Deren Abkürzung Ciba wurde so geläufig, dass sie 1945 zum offiziellen Firmennamen erklärt wurde.

Das vom Mülhauser Chemiker Armand Gerber 1864 ursprünglich als Anilinfarbenfabrik A. Gerber & Uhlmann gegründete Anilinfarbenwerk vormals A. Gerber & Cie. wurde 1898 integriert und ergänzte das Fabrikareal an der Klybeckstrasse. 1908 erfolgte die Fusion mit der Basler Chemischen Fabrik mit Werken in Kleinhüningen (Kanton Basel-Stadt) und Monthey (Kanton Wallis). Nach Erzeugnissen wie dem Antiseptikum Vioform oder dem Antirheumatikum Salen um die Jahrhundertwende errichtete Ciba um die 1910er-Jahre Fabriken unter anderem in Clayton (England), Mailand (Italien), Berlin und Russland. 1954 wurde mit der Produktion von Insektiziden begonnen. 1963 kam Deferoxamin (Desferal) zur Behandlung von Eisen- und Aluminiumüberladung in Verbindung mit der Blutkrankheit Thalassämie auf den Markt. Die pharmazeutische Sparte wurde seit der Zeit des Ersten Weltkriegs von Max Hartmann aufgebaut, weitere Chemiker auf diesem Gebiet waren bei der Ciba Rolf Meier, Albrecht Hüni und Albert Wettstein.

Die Ciba Aktiengesellschaft eröffnet auch ein Werk in Wehr (Baden). 1963 begann Ciba mit dem Erwerb von Ilford-Aktien und wurde 1967–1969 schliesslich nach Übernahme der ICI-Anteile Alleinaktionär der britischen Gesellschaft. Damit wurde die Ciba auch zu einem Fotografie-Unternehmen. Ciba förderte und übernahm die Kommerzialisierung des Fernseh-Grossprojektors Eidophor von Edgar Gretener.

Im Jahr 1970 fusionierten Ciba und J. R. Geigy zur Ciba-Geigy GmbH; ab 1992 trat das Unternehmen als Ciba auf.

Von 1970 bis 1996 betrieb Ciba-Geigy ein Werk, die frühere Ultramarinfabriken Carl Leverkus, in Lautertal (Odenwald).

1886 gründeten Alfred Kern (1850–1893) und Edouard Sandoz (1853–1928) das Chemieunternehmen Kern & Sandoz im St.-Johann-Quartier an der Gasstrasse in Basel. Die ersten Farbstoffe, die dort hergestellt worden sind, waren Alizarinblau und Auramin. Nach Kerns Tod wurde 1895 das Partnerunternehmen in die Aktiengesellschaft Chemische Fabrik vormals Sandoz umgewandelt und im gleichen Jahr das fiebersenkende Mittel Phenazon (Antipyrin) hergestellt. 1899 wurde mit der Produktion des Süssstoffes Saccharin begonnen. 1917 begann man unter Arthur Stoll (1887–1971) mit der pharmazeutischen Forschung. Zwischen den Weltkriegen wurden daraufhin Gynergen (1921) und Calcium-Sandoz (1929) auf den Markt gebracht. Seit 1929 stellte Sandoz auch Chemikalien für Textilien, Papier und Leder her, 1939 kamen ausserdem Agrochemikalien dazu. In den 1930er-Jahren wurde das Psychopharmakon LSD entwickelt, das in den 1960er-Jahren wieder zurückgezogen wurde.

Der Aufbau des Werks Schweizerhalle an der Rothaustrasse in Muttenz wurde 1946 begonnen. 1964 wurden erste Auslandsniederlassungen gegründet. 1967 fusionierte Sandoz mit der Wander AG (bekannt für Ovomaltine und Isostar) und übernahm zudem Delmark, Wasa (Knäckebrothersteller aus Schweden) und 1994 Gerber Babynahrung aus den USA.

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