An diesem Tag

Nico Hofmann

Deutscher Filmproduzent und -regisseur (geb. 1959)

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Nico Hofmann (* 4. Dezember 1959 in Heidelberg) ist ein deutscher Regisseur, Filmproduzent, Drehbuchautor. Von 2015 bis 2023 war Hofmann Geschäftsführer der UFA GmbH.

Nico Hofmann, Sohn eines Journalistenehepaars, absolvierte nach dem Abitur 1978 am Moll-Gymnasium in Mannheim ein zweijähriges Volontariat bei der Tageszeitung Mannheimer Morgen, bewarb sich im Alter von 20 Jahren bei der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF) und wurde dort aufgenommen. Er studierte von 1980 bis 1985, sammelte nebenbei erste praktische Erfahrungen als Regieassistent bei Dieter Dorn und schloss das Studium mit Auszeichnung ab. Danach arbeitete Hofmann als Autor, Regisseur und Produzent.

Hofmanns erste Arbeiten entstanden in den 1980er Jahren. Seine Abschlussarbeit an der Filmhochschule, Der Krieg meines Vaters (1984), setzte sich mit der jüngeren deutschen Vergangenheit auseinander und erhielt dafür einige Förderpreise. 1988 entstand Land der Väter, Land der Söhne. Der Film schildert – inspiriert vom Tatsachenroman Großes Bundesverdienstkreuz von Bernt Engelmann – die Geschichte von Fritz Ries. Diese Produktion war der deutsche Wettbewerbsbeitrag für das Festival San Sebastian und wurde mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. In den Anfängen seiner Karriere nahm er außerdem an dem Nachwuchsfilmfestival Werkstatt der Jungen Filmszene teil.

Seit 1990 erhielt er Lehraufträge an deutschen Filmhochschulen wie der HFF München, der dffb Berlin oder der Filmakademie Baden-Württemberg.

Zwischen 1990 und 1993 drehte Hofmann für den Tatort, entwickelte für RTL die Krimireihe Balko und arbeitete im Rahmen der Ost-West-Satireserie Schulz & Schulz erstmals mit Götz George zusammen. Für Der letzte Kosmonaut erhielt Nico Hofmann 1995 den Prix Futura. Sein Film Der große Abgang wurde mit dem Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste prämiert.

1995 wurde Hofmann zum Professor an die Filmakademie Baden-Württemberg für den Fachbereich „szenischer Film“ berufen.

Im gleichen Jahr führte er Regie bei Der Sandmann, für den er erneut mit Götz George zusammenarbeitete. Für Der Sandmann wurde er mit dem Adolf-Grimme-Preis mit Gold und dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Auch bei der Verleihung des RTL-Fernsehpreises Goldener Löwe erhielt der Film mehrere Auszeichnungen: für die Hauptdarsteller (in Gold für George und in Silber für Karoline Eichhorn) sowie die für den besten Film und den Regisseur.

Hofmann ist seit 1996 Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und seit 1997 bei der Europäischen Filmakademie Berlin. In den Jahren 1999 und 2000 war er als Juror beim Deutschen Fernsehpreis tätig.

Von Januar 1996 bis Mai 1998 stand Hofmann exklusiv als Regisseur und Projektberater bei Bernd Eichingers Constantin Film unter Vertrag. Hier führte er unter anderem Regie bei einer Neuverfilmung des Dürrenmatt-Stoffs Es geschah am hellichten Tag für Sat.1. Im Juli 1998 stieg er vorzeitig aus seinem Vertrag aus und wurde Geschäftsführer der neugegründeten Hofmann/Zander/Reitz-Produktionsgesellschaft für Film und Fernsehen, einer Beteiligungsgesellschaft der UFA. Diese Produktionsgesellschaft firmierte von Anfang an unter teamWorx.

Mit seinen oftmals als Zweiteiler ausgelegten „Event-Produktionen“ wie Der Tunnel, Die Luftbrücke – Nur der Himmel war frei, Die Sturmflut, Dresden und Die Flucht veränderte Hofmann die deutsche Fernsehlandschaft nachhaltig und machte teamWorx zu einer sehr erfolgreichen Produktionsfirma im Bereich des sogenannten „Event-Fernsehens“. Diese Produktionen werden im Wechsel allen größeren deutschen Fernsehsendern angeboten und dabei oft in Zusammenhang mit einem „Themenabend“ gezeigt. Mit meist historisch-emotionalisierend ausgerichteten Filmproduktionen wie Wolfsburg, Toter Mann, Stauffenberg, Nicht alle waren Mörder oder Das Wunder von Berlin erzielten teamWorx und Hofmann einige Quotenerfolge mit über 5 Millionen Zuschauern.

Zu den erfolgreichsten teamWorx-Produktionen zählen das Anti-Kriegsdrama Dresden (12,68 Millionen Zuschauer), das 2006 mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Bester Fernsehfilm“ ausgezeichnet wurde, Die Sturmflut (11,59 Mio. Zuschauer und 39,2 % Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe), sowie der historische Zweiteiler Die Flucht mit Maria Furtwängler, den im März 2007 mehr als 11 Millionen Fernsehzuschauer sahen. Die Flucht wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Fernsehpreis („Beste Musik“), dem Publikums-Bambi 2007, dem DIVA-Award als „TV-Movie des Jahres“ und als „Bester TV-Film“ beim Shanghai Television Festival 2007.

2008 wurden unter anderen Mogadischu (Regie: Roland Suso Richter) über die Entführung der Lufthansa-Maschine Landshut im Oktober 1977 und der Dreiteiler Die Patin mit Veronica Ferres in der Hauptrolle ausgestrahlt. Mogadischu erhielt zwei Goldene Kameras und den Deutschen Fernsehpreis.

Zu den wichtigsten Erstausstrahlungen in den darauffolgenden drei Jahren zählen Vulkan (2009, Regie: Uwe Janson, unter anderen mit Heiner Lauterbach, Armin Rohde und Katja Riemann), Der Mann aus der Pfalz (2009) von Thomas Schadt über den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl, der erste fiktionale Film über Scientology Bis nichts mehr bleibt (2010), der mit dem Bernd Burgemeister-Preis ausgezeichnete Film Kongo (2010) und Rosannas Tochter (2010). Im Jahr 2011 waren sechs teamWorx-Produktionen unter den Top Ten der meistgesehenen TV-Movies: Der ZDF-Zweiteiler Schicksalsjahre mit Maria Furtwängler erreichte mit jeweils mehr als acht Millionen Zuschauern ein breites Fernsehpublikum, auch Hindenburg war erfolgreich und wurde als Bester Mehrteiler mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Neben weiteren Filmen wie Der kalte Himmel oder Vorzimmer zur Hölle und der deutsch-britischen Ko-Produktion Laconia wurde im Herbst desselben Jahres außerdem der erste Film zum Thema Internet-Mobbing ausgestrahlt – Homevideo erhielt unter anderen den Deutschen Fernsehpreis in den Kategorien Bester Fernsehfilm und Förderpreis (für Hauptdarsteller Jonas Nay) sowie den Grimme-Preis 2012 in der Kategorie Fiktion.

Zu den erfolgreichsten Produktionen 2012 zählte die Verfilmung von Uwe Tellkamps gleichnamigem und preisgekröntem Roman Der Turm. Der Zweiteiler mit Jan Josef Liefers, Claudia Michelsen, Götz Schubert und Sebastian Urzendowsky in den Hauptrollen erreichte jeweils knapp 7 Millionen Zuschauer. Claudia Michelsen erhielt als Beste deutsche Schauspielerin den Hessischen Filmpreis und die Goldene Kamera, zudem wurde Der Turm mit dem Publikums-Bambi als TV Movie des Jahres 2012 ausgezeichnet. Auch Der Fall Jakob von Metzler von Stephan Wagner und Niki Steins Rommel zählten zu den großen teamWorx-Projekten 2012.

Im Frühjahr 2013 wurde mit Unsere Mütter, unsere Väter Nico Hofmanns bisher aufwendigste und teuerste Produktion ausgestrahlt, die sich bislang in 148 Länder verkauft hat und 2014 mit dem International Emmy Award in der Kategorie „TV Movie/Miniseries“ ausgezeichnet wurde. In den Hauptrollen waren Volker Bruch, Tom Schilling, Katharina Schüttler, Miriam Stein und Ludwig Trepte zu sehen. Auch die Satire Der Minister, angelehnt an die Plagiatsaffäre um Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, lief erfolgreich im Frühling 2013. Im Februar 2014 folgte Der Rücktritt, ein Doku-Drama, das Christian Wulffs letzte 68 Tage im Amt des Bundespräsidenten thematisiert. Bornholmer Straße ist Hofmanns Beitrag zum 25-jährigen Jubiläum des Mauerfalls und erreichte mit mehr als 7 Millionen Zuschauern eine großartige Quote für die ARD. Die Tragikomödie mit Charly Hübner in der Hauptrolle des Oberstleutnant Harald Schäfer wurde mit dem BAMBI als „TV-Ereignis des Jahres“ ausgezeichnet.

Im ersten Halbjahr 2015 wurden der Zweiteiler Grzimek, eine Hommage an den engagierten Zoologen und Tierfilmer Bernhard Grzimek sowie die Neuadaption des Romans von Bruno Apitz Nackt unter Wölfen, der den Bayerischen Fernsehpreis für die „Beste Regie“ erhielt, erstmals im deutschen Fernsehen gezeigt. Nackt unter Wölfen wurde bereits in zahlreiche Länder verkauft, darunter an den französischen Sender M6.

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