Nik(o)la(u)s III. Muffel (* 1409/1410 in Nürnberg; † 28. Februar 1469 ebenda) entstammte einer Nürnberger Patrizierfamilie, den Muffel. Er war Pfleger des Egidienklosters und des Klaraklosters, Alter Bürgermeister, Nürnbergs Gesandter beim Schwäbischen Städtebund, bei Markgraf Albrecht „Achilles“ von Brandenburg, bei Kaiser Friedrich III. und schließlich über die außergewöhnlich lange Zeit von zwölf Jahren Losunger (Verwalter der städtischen Steuern) der Reichsstadt Nürnberg. Des Weiteren war er als Autor tätig. Nach angeblicher Unterschlagung städtischer Gelder, Geheimnisverrat und einem aufsehenerregenden Prozess wurde das bekannte Stadtoberhaupt zum unehrenhaften Tode am Galgen verurteilt. Am 28. Februar 1469 wurde das Urteil vollstreckt.
Der Ursprung des Muffel-Geschlechts ist nicht eindeutig geklärt. Es ist wahrscheinlich, dass die „Träger einer kurzen Schnauze“ von einem staufischen Ministerialengeschlecht aus dem oberpfälzischen Neumarkt abstammten. Die Muffel wurden erstmals 1288 urkundlich in Nürnberg erwähnt und scheinen ab 1300 eine führende Rolle in Nürnberg gespielt zu haben, wobei das für die damalige Zeit durchaus seltene Familienwappen erstmals in einer Urkunde von 1303 zu finden ist. Der Familie wurde 1332 das Recht zugesprochen, Mitglieder in den „Inneren Rat“ zu entsenden. Von da an waren die Muffel mit kurzen Unterbrechungen, bis zum Aussterben der Eschenauer Hauptlinie im Jahre 1784, im „Inneren Rat“ vertreten und gehörten zu den „alten“ ratsfähigen Geschlechtern.
Der Aufstieg der Familie im 14. Jahrhundert begann mit Hans Muffel dem Älteren. Dieser taucht erstmals 1317 in einer Liste der Genannten des Größeren Rats auf und lässt sich von 1332 bis 1361 urkundlich nachweisen. Hans der Ältere war lange Zeit Ratsmitglied. Konrad Groß, damals der wohl bedeutendste und reichste Patrizier und Stifter des Heilig-Geist-Spitals, setzte ihn als Testamentsvollstrecker ein. Seine finanzielle Stärke zeigt sich in mehreren Zeugnisse darüber, dass Hans der Ältere verschiedenen Bischöfen gewinnbringend Geld lieh.
Hans der Ältere hatte fünf Söhne, Paulus, Fritz, Jakob, Niklas I. und Hans der Jüngere, eventuell auch nichtbelegte Töchter.
Niklas I. war Handelsherr und der wohl bedeutendste Vertreter der Muffel dieser Generation.
Neben seiner Handelstätigkeit war Niklas I. lange Jahre Rechenherr und Bürgermeister im Nürnberger Rat. Seine Amtszeit fiel in die politisch spannungsreichen Jahre des Städtekriegs. Besonders geeignet für diesen Posten schien er durch sein besonderes Verhältnis zu König Wenzel. Dieser war finanziell abhängig von Muffel und anderen Nürnberger Bürgern und überließ Niklas I. und dessen Ehefrau Barbara einen Span des Heiligen Kreuzes. Die Beschenkten stifteten daraufhin den Heiligkreuzaltar mit ewigem Licht für die Egidienkirche in Nürnberg.
Bis 1400 waren alle fünf Söhne Hans Muffels des Älteren gestorben. Sie hatten die Grundlage zum reichen Familienbesitz und zum hohen Ansehen in Nürnberg gelegt.
Fritz und Paulus hatten keine Söhne hinterlassen. Von den drei Söhnen Hans des Jüngeren lebten nur noch zwei, Grundlach und Ulrich, der als einziger der drei Brüder kurz dem Rat angehört hatte. Kurz nach Beginn des neuen Jahrhunderts starben auch sie und hinterließen keine Nachkommen.
Nur Niklas II., der einzige Sohn Niklas I. und seiner Frau Barbara konnte das Geschlecht weiterführen. Dennoch ist verhältnismäßig wenig von ihm und seiner Frau Brigitte überliefert, was an ihrem frühen Tod liegt.
Aus Muffels Gedenkbuch stammt die Annahme, Niklas III. Muffel sei 1410 geboren. Allerdings zeigt ein Vergleich weiterer Angaben aus dieser Schrift, den Ratslisten dieser Zeit und einer Heiratsurkunde, dass auch das Jahr 1409 als Geburtsjahr in Frage käme.
Aufgrund des frühen Todes seiner Eltern verwaiste Niklas III. bereits im Alter von fünf Jahren und wuchs zusammen mit seiner Schwester Barbara bei seiner Großmutter Barbara Muffel auf. Durch das Ableben ihres Mannes und ihres Sohnes, ihr eigenes langes Leben und ihre außergewöhnliche Persönlichkeit wurde sie zur einflussreichsten Frau des Geschlechts, die ihren Aufgaben als zeitweise einzige mündige Vertreterin der Muffel vollständig nachkam. Die sogenannte „Muffelin“ vermehrte und bewahrte den Familienbesitz und kümmerte sich im neu erworbenen Wohnhaus gegenüber dem Egidienkloster um ihre Enkel. 1436 verzichtete sie zugunsten ihres einzigen männlichen Enkels weitgehend auf ihren Besitz.
So hatte Niklas III. bei ihrem Tode 1442 längst die Geschäfte der Familie übernommen.
1431 heiratete er Margarete von Lauffenholtz, Tochter Conrads von Lauffenholtz.
1426 belehnte König Sigmund den erst im vorangegangenen Jahr mündig gewordenen Niklas III. unter anderem mit dem Dorf Eckenhaid und der Hälfte Eschenaus.
Bereits acht Jahre später, 1433, wurde Muffel Mitglied des Nürnberger Rats, dem er bis zu seinem Tode angehörte und der ihm schon zu Beginn seiner Laufbahn die Pflege des Nürnberger Klaraklosters und die des Egidienklosters anvertraute.
1443 wurde Niklas Muffel zum Alten Bürgermeister gewählt, erhielt im darauffolgenden Jahr erstmals einen selbständigen Auftrag als Gesandter und vertrat Nürnberg beim neuen schwäbischen Städtebund. Dabei konnte er seine diplomatischen Fähigkeiten unter Beweis stellen und für seine Vaterstadt einige wichtige Ausnahmebestimmungen vereinbaren.
1447 begann Muffel zwischen Ulm und Nürnberg zu „pendeln“ und sich im schwäbischen Städtebund fast vier Jahre lang für die Interessen seiner Vaterstadt einzusetzen.
Seine Arbeit als Gesandter erledigte Muffel derart zufriedenstellend, dass er, als sich der seit langem schwelende Streit mit dem Markgrafen Albrecht Achilles zuspitzte, an den Hof König Friedrichs III. in Wiener Neustadt gesandt wurde.