Nintendo K.K. (japanisch 任天堂株式会社, Nintendō kabushiki-gaisha, englisch Nintendo Co., Ltd.) ist ein japanischer Spieleentwickler und Verleger von Videospielen und Hersteller von Spielkonsolen. Ursprünglich als Spielkartenmanufaktur im Jahr 1889 von Fusajirō Yamauchi in Kyōto gegründet, stieg Nintendo in den 1970er Jahren in den Videospielmarkt ein, brachte in den 1980er Jahren mit dem Nintendo Entertainment System seine erste selbst produzierte TV-Videospielkonsole mit wechselbaren Modulen auf den Markt und wurde in den 1990er Jahren zu einem Weltkonzern sowie zum Marktführer für Handhelds. Die Nintendo Switch ist mit fast 156 Millionen verkauften Einheiten die erfolgreichste Handheld-Konsole, die jemals verkauft wurde, sowie die erfolgreichste Konsole des Unternehmens Nintendo.
Nintendo unterhält weltweit sieben Hauptstandorte. Der europäische Hauptstandort des Unternehmens, Nintendo of Europe, befindet sich seit 2014 in Frankfurt am Main, nachdem Nintendo seine Niederlassung in Großostheim aufgab.
Von 1949 bis 2002 stand Hiroshi Yamauchi, der Urenkel des Firmengründers, 53 Jahre lang an der Spitze des Unternehmens und prägte es grundlegend. Ihm folgte als Präsident Satoru Iwata, der den Konzern weiter festigen konnte. 2015 starb Iwata unerwartet nach kurzer Krankheit und der Konzern wurde übergangsweise von Shigeru Miyamoto und Genyo Takeda vertreten. Nach einer kurzen Amtszeit von Tatsumi Kimishima ist seit dem 28. Juni 2018 Shuntarō Furukawa der sechste Präsident des Unternehmens.
Weltbekannt ist Nintendo für seine Handheld-Konsolen wie den Game Boy oder den Nintendo DS, seine stationären Spielkonsolen wie das Nintendo Entertainment System (abgekürzt NES) oder die Wii und die hybriden Spielkonsolen Nintendo Switch und Nintendo Switch 2. Figuren aus The Legend of Zelda und Donkey Kong werden mit Nintendo identifiziert. Die Hauptfigur aus dem Super-Mario-Franchise wurde das Maskottchen des Konzerns. Weiterhin ist Nintendo für die Spielserie Metroid und das Pokémon-Franchise bekannt.
Insgesamt wurden bis 2023 weltweit über 850 Millionen Spielkonsolen von Nintendo verkauft, für die zusammengenommen mehr als 5,75 Milliarden Spiele verkauft wurden.
Nintendos verbliebene Hauptkonkurrenten sind Sonys PlayStation und Microsofts Xbox. Den Wettbewerb mit Nintendo gab Sega nach seiner Dreamcast bereits Ende der 1990er Jahre auf und veröffentlichte später Spiele auf den Nintendo-Konsolen. Nintendos Konkurrenten erwiesen sich oft als technisch überlegen, jedoch legte der Konzern schon seit Beginn seines Konsolengeschäfts seinen Schwerpunkt auf attraktive, familienfreundliche Software, die zusammen mit vergleichsweise günstiger Hardware erworben werden kann.
Der Name „Nintendo“ besteht aus den drei Schriftzeichen 任 nin für „Pflicht, Aufgabe, Verantwortung“; 天 ten für „Himmel“ und 堂 dō für „Tempel, Halle“. Nintendo selbst übersetzt den Namen mit „Lege das Glück in die Hände des Himmels“.
Am 23. September 1889 wurde Nintendo von Fusajirō Yamauchi gegründet. Zu Beginn produzierte das Unternehmen zunächst ausschließlich die traditionellen japanischen Hanafuda-Spielkarten. Nintendo wurde in diesem Segment schnell Marktführer in Japan.
Fusajirō Yamauchi ging 1929 in den Ruhestand und überließ Nintendo seinem Schwiegersohn Sekiryō Yamauchi, der ursprünglich Sekiryō Kaneda hieß, nach Aufforderung durch Fusajirō aber den Namen Yamauchi annahm. Er benannte das Unternehmen in Yamauchi Nintendō (合名会社山内任天堂, Gōmei-gaisha ~, „Yamauchi-Nintendō OHG“) um. Um den Vertrieb der Hanafuda-Karten im Ausland zu ermöglichen, gründete Sekiryō Yamauchi im Jahr 1947 eine neue Gesellschaft, die K.K. Marufuku (株式会社丸福, „Marufuku AG“) – ab 1949 K.K. Marufuku Karuta Hanbai (株式会社丸福かるた販売, „Kartenspielvertrieb Marufuku AG“) und ab 1950 Nintendō Karuta K.K. (任天堂かるた株式会社, „Nintendō-Spielkarten AG“). 1951 wurde die Kartenproduktion von Yamauchi Nintendō mit dem Vertrieb von Nintendō Karuta zum Unternehmen Nintendō Koppai K.K. (任天堂骨牌株式会社, engl. Nintendo Playing Card Co., Ltd.) zusammengelegt.
Wegen zurückgehender Umsätze und des schlechten Images der Hanafuda-Karten orientierte sich Nintendo unter Yamauchi neu. So wurde ein Vertrag mit Disney über die Vermarktung von Spielkarten mit Disney-Motiven ausgehandelt. Um weitere Firmenzweige aufzubauen, experimentierte Nintendo zwischenzeitlich auch mit Instant-Reis und der Gründung eines Taxiunternehmens, besann sich jedoch schließlich wieder auf sein Kerngeschäft. 1963 benannte Hiroshi Yamauchi das Unternehmen in Nintendō K.K. (任天堂株式会社, engl. Nintendo Co., Ltd.) um.
Nach dem Eintritt Gunpei Yokois im Jahr 1969 begann Nintendo damit, neben den Karten auch anderes Spielzeug herzustellen. Dazu gehörten die bekannte Ultra-Hand, aber auch Liebestest-Automaten. Nintendo verkaufte von erstgenanntem Spielzeug rund 1,2 Millionen Exemplare. Im Laufe der Zeit produzierte Nintendo mit unterschiedlichem Erfolg noch weitere Spielzeuge.
Zu Beginn der 1970er-Jahre widmete Nintendo sich dem entstehenden Markt für Videospiele. Neben der Herstellung von Arcade-Spielen versuchte sich Nintendo auch früh mit fernsehbasierten Kopien amerikanischer Spielkonsolen, die ohne austauschbare Module auskamen.
Die ersten Konsolen von Nintendo wurden im Juni 1977 ausschließlich in Japan unter den Namen Color TV Game 6 und Color TV Game 15 auf den Markt gebracht. Es folgten fünf weitere Konsolen, der Racing Game Color TV 112, das Color TV Game Block Kuzushi, die sehr unbekannte Variante Color TV Game Stuck Monushi und das Computer- und TV-Game. Da es Nintendo zu teuer war, Mikroprozessoren selbst herzustellen, kaufte es diese vom Unternehmen Mitsubishi. Diese Konsolen waren ein kleiner Erfolg und ließen das Unternehmen in diesem Marktsegment bekannter werden.
Durch diesen Erfolg ermutigt, begann Hiroshi Yamauchi mit seiner Tochter und seinem Schwiegersohn Minoru Arakawa eine Expansion in die USA, mit dem Ziel, dort eine Tochtergesellschaft aufzubauen. Nintendo of America wurde schließlich 1979 gegründet. Ursprünglich wurde das Hauptquartier in New York City im Bundesstaat von New York errichtet, wurde aber 1982 nach Redmond in der Nähe von Seattle verlegt.
1980 wurden die von Gunpei Yokoi entwickelten Nintendo Game & Watches herausgebracht. Die kleinen elektronischen Spielgeräte, die auch in kleinen Taschen Platz fanden, wurde weltweit ein großer Erfolg. Heute werden bestimmte Versionen der Game & Watches unter Sammlern zu Preisen von 500 Dollar oder mehr verkauft. 1981 erschien mit dem Arcade-Spiel Donkey Kong das erste Spiel des heute weltbekannten Spieledesigners Shigeru Miyamoto.
1983 baute Nintendo eine weitere Niederlassung und gründete ein Tochterunternehmen in Vancouver, Kanada. Im gleichen Jahr konnte Nintendo of America den Umsatz auf 10 Millionen US-Dollar steigern. Im Juli 1983 ging Nintendo in Tokio an die Börse.
Im Jahr 1983 brachte Nintendo in Japan den Nintendo Family Computer (kurz Famicom) heraus, welcher ab 1985 auch in Amerika und Europa unter dem Namen Nintendo Entertainment System (kurz NES) vermarktet wurde. Auf diese Idee war Yamauchi durch den Erfolg der amerikanischen Spielekonsole VCS 2600 von Atari gebracht worden. Sein Ziel war eine Konsole, basierend auf dem amerikanischen Prinzip, aber günstig im Verkauf anzubieten, die durch austauschbare Module niemals langweilig werden sollte.
Zusammen mit dem NES wurde auch der Grundstein für anhaltend erfolgreiche Spieleserien gelegt; Metroid, Super Mario Bros. und The Legend of Zelda feierten ihre Debüts auf dem NES und verkauften sich millionenfach. Auch die Konsole war ein großer Erfolg, durch den es sogar zu Engpässen bei Prozessoren kam.