Niklas Süle (* 3. September 1995 in Frankfurt am Main) ist ein ehemaliger deutscher Profi-Fußballspieler. Nach mehreren Jahren bei der TSG 1899 Hoffenheim und dem FC Bayern München spielte der Innenverteidiger von 2022 bis 2026 für Borussia Dortmund. Von 2016 bis 2023 war Süle für die A-Nationalmannschaft aktiv und gewann mit ihr 2017 den Confed-Cup.
Seit 2026 spielt er im Amateurbereich.
Süles Familie stammt väterlicherseits aus Ungarn. Sein Großvater György wanderte mit seiner Frau aus der ungarischen Hauptstadt Budapest nach Deutschland aus. Sein Vater Georg ist in Deutschland geboren, besaß bis zu seinem 16. Lebensjahr aber neben dem deutschen auch den ungarischen Pass. Niklas Süle wurde 1995 in Frankfurt am Main geboren, seine Eltern trennten sich, als er vier Jahre alt war; er hat einen ebenfalls fußballbegeisterten, drei Jahre älteren Bruder. Wegen seines Nachnamens, der dem türkischen Namen Süleyman ähnelt, erhielt Süle einmal eine Anfrage von Vertretern des türkischen Fußballverbandes, die ihn für türkischstämmig hielten.
Parallel zu seiner Fußballkarriere erlangte Süle an der Kraichgau-Realschule Sinsheim die Mittlere Reife. Hierbei wurde er von Lehrern der Initiative Anpfiff ins Leben unterstützt.
Süle begann bei Rot-Weiß Walldorf mit dem Fußballspielen und wechselte zehnjährig in die Jugendabteilung von Eintracht Frankfurt, für die er drei Spielzeiten lang aktiv war. Im Juni 2009 ging er zum SV Darmstadt 98, dem er sechs Monate angehörte, bevor er in der Winterpause von der TSG 1899 Hoffenheim verpflichtet wurde und mit anderen Nachwuchsspielern in deren Internat einzog. Schon mit 16 Jahren rückte der Verteidiger in die Hoffenheimer A-Jugend auf, wo er fortan sehr häufig berücksichtigt wurde. Süle spielte in seiner ersten U19-Bundesligasaison neben Teamkameraden wie Patrick Schorr, Paul Ehmann und Jeremy Toljan in der Verteidigung, die neben der SpVgg Unterhaching die jeweils viertwenigsten Gegentreffer zuließ. Süle bereitete ein Tor vor, war mit vier gelben Karten vergleichsweise fair und stand mit seiner Mannschaft am Saisonende lediglich zwei Punkte über der Abstiegszone, während Bayern München den Staffelsieg holte und auch Konkurrenten wie Freiburg, Mainz und Stuttgart in der oberen Tabellenhälfte landeten. Trotzdem berief Nationaltrainer Stefan Böger den Jungen in die Auswahl für die U17-EM in Slowenien, bei der dieser vier von fünf Turnierspielen, einschließlich des verloren gegangenen Finales, absolvierte. Mit ihm im Kader standen mit Julian Brandt, Leon Goretzka, Niklas Stark und Timo Werner weitere spätere A-Nationalspieler.
Fortsetzung in Baden-Württemberg …
Zur Saison 2012/13 rückte Süle in die zweite Mannschaft der Hoffenheimer auf, für die er erste Einsätze in der Regionalliga Südwest absolvierte. Parallel dazu war er hauptsächlich als Stamm-Innenverteidiger neben wechselnden Partnern im U19-Bundesligateam aktiv. Aufgrund einer Gelbsperre von Jannik Vestergaard nominierte Markus Gisdol, Trainer der ersten Herrenmannschaft, Süle am vorletzten Spieltag für die Anfangsformation, womit dieser mit 17 Jahren, acht Monaten und acht Tagen zum bis dato jüngsten im Oberhaus eingesetzten Spieler der TSG wurde. Gisdol ließ ihn auch eine Woche später für einige Minuten beim 2:1 über Borussia Dortmund auflaufen. An jenem letzten Spieltag konnte sich das abstiegsbedrohte Team noch auf Rang 16 retten und besiegte unter Mitwirkung von Süle in den anschließenden zwei Relegationspartien den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Nachdem drei Innenverteidiger, darunter Matthias Jaissle, das Team im Sommer 2013 verlassen hatten, spielte Süle zwischen dem 9. und dem 25. Spieltag in der Bundesliga stets durch und konnte sogar drei Tore, davon zwei mit dem Kopf, erzielen. Für die zweite Mannschaft spielte er hingegen nur noch zweimal.
Hoffenheim und Süle starteten vergleichsweise gut in die Spielzeit 2014/15, von den ersten neun Spielen ging keins verloren. Beim 4:3 über Hannover 96 gelang dem Verteidiger das Tor zum 4:2 (Endstand 4:3), zwei Wochen später zog er sich dann Mitte Dezember 2014 gegen Eintracht Frankfurt ohne Fremdeinwirkung einen Kreuzbandriss im linken Knie zu. Im Sommer 2015 kehrte Süle nach achtmonatiger Verletzungspause wieder auf den Platz zurück und absolvierte 34 von 35 Saisonspielen, alle über die volle Spielzeit. Mit 6,2 entschärften Situationen pro Partie war er somit dem Magazin 11 Freunde zufolge der effektivste Verteidiger der Liga. Darüber hinaus war Süle bereits zu diesem Zeitpunkt der „Abwehrchef“ des Teams und ein wichtiger Faktor im Aufbauspiel. Nach Siegen in allen Qualifikationsspielen gelang dem U21-Nationalspieler und seinen Teamkollegen der Einzug in die Endrunde der EM 2017, im Anschluss an die Ligasaison gewann man bei den Olympischen Spielen Silber. Aufgrund dessen wurde Süle als erster Hoffenheimer Spieler für die A-Nationalmannschaft berücksichtigt. Auch nach seiner Rückkehr blieb Süle, der Angebote aus England erhielt, fester Bestandteil des Hoffenheimer Defensivverbunds. Ab dem 21. Spieltag verlor er mit der Mannschaft in der Bundesliga nur noch zweimal, nachdem man die Hinserie sogar gänzlich ohne Niederlage absolviert hatte. Am Saisonende stand das Team auf Rang 4 und qualifizierte sich so erstmals für den Europapokal. Für Süle erfolgte im Anschluss an die Saison 2016/17 die erstmalige Einstufung in die internationale Klasse in der Rangliste des deutschen Fußballs; in der Kategorie der Innenverteidiger belegte er nach Mats Hummels und vor Javi Martínez (beide im Dienste seines künftigen Arbeitgebers Bayern München) Rang 2.
Zur Saison 2017/18 verpflichtete der FC Bayern München ihn und seinen Teamkollegen Sebastian Rudy. Süle erhielt einen bis 30. Juni 2022 laufenden Vertrag und traf auf die Stamm-Innenverteidiger Mats Hummels und Jérôme Boateng; allerdings war Letzterer in der Vorsaison häufiger verletzungsbedingt ausgefallen. Am 1. Spieltag debütierte der Verteidiger in der Bundesliga für den FC Bayern beim 3:1-Heimsieg gegen Bayer 04 Leverkusen und erzielte den Treffer zum 1:0 in der 9. Minute, das erste Tor der 55. Bundesligasaison. Als Teil einer Viererkette wurde er unter Carlo Ancelotti sowie dessen Nachfolger Jupp Heynckes im Wechsel mit Boateng und Hummels eingesetzt, absolvierte in vier Wettbewerben allerdings von den dreien die meisten Pflichtspiele. Neben dem Supercup gewann Süle, der noch je zwei Tore und zwei Assists beisteuerte und Javi Martínez ins defensive Mittelfeld verdrängte, mit dem FC Bayern auch die deutsche Meisterschaft. Die Partie um den Supercup ging letztlich ins Elfmeterschießen, in welchem der Verteidiger den entscheidenden Elfmeter für sein Team verwandelte, ehe Dortmunds letzter Schütze Marc Bartra verschoss. Im DFB-Pokal unterlag man nach einem 1:1 nach 82 Minuten letztlich doch noch Eintracht Frankfurt, nachdem die Eintracht binnen 12 Minuten zwei Tore erzielt hatte. Bis zum Halbfinalhinspiel in der Champions League, in welcher der Innenverteidiger nun auch erstmals aktiv war, blieben die Münchner bis auf ein 0:3 gegen Paris Saint-Germain, nach dem Ancelotti entlassen wurde, ohne Niederlage. Im Halbfinale scheiterten die Bayern und ihr Spieler dann am späteren Wettbewerbssieger Real Madrid. Im Rückspiel gegen die Spanier, das mit 2:2 endete, war Süle laut dem kicker mit einer 1,5 der notenbeste Akteur des FC Bayern und wurde auch auf Seiten des Gegners nur vom Doppeltorschützen Karim Benzema, der eine glatte 1 erhielt, getoppt. Süle setzte nach einer guten Stunde unter anderem den Madrider Leihspieler James Rodríguez in Szene, der das 2:2 erzielte, woraufhin das Team mit einem weiteren Treffer noch Chancen auf ein Weiterkommen gehabt hätte. Nach Abschluss der Spielzeit 2017/18 wies der Defensivspieler erneut seine internationale Klasse nach; gemeinsam mit den Innenverteidigerkollegen Boateng und Hummels setzte er sich in der kicker-Rangliste gegen Konkurrenten und andere Nationalspieler wie Manuel Akanji, Matthias Ginter und Niklas Moisander, die nur im weiteren Kreis landeten, durch.