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Nikolaus Brass

Deutscher Komponist

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Nikolaus Brass (* 25. Oktober 1949 in Lindau (Bodensee)) ist ein deutscher Komponist.

Frühzeitig begann Nikolaus Brass bereits zu komponieren. Nach dem Abitur 1968 absolvierte er in München, Schottland und an der Freien Universität Berlin ein Medizinstudium. Er war als Arzt und medizinisch-technischer Redakteur tätig.

Komposition studierte er bei Peter Kiesewetter in München, bei Frank Michael Beyer an der Universität der Künste Berlin und bei Helmut Lachenmann in Hannover. 1980–86 nahm er an den Darmstädter Ferienkursen teil. Dort begegnete er Morton Feldman, der sein weiteres musikalisches Denken und Schaffen nachhaltig beeinflusste.

Lange Jahre arbeitete Brass als Mediziner – zunächst als Klinikarzt, ab 1982 als Redakteur der Fachzeitschrift Ärztliche Praxis – und parallel als Komponist. Die „konkrete Konfrontation mit der existenziellen Zerbrechlichkeit des menschlichen Daseins, mit Aufbruch und Glück, aber auch Schmerz, Siechtum und Tod fungierte wie ein Kompass bei der Suche nach Ausdruck.“

Charakteristisch für seine Musik wurden „fließende Zeitprozesse, Fragen von Ordnung und Störung, das […] Abtasten der akustischen Außenfläche nach dem, was sie als Widerhall in sich birgt sowie Aspekte der menschlichen Existenz“ in einem „permanenten Kreisen von Verlieren und Wiederfinden.“

Seit 1981 werden Brass’ Werke regelmäßig auf Festivals aufgeführt. 2008 stand sein Schaffen im Mittelpunkt der Internationalen Weingartener Tage für Neue Musik.

Seine Kompositionen Void (für Klavier) und Void II (für Soli und Orchester) – so benannt nach den Voids, den „leeren Stellen“ im Jüdischen Museum Berlin, die an den Verlust von Leben, Kultur und Erinnerung durch die Schoa gemahnen – wurden 2009 bei den Klangwerktagen in Hamburg einer Gemeinschaftskomposition von Jugendlichen, die sich mit demselben Thema auseinandergesetzt hatten, gegenübergestellt. In einem begleitenden Podiumsgespräch diskutierten der Architekt des Jüdischen Museums, Daniel Libeskind, und Nikolaus Brass über Formen des Gedenkens in Architektur und Musik.

2014 wurde er als in die Bayerische Akademie der Schönen Künste berufen und ist seit 2021 Direktor der Abteilung Musik.

2017 wurde er als ordentliches Mitglied der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften in die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste berufen.

Nikolaus Brass ist der Vater des Singer-Songwriters Jacob Brass.

1981 Preis beim Jürgen-Ponto-Kompositionswettbewerb (für das Streichtrio Morgenlob)

1999 Musikförderpreis der Landeshauptstadt München

2009 Musikpreis der Landeshauptstadt München (Laudatio: Reinhard Schulz; vorgelesen von Jürgen Jung, Bayerischer Rundfunk)

2015 Sudetendeutscher Kulturpreis für Musik

2019 Kulturpreis der Stadt Lindau

memory (2012?). Musiktheater-Nucleus, für Butoh-Tanz und Gesang. UA 8. Mai 2012 München (13. Münchener Biennale; Gasteig, Foyer vor dem Carl-Orff-Saal; Christian Stübner [Butoh-Tanz], Andreas Fischer [Bass], Choreographie: Stephan Marria Marb, Regie: Nikolaus Brass und Birgitta Trommler)

Traumrede (1981) für 4 Singstimmen (Vokalquartett: Sopran, Alt, Tenor, Bass). Texte: Hoheslied (deutsch von Martin Luther), Friedrich Hölderlin (Brod und Wein), Paul Celan (Ägypten; Corona). Dauer: 20’. UA 12. September 1981 Amsterdam (Stedelijk Museum; Schola Cantorum Stuttgart: Barbara Miller, Monika Bair-Ivenz, Wolfgang Isenhardt, Manfred Ackermann). Konzertmitschnitt (Radio France). Produktion 1981 SDR (Schola Cantorum Stuttgart, Leitung Clytus Gottwald). CD 1994 (Cadenza / Bayer Records [Atelier Schola Cantorum, Vol. 7])

Rose-Ausländer-Lieder (1986) für 4 Frauenstimmen. Texte: Rose Ausländer (aus Im Atemhaus wohnen : Das Schönste; Mein Haus; Hinter den Wänden). Dauer: ~8’. UA 4. November 1987 Stuttgart (Planetarium; Ensemble <belcanto>, Leitung: Dietburg Spohr). CD (Koch-Schwann / Aulos 3-1386-2)

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