Die Nikon Corporation (jap. 株式会社ニコン, Kabushiki-gaisha Nikon) ist ein japanischer Hersteller von Fotoapparaten, Objektiven und anderen optischen Geräten wie Mikroskopen, Ferngläsern und Steppern. Seit 1917 stellt Nikon optische Gläser her, seit 1925 Objektive. Mit einem Weltmarktanteil von 18,6 Prozent (2019) bei digitalen Kameras ist Nikon nach Canon und Sony die Nummer drei der bedeutendsten Kamerahersteller. Hauptsitz des Unternehmens ist Tokio.
Auf dem europäischen Markt ist Nikon seit etwa 1961 aktiv vertreten, als die Nikon AG Switzerland in Zürich gegründet wurde. Das Unternehmen zählt zu den weltweit bedeutendsten Unternehmen für Fototechnik.
Die Unternehmensgeschichte geht zurück bis auf das Jahr 1917, in dem sich die drei Unternehmen Tokyo Keiki Seisaku Sho, Iwaki Glass Manufacturing und Fujii Lens Seizo Sho am 25. Juli zur Nippon Kogaku Kogyo Kabushiki Kaisha (kurz: Nippon Kogaku K. K.; etwa Japanische Optische Technik AG) zusammenschlossen. Die Fusion wurde von dem Konzern Mitsubishi unterstützt, zu dem Nikon auch heute noch gehört. 1988 benannte sich das Unternehmen von Nippon Kogaku K. K. in K. K. Nikon um (englisch Nikon Corporation).
Seit den 1990er Jahren hat Nikon ein Werk in Thailand nördlich der Hauptstadt Bangkok. 2011 fertigte Nikon dort 60 % der Spiegelreflexkameras und 90 % der Objektive. Ende 2020 wurde die Kamerafertigung vollständig nach Thailand verlagert, in Japan werden seitdem nur Einzelteile hergestellt.
Nikon arbeitet inzwischen auch im Bereich Medizintechnik und Robotik. 2024 übernahm Nikon den US-amerikanischen Cine-Kamerahersteller RED.
Zu den Produkten von Nikon gehören Digitalkameras, Nikkor-Objektive sowie die Nikonos-Unterwasserkameras.
1932 stellte das Unternehmen das erste Kameraobjektiv unter der Bezeichnung Nikkor vor; diese Produktbezeichnung wurde bis heute beibehalten.
1946 entstand aus dem Unternehmensnamen Nippon Kogaku K. K. der Produktname Nikon.
Die erste Kamera mit dem Namen Nikon war die am 7. März 1948 vorgestellte Messsucherkamera Nikon I, die der Contax II aus Deutschland nachempfunden war und auch deren Bajonettanschluss hatte, jedoch mit Abweichungen in der Steuerkurve, welche bei längeren Brennweiten zum Tragen kommen, und dem ungewöhnlichen Bildformat 32 mm × 24 mm. Seinen internationalen Ruf begründete Nikon mit dem weitgehend baugleichen Nachfolgemodell Nikon M, das von 1949 bis 1950 angeboten wurde. Der eigentliche Durchbruch gelang dann mit der auch offiziell für den Export produzierten Nikon S (1950–1955). Die Nikon S2 (ab Ende 1954) hatte als erste Nikon das heute übliche Bildformat 36 mm × 24 mm. Die von 1957 bis 1965 gefertigte Nikon SP wies eine professionelle Ausstattung auf (Anschluss für einen Filmtransportmotor, Einspiegelung von vier verschiedenen Brennweiten).
Bei der vereinfachten Version, der von 1958 bis 1961 gebauten Nikon S3, musste man auf die umschaltbaren Rahmen im Sucher verzichten. 1959 folgte noch die weiter vereinfachte S4 und 1960 die motorisierbare Halbformatkamera (24 mm × 18 mm) S3M. Mit der Einstellung der Produktion des Profi-Modells SP im Jahre 1965 wurde die Herstellung der Nikon-Messsucherkameras vorläufig beendet. Im Jahr 2000 wurde ein modifiziertes Modell der Nikon S3 und im Jahr 2005 eine modernisierte Version des Spitzenmodells Nikon SP erneut aufgelegt und verkauft.
Wesentlich zum Erfolg der Messsucherkameras trugen deren innovative Objektive bei. Sie fanden vielfach auch an den Contax-Kameras Verwendung und wurden auch mit Schraubanschlüssen für die Leica-Kameras hergestellt. Nikons Nikkor-Objektive wurden besonders durch den US-Fotografen David Douglas Duncan (DDD) bekannt gemacht. Duncan arbeitete während des Koreakrieges in Tokyo. Dort lernte er durch den jungen japanischen Fotografen Jun Miki Nikkor-Objektive kennen. Von Juli 1950 bis Januar 1951 dokumentierte er als Fotojournalist mit Nikkor-Objektiven für das Schraubgewinde M39 den Koreakrieg. Hervorragende Ergebnisse verstärkten das Interesse an Produkten von Nippon Kōgaku. DDD erwarb die Schraub-Nikkore 1,5/50, 2/85 und 3,5/135 für seine Leica. Besonders das 85er-Objektiv überzeugte in seiner Abbildungsqualität. Duncan wurde mit den in seinem ersten Buch „This Is War! A Photo Narrative of the Korean War.“ veröffentlichten und mit Nikkor-Objektiven aufgenommenen Bildern weltberühmt. Duncan unterstützte Nikon weiterhin und erhielt 1965 von der Firma in Anerkennung der durch ihn erfolgten Popularisierung und seiner Verwendung von Nikon-Produkten die zweihunderttausendste Nikon F überreicht.
Nikon bot zu den Messsucherkameras auch einen Spiegelkasten an, mit dessen Hilfe auch langbrennweitige Teleobjektive (bis zu 1000 mm), Makroobjektive oder Mikroskope direkt durch das Objektiv fokussiert werden konnten. Die Kameras der Nikon S-Serie wurden damit zu Spiegelreflexkameras, waren dadurch aber unhandlich und schwer zu bedienen.
1959 wurde Nikons erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera (SLR-Kamera), die Nikon F, vorgestellt; die Wechselobjektive wurden mit F-Bajonett ausgestattet, das nach dem Nikon-Chefingenieur Fuketa benannt wurde, der ab 1958 die Entwicklung der F-Serie leitete. Eine erste Modifikation dieses Objektivbajonetts erfolgte 1977 mit der Einführung der AI-Kupplung, eine zweite 1982 mit der Einführung des AI-S-Typs. An die erste Nikon F können alle danach gebauten Nikon-Objektive (und Fremdobjektive mit F-Bajonett) angeschlossen werden und umgekehrt auch ältere Nikon-Objektive an neuere Kameras, es müssen teils jedoch Funktionseinschränkungen in Kauf genommen werden.
Auf die Nikon F folgt nach 11 Jahren Bauzeit 1971 die technisch sehr ähnliche Nachfolgerin Nikon F2. Man spricht jetzt von der Nikon-F-Serie. 1980 wurde sie von der Nikon F3 abgelöst. Erstmals ist der Belichtungsmesser fest eingebaut, der Verschluss wird nun elektronisch gesteuert, überdies wird eine Zeitautomatik angeboten. Obwohl viele Profis der Elektronik zunächst skeptisch gegenüberstanden, konnte diese doch überzeugen. Die F3 sieht man auch heute noch im Einsatz.
1983 stellte Nikon mit der FA die erste SLR-Kamera der Welt mit Mehrfeldmessung (Vorläufer der heutigen Matrixmessung) vor. Im selben Jahr wurde Nikons erste Autofokus-Spiegelreflexkamera vorgestellt, die F3AF. Sie verwendete spezielle Objektive mit eingebautem AF-Motor, wurde jedoch nicht in großen Stückzahlen verkauft.
1985 brachte Minolta die 7000 AF und die 9000 AF auf den Markt, die den AF-Motor im Gehäuse hatten. Die Nikon F-501, die 1986 auf den Markt kam, war Nikons erste Autofokus-Spiegelreflexkamera mit im Kameragehäuse integriertem AF-Motor. Sie basierte konstruktiv auf der ein Jahr zuvor erschienenen Nikon F-301, der ersten Nikon-Spiegelreflexkamera mit eingebautem Motorantrieb, der platzsparend in der Filmaufwickelspule untergebracht war. Anders als manch anderer Hersteller entschied sich Nikon für die Beibehaltung des F-Bajonetts, so dass auch die manuellen Objektive ohne Adapter weiterverwendet werden konnten. In der professionellen F-Serie fand die AF-Technik dann 1988 in der F4 Anwendung, auf die dann 1996 die F5 folgte.
1999 kam die F100 auf den Markt – eine um einige Funktionen reduzierte F5, auf der auch Nikons erste digitale Profi-SLR-Kamera D1 basiert, die weiterhin das F-Bajonett verwendet. Vorläufer der D1 war eine Serie von Profi-Digital-Kameras, die Kodak seit Anfang der 1990er Jahre auf der Basis verschiedener Bodys von Nikon (und einiger anderer Hersteller) – zuletzt auf der Basis der F5 und F80 – unter dem Namen Kodak DCS entwickelte.
1996 machte Nikon mit der Baureihe Pronea auch einen Versuch, mit einer Spiegelreflexkamera im APS-Format im Markt Fuß zu fassen. Da dieses jedoch nach wenigen Jahren von der digitalen Fotografie gewissermaßen überholt wurde, stellte Nikon diese Serie schon Anfang der 2000er Jahre wieder ein.