An diesem Tag

Niels Clausnitzer

Deutscher Schauspieler, Synchronsprecher und Psychotherapeut (1930–2014)

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Niels Helmuth Clausnitzer (* 29. März 1930 in Mannheim; † 14. März 2014 in München) war ein deutscher Schauspieler, Synchronsprecher und Psychotherapeut.

Niels Clausnitzer wurde als erstes Kind des kaufmännischen Angestellten und späteren Großhandelsvertreters Helmuth Siegfried Clausnitzer (1902–1977) und dessen Frau Herta, geb. Amsel (1905–1939), in Mannheim-Neckarau geboren. Er wuchs im Mannheimer Stadtteil Käfertal sowie zeitweise im besetzten Frankreich auf. Die Vorfahren seines Vaters waren Gutsbesitzer in Pockau-Lengefeld im Erzgebirge; sein Großvater väterlicherseits, Ernst Florenz Clausnitzer (1866–1956), war Musikdirektor und Militärkapellmeister des Hanseatischen Infanterie Regiments 162 in Lübeck. Clausnitzers Familie mütterlicherseits stammt aus Schweidnitz in Schlesien (heute: Świdnica, Polen). Sein Großvater, Georg Amsel, war Stenograf und Studiendirektor in Bensberg bei Köln; sein Onkel war der Zoologe und Entomologe Hans Georg Amsel.

Schauspielausbildung und Karriere als Synchronsprecher

Seine schauspielerische Ausbildung absolvierte Niels Clausnitzer seit 1949 zunächst in Wiesbaden und später auf der Münchner Otto-Falckenberg-Schauspielschule. Clausnitzer wirkte als Schauspieler in den 1950er Jahren in einigen Märchenfilmen mit. So spielte er den Prinzen in Schneewittchen und die 7 Zwerge (1955). Danach wurden seine Auftritte in Film und Fernsehen zwar seltener, seine Stimme den Kino- und Fernsehzuschauern aber ungleich bekannter.

Clausnitzer war einer der Sprecher von Fox’ tönender Wochenschau und moderierte über viele Jahre das Musikjournal auf BR1. Besonders präsent war er aber als Synchronsprecher. Seit 1956 lieh Clausnitzer prominenten Kollegen seine Stimme, darunter Roger Moore, für den er seit langer Zeit bis auf wenige Ausnahmen (u. a. in Die 2) deutsche Standard-Stimme war, unter anderem in allen James-Bond-Filmen, James Garner (Infam), Cary Grant (Berüchtigt), Richard Attenborough (Junger Mann aus gutem Haus), Montgomery Clift (Plötzlich im letzten Sommer), Anthony Hopkins (Die Brücke von Arnheim, 18 Stunden bis zur Ewigkeit oder Zwischen den Zeilen) oder Ronald Reagan (Der Dollarregen). Daneben prägte sich seine Stimme den Zuschauern auch durch viele Synchronhauptrollen in Fernsehserien ein. Er synchronisierte Efrem Zimbalist, Jr. als Privatdetektiv Stuart Bailey in 77 Sunset Strip, Jacques Dacqmine als Squire John Trelawney im ZDF-Vierteiler Die Schatzinsel, Georges Marchal in Die Insel der 30 Tode, Jerry Orbach als Detective Lennie Briscoe in Law & Order und Max Wright als geplagten Familienvater Willie Tanner in ALF. In dieser Rolle war er außerdem von 1988 bis 1991 in insgesamt 45 serienbegleitenden Hörspielen von Karussell zu hören. Außerdem war er 1962–1963 in sechs Folgen der Hörspielserie Fury (Ariola) als Jim Newton zu hören, den er bereits zuvor in der TV-Serie Fury als Synchronstimme für Peter Graves gesprochen hatte. Ausflüge in das Hörspielgenre ohne dazugehörige TV-Produktion unternahm Clausnitzer für das Label Maritim, indem er die Rolle des Mycroft Holmes in zwei Sherlock Holmes-Hörspielen übernahm, sowie für das Label Titania Medien, für das er 2013 zwei Rollen in der Reihe Gruselkabinett einsprach.

Daneben war Clausnitzer der Ansager und Off-Sprecher in Thomas Gottschalks RTL-Show Gottschalk Late Night. Als in einer Sendung zum Thema James Bond unter den Gästen auch Roger Moore erschien, wurde Clausnitzer als dessen Sprecher ebenfalls auf das Studiosofa gebeten und von Gottschalk und Moore zu seiner Synchronarbeit befragt.

Neben seiner schauspielerischen Betätigung hatte Clausnitzer, motiviert durch den Krebstod seiner ersten Frau, ein Medizin-Studium absolviert. Mit der Dissertation Psychische Erkrankungen und Lebensstreß wurde er im November 1989 bei Hans Lauter an der Technischen Universität München zum Dr. med. promoviert. 2003 eröffnete er im Münchner Stadtbezirk Berg am Laim seine eigene Praxis als Arzt für Psychotherapie.

Niels Clausnitzer starb am 14. März 2014 gut zwei Wochen vor seinem 84. Geburtstag in München.

Sein Grab befindet sich auf dem Waldfriedhof Grünwald.

1955: Schneewittchen und die 7 Zwerge

1955: Schneeweißchen und Rosenrot

1957: Rübezahl – der Herr der Berge

1974: Graf Yoster gibt sich die Ehre: Das Spiel mit dem Tode

1997: Solo für Sudmann: Eine Hand wäscht die andere

1998: Raumschiff Highlander IV – History

1958: als Ritter Wilfred von Ivanhoe in Ivanhoe (Synchronisation: 1960)

1962–1969: als Simon Templar in Simon Templar (1. Stimme)

1970: als Harold Pelham in Ein Mann jagt sich selbst (Synchronisation: 1980)

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