Nils Petersen (* 6. Dezember 1988 in Wernigerode) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Er beendete nach Abschluss der Saison 2022/23 seine Profi-Karriere beim Bundesligisten SC Freiburg und ist mit 34 Toren nach Einwechslung Rekord-Joker der Bundesliga.
In der Jugend wurde Petersen in seinem Geburtsort Wernigerode beim FC Einheit und danach in Halberstadt beim VfB Germania fußballerisch ausgebildet. Später besuchte er das Sportgymnasium in Jena, spielte dort in der Jugendmannschaft und verließ das Internat im Sommer 2008, nachdem er das Abitur abgelegt hatte.
Im Februar 2005 nahm ihn der FC Carl Zeiss Jena, damals in der Oberliga Nordost, unter Vertrag. Im Januar 2007 rückte er in die inzwischen in die 2. Bundesliga aufgestiegene erste Mannschaft auf, nachdem er zuvor schon in der Oberliga-Reserve gespielt hatte. Am 4. Februar 2007 (20. Spieltag) gab er sein Profidebüt bei der 0:1-Niederlage im Auswärtsspiel gegen den 1. FC Köln, als er in der 89. Minute für Mohammed El Berkani eingewechselt wurde. In der darauf folgenden Spielzeit erzielte er als Einwechselspieler in der Hinrunde entscheidende Tore in den Spielen gegen Alemannia Aachen, den FC Erzgebirge Aue und den 1. FC Kaiserslautern. Den Abstieg aus der Zweitklassigkeit konnten die Jenaer aber nicht verhindern, so dass Petersen 2008/09 in der 3. Liga auflief.
In der Winterpause der Saison 2008/09 wechselte er zum Bundesligisten Energie Cottbus, für den er am 23. Mai 2009 (34. Spieltag) beim 3:0-Sieg im Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen sein Erstligadebüt gab, als Trainer Bojan Prašnikar ihn in der 84. Spielminute für Stiven Rivić einwechselte. Nach den anschließend verlorenen Relegationsspielen gegen den 1. FC Nürnberg stieg der Verein in die 2. Bundesliga ab. In der Saison 2009/10 kam er in der Hinrunde kaum zum Einsatz; erst in der Rückrunde wurde er Stammspieler und erzielte neun Tore in 14 Einsätzen. In der Saison 2010/11 erzielte er an den ersten fünf Spieltagen sieben Tore. Am Ende der Saison wurde er mit 25 Toren Torschützenkönig der 2. Bundesliga. Im Februar 2011 verlängerte der von vielen Bundesligisten umworbene Angreifer seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2014.
Trotz laufenden Vertrages wechselte Petersen zur Saison 2011/12 zum FC Bayern München. Beim Rekordmeister unterschrieb er einen bis zum 30. Juni 2014 gültigen Vertrag und erhielt das Trikot mit der Rückennummer 9. Sein erstes Bundesligaspiel für die Münchner bestritt er am 7. August 2011 (1. Spieltag) bei der 0:1-Niederlage im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach, als er in der 76. Minute für Jérôme Boateng eingewechselt wurde. Am 10. September 2011 (5. Spieltag) erzielte er beim 7:0-Sieg im Heimspiel gegen den SC Freiburg mit dem Treffer zum Endstand in der 90. Minute sein erstes Bundesligator.
Nachdem der FC Bayern München zur Saison 2012/13 mit Claudio Pizarro und Mario Mandžukić zwei weitere Konkurrenten für Mario Gómez verpflichtet hatte, wurde Petersen am 29. Juni 2012 für eine Saison an Werder Bremen ausgeliehen, um ihm Spielpraxis zu geben. Gleichzeitig wurde seine Vertragslaufzeit beim FC Bayern bis zum 30. Juni 2015 verlängert. Für Werder Bremen bestritt Petersen in der Saison 2012/13 alle 35 Pflichtspiele des Vereins und erzielte elf Bundesligatore. Wenige Tage vor Saisonende wurde er schließlich fest verpflichtet; er unterschrieb einen bis zum 30. Juni 2017 laufenden Vertrag.
Nachdem Petersen in der Hinrunde der Saison 2014/15 unter Bremens neuem Trainer Viktor Skripnik nur noch als Ersatzspieler zum Einsatz gekommen war, wechselte er für die Rückrunde auf Leihbasis bis zum Saisonende zum Ligakonkurrenten SC Freiburg. Bei seinem Debüt am 31. Januar 2015 (18. Spieltag) erzielte er beim 4:1-Sieg im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt – nach Einwechslung für Julian Schuster zur zweiten Halbzeit – einen lupenreinen Hattrick. Es war in der Bundesliga der erste Hattrick eines Freiburger Spielers und der erste Dreierpack nach Uwe Wassmer, der am 27. November 1993 im Spiel gegen Bayern München ebenfalls drei Tore erzielt hatte. In der Rückrunde erzielte Petersen in zwölf Spielen neun Tore; der SC Freiburg stieg in die 2. Bundesliga ab. Petersen bekannte sich dennoch zum SC Freiburg, der ihn dauerhaft an sich band.
Nachdem Petersen in der Vorbereitung auf die Saison 2015/16 kein Tor erzielt hatte, erzielte er zum Saisonauftakt am 27. Juli beim 6:3-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg innerhalb von fünf Minuten einen weiteren lupenreinen Hattrick (davon zwei Tore durch Strafstoß). Am 1. August 2015 (2. Spieltag) war er der Siegtorschütze zum 1:0 im Auswärtsspiel beim TSV 1860 München. Eine Woche später schoss er die ersten vier Tore im DFB-Pokal-Spiel gegen Barmbek-Uhlenhorst; Endstand 5:0 (2:0) für den SC Freiburg. Am 29. Spieltag beim 4:3-Erfolg gegen den FC St. Pauli führte Petersen den SC Freiburg erstmals als Kapitän aufs Feld, nachdem Schuster verletzungsbedingt ausfiel, Mensur Mujdža nicht von Beginn an spielte und Nicolas Höfler gelbgesperrt war. Petersen erzielte insgesamt 21 Tore in der zweiten Liga, womit er den zweiten Platz in der Torschützenliste belegte. Am Saisonende stieg er mit dem SC Freiburg als Meister umgehend wieder auf.
Am 15. Spieltag der Saison 2017/18 gegen den 1. FC Köln gelangen Petersen nach einem 3:0-Rückstand drei Treffer, darunter durch einen Elfmeter in der Nachspielzeit der Siegtreffer zum 3:4-Endstand. Am 16. Spieltag beim 1:0-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach lief Petersen erstmals in der Bundesliga als Kapitän auf, nachdem Schuster verletzt war und der stellvertretende Kapitän Mike Frantz nicht von Beginn an spielte. Petersen erzielte insgesamt 15 Treffer in 32 Spielen und wurde der beste deutsche und nach Robert Lewandowski insgesamt zweitbeste Torschütze.
Mit seinem 38. Erstliga-Treffer für die Breisgauer wurde Petersen am 18. Spieltag der Saison 2018/19 alleiniger Freiburger Bundesliga-Rekordtorschütze und löste Papiss Demba Cissé ab.
Insgesamt erzielte Petersen 69 Tore in der Bundesliga und blieb bis Dezember 2025 Bundesliga-Rekordtorschütze, ehe er durch Vincenzo Grifo abgelöst wurde.
Mit seinem 83. Pflichtspieltor für Freiburg zog Petersen am 18. Spieltag der Saison 2019/20 mit dem vereinsinternen Rekordschützen, dem Ex-Spieler und Ex-Bundestrainer Joachim Löw, gleich und brach dessen Rekord einen Spieltag später. Insgesamt erzielte Petersen 105 Pflichtspieltore für den SC Freiburg. Im März 2026 erzielte Grifo sein 106. Pflichtspieltor und löste Petersen auch in dieser Kategorie als Rekordtorschütze ab.
Im April 2022 verlängerte er seinen Vertrag in Freiburg. Im darauffolgenden Spiel des 28. Spieltags der Saison 2021/22 erzielte er gegen den FC Bayern München sein 100. Pflichtspieltor für die Breisgauer.
Am 29. März 2023 gab Petersen bekannt, seine Profikarriere am Ende der laufenden Saison beenden zu wollen. Am 19. Mai 2023 wurde er schließlich vor der Bundesligapartie gegen den VfL Wolfsburg, gemeinsam mit dem Franzosen Jonathan Schmid, feierlich verabschiedet. Im Spiel selbst traf er 15 Minuten vor Schluss ein letztes Mal in seinem letzten Heimspiel seiner Karriere.
Für die U-19-Nationalmannschaft bestritt Petersen vier Länderspiele und erzielte zwei Tore, eines davon während der U-19-Europameisterschaft 2007 beim 3:2-Sieg über die russische Auswahl. Es folgten drei Einsätze für die U-20- und zwei für U-21-Nationalmannschaft. Für letztere debütierte er am 11. August 2009 in Kiew bei der 1:3-Niederlage gegen die Auswahl der Türkei im Spiel um den Lobanovskiy-Pokal.
Im Juli 2016 wurde Petersen von Horst Hrubesch in den Kader für das olympische Fußballturnier in Rio de Janeiro berufen. Sieben Jahre nach seinem letzten U-21-Spiel erhielt er einen der drei Plätze im Team, die für über 23-jährige Spieler reserviert sind und beim DFB anders als bei anderen Verbänden üblicherweise an Spieler gehen, die nicht die Perspektive für die A-Nationalmannschaft haben. Beim 10:0-Sieg im Gruppenspiel gegen Fidschi traf er fünf Mal und wurde zum Spieler des Spiels ernannt. Im Halbfinale gegen Nigeria erzielte er nach seiner Einwechslung den Treffer zum 2:0-Endstand. Mit sechs Toren wurde er Torschützenkönig der Spiele und gewann mit Deutschland die Silbermedaille. Im Finale wurde er in der 76. Minute eingewechselt und verschoss im Elfmeterschießen den entscheidenden Elfmeter. Am 1. November 2016 wurde ihm zusammen mit der Olympia-Fußballmannschaft das Silberne Lorbeerblatt verliehen.