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Niels Arestrup

Französischer Schauspieler

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Niels Arestrup (* 8. Februar 1949 in Montreuil-sous-Bois; † 1. Dezember 2024 in Ville-d’Avray) war ein französischer Theaterregisseur, Theater- und Filmschauspieler.

Arestrup war Sohn eines Dänen und einer Französin, die sich in Montreuil niederließen.

1969, nach Beendigung seiner Schulzeit, begann er ein Schauspielstudium bei Tania Balachova (1902–1973) am Pariser Théâtre de la Gaîté. 1971 ging er mit der Truppe von Jean Gillibert (1925–2014), damals Leiter des Festival de Chateauvallon, auf Tournee, und spielte u. a. in Stücken von Marivaux, Calderón de la Barca und Michel de Ghelderode.

Seine eigentliche Theaterkarriere begann mit einer Rolle in Calderons Das Leben ist ein Traum, bevor er 1973 in Miss O’Gynie et les hommes fleurs von Samy Pavel als Liebhaber Richard Leducs seine erste Rolle in einem Film hatte. 1981 besetzte Peter Brook die Rolle des Lopachin in Tschechows Kirschgarten mit Niels Arestrup, was zu einem entscheidenden Impuls in seiner Bühnenkarriere wurde. Die Inszenierung wurde in derselben Besetzung 1982 vom französischen Fernsehen ausgestrahlt und 1983 am Théâtre des Bouffes du Nord wieder aufgenommen.

Ohne mit dem Theaterspielen aufzuhören, begann er seine Film-Karriere als Nebendarsteller in psychologisch komplexen Rollen. Mitte der 1980er Jahre wurden ihm einige Hauptrollen angeboten. 1984 spielte an der Seite von Hanna Schygulla und Ornella Muti die männliche Hauptrolle in dem Film Die Zukunft heißt Frau unter der Regie von Marco Ferreri sowie 1991 unter der Regie von István Szabó die Hauptrolle in Zauber der Venus.

Arestrup leitete von 1988 bis 1990 das Théâtre de la Renaissance in Paris.

1988 gründete er zusammen mit Pierre Pradinas, Maurice Bénichou und Alexandre del Perugia die Schauspielschule École du Passage

2006 erhielt er für seine Leistung in Jacques Audiards Der wilde Schlag meines Herzens den César als bester Nebendarsteller. Drei Jahre später war er erneut unter der Regie von Audiard als korsischer Mafiapate in dem Gefängnisfilm Ein Prophet zu sehen, was ihm erneut Frankreichs wichtigsten Filmpreis einbrachte. 2010 erhielt er eine weitere Nominierung für einen César für seine Rolle als General Dietrich von Choltitz in dem Film Diplomatie von Volker Schlöndorff.

Niels Arestrup hatte keine feste Synchronstimme. Synchronisiert wurde er u. a. von Christian Brückner, Kaspar Eichel, Frank Glaubrecht, Roland Hemmo, Axel Lutter, Friedhelm Ptok, Sigmar Solbach und Bodo Wolf.

Arestrup war ab 2012 mit der Schauspielerin und Autorin Isabelle Le Nouvel verheiratet, das Paar hatte zwei Kinder.

2006: César als bester Nebendarsteller in Der wilde Schlag meines Herzens

2010: César als bester Nebendarsteller in Ein Prophet

2010: Los Angeles Film Critics Association (Preis als bester Nebendarsteller) in Ein Prophet

2014: César als bester Nebendarsteller in Quai d’Orsay

2017: Globe de cristal du meilleur comédien für Acting

2020: Molière du comédien dans un spectacle de théâtre privé für Rouge

1999: Chevalier des Ordre national du Mérite

2006: Chevalier der Ehrenlegion

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