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Norwegen

Staat in Nordeuropa

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Norwegen (norwegisch Bokmål oder Nynorsk ; nordsamisch Norga, südsamisch Nöörje, lulesamisch Vuodna, kvenisch Norja), amtlich Königreich Norwegen bzw. Kongeriket Norge/Noreg, ist ein Staat in Nordeuropa. Das in Skandinavien liegende Königreich Norwegen umfasst neben dem Hauptland die Inselgruppe Spitzbergen sowie die Insel Jan Mayen. Hauptstadt und bevölkerungsreichste Stadt ist Oslo. Das Land liegt im Westen der Skandinavischen Halbinsel und grenzt im Osten an Schweden sowie im Nordosten an Finnland und Russland. Norwegen ist eines der flächengrößeren Länder Europas (8.), aber mit nur 5.627.400 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2026) dünn besiedelt. Der Großteil der Bevölkerung lebt im Süden des Landes.

Durch die im Rahmen des Kieler Friedens geschlossene Vereinbarung zwischen Schweden und Dänemark ging Norwegen im Jahr 1814 von der Union Dänemark-Norwegen in eine Union mit Schweden über. Am 17. Mai 1814 erhielt Norwegen seine eigene Verfassung. Seine heutige Unabhängigkeit erlangte Norwegen schließlich bei der Auflösung der Union mit Schweden im Jahr 1905. Norwegens Staats- und Regierungsform ist eine parlamentarische Monarchie. Das Königreich ist als dezentraler Einheitsstaat organisiert und das Hauptland ist in 15 Fylker unterteilt. Norwegen ist unter anderem Mitglied der NATO, des Nordischen Rates, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) und der Vereinten Nationen. Norwegen ist kein Mitglied der Europäischen Union (EU), aber Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR).

Der Index der menschlichen Entwicklung (HDI) der Vereinten Nationen stuft Norwegen seit vielen Jahren als das weltweit am höchsten entwickelte Land neben der Schweiz ein. Darüber hinaus ist es laut dem Demokratieindex der britischen Zeitschrift The Economist der demokratischste Staat der Welt. Norwegen ist ein sehr wohlhabendes Land; sein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf war 2016 das dritthöchste der Welt. Das Land verfügt zudem über eines der großzügigsten Sozialsysteme der Welt.

Die Bedeutung und Herkunft des norwegischen Landesnamens sind nicht sicher geklärt. Es gibt vor allem zwei Theorien. Die eine postuliert eine Abstammung vom altnordischen norðrvegr, was „Weg nach Norden“ oder „Land nach Norden“ bedeutet. Als zweite Möglichkeit wird eine Herleitung von norvegr betrachtet. Die erste Silbe ginge dabei nicht auf die Himmelsrichtung Norden, sondern auf das Wort nor zurück, das „schmaler oder enger Sund“ bedeutet. Der gesamte Landesname heißt laut dieser Deutung „Land entlang der schmalen Fjorde“.

Die frühesten Nennungen des Landesnamens stammen aus englischen Quellen, so lateinisch Nortuagia um 840, Nort(h)wegia um 900 und Norwegia um 950 sowie altenglisch Norðweg um 880. Die ältesten skandinavischen Nennungen sind nuruiak (Akkusativ, zu lesen als Norwægh) auf einem der Runensteine von Jelling um 980, nuriki (Dativ, zu lesen als Noregi auf dem Kulistein) um 1034 und Nóregr in fünf skaldischen Strophen aus der Periode 970–1070. Unter Sprachwissenschaftlern umstritten ist, ob die älteren, außerhalb von Skandinavien entstandenen Quellen näher an der ursprünglichen Form liegen oder ob sie bei ihrer Anfertigung von einem ausländischen Weltbild beeinflusst worden waren.

Insgesamt hat Norwegen seit einem Beschluss des norwegischen Nationalparlaments, des Stortings, aus dem Jahr 2021 sechs offizielle Namen. In der Kurzform sind diese Norge in der norwegischen Sprachform Bokmål, Noreg in der norwegischen Sprachform Nynorsk, Norga im Nordsamischen, Nöörje im Südsamischen, Vuodna im Lulesamischen und Norja im Kvenischen. Die offiziellen Langformen für das Königreich sind in Bokmål Kongeriket Norge, in Nynorsk Kongeriket Noreg, im Nordsamischen Norgga gonagasriika, im Südsamischen Nöörjen gånkarïjhke, im Lulesamischen Vuona gånågisrijkka und im Kvenischen Norjan kuninkhaanvaltakunta.

Norwegen liegt im westlichen und nördlichen Bereich der Skandinavischen Halbinsel. Das Staatsgebiet des Königreiches umfasst eine Fläche von 385.207 km². Zum Königreich Norwegen gehören neben dem kontinentalen „Hauptland“ (norwegisch Hovedland) die im Nordatlantik beziehungsweise im Nordpolarmeer gelegene Inselgruppe Spitzbergen (Svalbard) mit der Bäreninsel (Bjørnøya) sowie die Insel Jan Mayen. Das Hauptland ohne Spitzbergen und Jan Mayen hat eine Fläche von 323.810 km².

Das Hauptland erstreckt sich zwischen dem 57. und 71. Breitengrad und liegt somit teils nördlich des Polarkreises. Insgesamt nimmt Norwegen eine lange und schmale Form ein. Die Breite des norwegischen Festlandes variiert zwischen zirka 430 Kilometern etwa auf Höhe des Sognefjords und rund 1,7 Kilometern bei der Mündung der Pasvikelva in einen Arm des Varangerfjords in Nordnorwegen. Da sich das Festland weitgehend in südwestlich-nordöstlicher Richtung erstreckt, beträgt die Ost-West-Ausdehnung insgesamt etwa 1160 Kilometer. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt in Luftlinie etwa 1748 km. Das Kap Kinnarodden stellt sowohl den nördlichsten Punkt des norwegischen als auch des europäischen Festlandes dar.

Norwegen hat drei Landgrenzen, die Grenze zu Schweden im Osten sowie im Nordosten die finnisch-norwegische Grenze und die Grenze zu Russland. Insgesamt erreicht die norwegische Landesgrenze eine Länge von etwa 2564 km. Im Norden, Westen und Süden ist das Land von Meer umgeben, wobei sich im Nordosten die Barentssee, im Nordwesten das Europäische Nordmeer, im Westen und Südwesten die Nordsee und im Südosten mit dem Skagerrak die Verbindung zwischen der Nord- und Ostsee befindet. Die norwegische Wirtschaftszone grenzt in der Nordsee an Dänemark im Süden und das Vereinigte Königreich im Westen.

Gebiete, die unter norwegischer Verwaltung stehen, aber nicht ins Königreich Norwegen eingehen, werden im Norwegischen als Biland bezeichnet. Eines dieser abhängigen Gebiete ist die unbewohnte Bouvetinsel (Bouvetøya) im Südatlantik. Des Weiteren werden die Peter-I.-Insel (Peter I Øy) im Südpolarmeer und das Königin-Maud-Land (Dronning Maud Land), ein Sektor des Kontinents Antarktika, von Norwegen beansprucht. Die Hoheit über die als Biland eingestuften Gebiete kann im Gegensatz zu den zum Königreich gehörenden Gebieten ohne eine Änderung der norwegischen Verfassung aufgegeben werden.

Geologie und Landschaftsgliederung

Norwegen gehört zu den am dünnsten besiedelten Ländern Europas. In der Flächenstatistik des Jahres 2025 wurden nur 1,7 % der Gesamtfläche des norwegischen Hauptlandes als bebautes Gebiet und 3,5 % als landwirtschaftlich genutztes Areal ausgewiesen. Zudem wurden 37,8 % der Fläche als Wald, 35,9 % als offenes Festland, 8,7 % als Gebirge oder Geröll, 6,3 % als Süßgewässer, 5,4 % als Moore und 0,8 % als Firn, Eis oder Gletscher eingestuft. Landschaftlich ist Norwegen geprägt durch das Skandinavische Gebirge mit Gebirgsmassiven und kargen Hochebenen, den Fjells. Etwa 20 % des norwegischen Hauptlandes liegen auf einer Höhe von mindestens 900 moh. Die höchste Erhebung Norwegens ist der im Gebirgszug Jotunheimen gelegene Berg Galdhøpiggen mit 2469 moh. Der Beerenberg auf der Insel Jan Mayen ist der einzige aktive Vulkan des Königreiches.

Der Untergrund Norwegens wird grob in vier Bereiche unterteilt. So umfasst der Baltische Schild das während der Zeit des Präkambriums entstandene norwegische Grundgebirge. In der nordostnorwegischen Kommune Sør-Varanger werden die ältesten Gesteine des Landes mit einem Alter von bis zu 2900 Millionen Jahre datiert. Ein weiterer Bereich ist der zum Ende der Periode Silur entstandene kaledonische Gebirgsgürtel. Vor allem in den Regionen Vestlandet und Trøndelag liegt ein während der geochronologischen Periode Devon geschaffener Untergrund vor. Der vierte und jüngste Bereich ist der Oslograben (norwegisch Oslofeltet).

Die heutige Oberflächengeologie ist durch die Vergletscherung in den Kaltzeiten geprägt. Die Gletscher verstärkten die Erosion und schufen unter anderem Trogtäler mit U-förmigem Querschnitt und an der Küste wurden Flusstäler zu Fjorden vertieft. Vor allem an der Westküste entstanden dabei schmale Täler und Fjorde. In Ostnorwegen wurden hingegen breitere Täler geformt. Ebenfalls durch Gletscher oder Eisschilde entstanden viele Binnenseen (siehe Liste), sie sind also Fjordseen. Mit einer Fläche von zirka 369 km² ist der See Mjøsa, an dessen Ufer Städte wie Lillehammer und Hamar liegen, der größte See Norwegens. Der tiefste See ist das Hornindalsvatnet in Møre og Romsdal mit einer Tiefe von 514 Metern.

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