An diesem Tag

New York Stock Exchange

Wertpapierbörse von den Vereinigten Staaten

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Die New York Stock Exchange (NYSE) ist die größte Wertpapierbörse der Welt und gehört zur Intercontinental Exchange. Die NYSE ist auch unter dem Namen „Wall Street“ bekannt, da sie an der gleichnamigen Straße in New York City ansässig ist. Die Handelszeiten an der NYSE sind werktags von 9:30 bis 16:00 Uhr Ortszeit EST (15:30 bis 22:00 Uhr MEZ).

Im ersten Quartal 2023 waren 2385 Unternehmen an der New York Stock Exchange gelistet. Mit einer Marktkapitalisierung von 28.528 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 ist sie die größte Börse der Welt.

1790 emittierte die US-Regierung Staatsanleihen für rund 80 Millionen US-Dollar, um die Schulden aus dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775–1783) zu finanzieren. Der öffentliche Handel mit diesen Kriegsanleihen war der Beginn des US-amerikanischen Marktes für Wertpapiere. Am 10. März 1792 ging der Bodenspekulant

William Duer bankrott und brachte damit die Bank of New York (heute Bank of New York Mellon), die älteste Bank in den USA, in Bedrängnis. Sie war 1784 von Alexander Hamilton (1757–1804) und William Duer gegründet worden. Hamilton kaufte die Papiere der Bank zurück, um den Kurs zu stabilisieren. Er rettete damit das Geldinstitut vor der Insolvenz. Der Anteilsschein war 1792 das erste Unternehmen, das an der Wall Street gehandelt wurde.

Den Grundstein für die New Yorker Aktienbörse legten 24 Broker, die am 17. Mai 1792 in der Wall Street Nummer 68 das Buttonwood Agreement unterzeichneten. Darin verpflichteten sich die Händler, den Kunden mindestens ein viertel Prozent Kommission für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren zu berechnen und sich gegenseitig beim Handeln mit Aktien und Anleihen den Vorzug zu geben. Der Handel sollte in US-Dollar stattfinden, den das US-amerikanische Münzgesetz von 1792 zur offiziellen Währungseinheit erklärte. Der Name des Abkommens leitet sich vom Buttonwood-Baum ab, unter dem die Unterzeichnung der Vereinbarung stattfand.

Der Aktienhandel wuchs in den folgenden Jahren schnell. 1792 wurden gerade einmal fünf Wertpapiere in New York gehandelt: die Aktien von zwei Banken und drei Staatsanleihen, die im Jahr 1790 ausgegeben worden waren. Bereits 1793 trafen sich die Broker im nahegelegenen „Tontine Coffee House“ zum täglichen Handel. Der Markt funktionierte so, dass an zwei Sitzungen am Vor- und Nachmittag die verschiedenen Wertpapiere ausgerufen wurden und die Händler dann ihre Gebote dafür abgaben.

Am 8. März 1817 wurde zum ersten Mal ein Börsenreglement festgelegt und eine formelle Organisation gegründet, das New York Stock & Exchange Board (NYS & EB), das sich in der Wall Street einquartierte. Im selben Jahr sind auch die Prozeduren für den Handel neu festgelegt worden. Es entstand ein sogenannter Call Market. Die von der Börse in Philadelphia abgedruckten Regeln bestimmten die Satzung. Nach drei Testjahren sind diese jedoch überarbeitet worden, und am 21. Februar 1820 wurde eine neue Satzung beschlossen.

Im Jahr 1830 ist erstmals eine Eisenbahngesellschaft gelistet worden: Mohawk & Hudson. Weitere Gesellschaften folgten bald, und so wurden Eisenbahnaktien zur ersten Sorte von Boom-Aktien, die das Handelsgeschehen für den Rest des Jahrhunderts prägten.

Der 16. März 1830 ging als der Tag mit dem geringsten Umsatz in die Annalen der Wall Street ein. 31 Stück von 80 Millionen damals gelisteter Aktien wurden an dem Tag gehandelt. Doch es gab auch Tage wie den 14. und 17. März 1821 und den 8. Januar 1829, wo trotz geöffneter Börse laut dem Journal of Commerce überhaupt kein Handel stattfand, und den 19. September 1828, wo ein einziges Stück einer sechsprozentigen Staatsanleihe umgesetzt wurde.

Am 16. und 17. Dezember 1835 zerstörte ein Großbrand über 700 Gebäude in New York, und auch die Wall Street blieb nicht verschont. Es fanden sich jedoch schnell andere Orte, an denen der Handel fortgesetzt werden konnte. Ein Jahr später wurde der Aktienhandel in den Straßen von New York verboten. Bis dahin war es durchaus üblich, auf der Straße Aktien angeboten zu bekommen.

Die „Panik von 1837“ hatte ihre Ursache in einem spekulativen Fieber. Die Blase zerbarst am 10. Mai 1837 in New York, als alle Banken die Konvertibilität von Papiergeld in Gold und Silber einstellten. Auslöser der Krise war unter anderem die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Andrew Jackson, darunter das „Specie Circular“ (Währungsrundschreiben), das nur Gold oder Silber als Zahlungsmittel bei Landverkäufen der US-Regierung zuließ. Es schränkte den Druck von Papiergeld der einzelnen staatlichen Banken ein und führte zu einer Währungsknappheit, die zum Ausbruch der Panik beitrug. Es folgten sechs Jahre wirtschaftlicher Depression, die dauerhafte Zahlungsunfähigkeit vieler Banken und rekordhafte Arbeitslosigkeit.

Durch die Einführung des Telegrafen 1844 konnten erstmals Händler und Investoren außerhalb von New York am Handel teilnehmen.

Einen Börsenkrach erlebte New York am 24. August 1857, als der Zusammenbruch der Ohio Life Insurance & Trust Company eine Massenhysterie und Panikverkäufe auslöste. Die folgende Wirtschaftskrise von 1857 breitete sich in hoher Geschwindigkeit über die gesamte Welt aus. Ihren heutigen Namen „New York Stock Exchange“ (NYSE) erhielt die Börse am 29. Januar 1863.

Mit der Fertigstellung des ersten permanent betriebenen Transatlantischen Telefonkabels 1866 beschleunigte sich die Kommunikation zwischen New York und London. In Erinnerung daran wird noch heute das Devisenpaar „GBP/USD“ unter Börsenhändlern als „cable“ bezeichnet. Am 15. November 1867 wurden zum ersten Mal Börsenticker im Handel eingeführt. Die Erfindung durch Edward A. Calahan revolutionierte die Nachrichtenübermittlung an der Börse. Investoren besaßen nun die Möglichkeit, von überall Tagespreise einzuholen. Am 8. Mai 1869 kam es zum Zusammenschluss der NYSE mit dem Open Board of Brokers.

Am 24. September 1869 bewirkten Goldspekulationen an der NYSE den ersten „Schwarzen Freitag“. Versuche der Spekulanten James Fisk und Jay Gould, den Goldmarkt unter ihre Kontrolle zu bringen, scheiterten und führten zum Zusammenbruch des Marktes. Seit dem 20. September 1869 hatten Fisk und Gould die Goldvorräte der Stadt New York so weit unter ihre Kontrolle gebracht, dass sie den Preis stark steigen lassen konnten. Die Goldnachfrage wurde am 24. September durch die Freigabe von Goldreserven der Regierung für den freien Handel gestoppt. Eine kurzfristige Finanzkrise in den USA war die Folge.

Die „Panik von 1873“ führte am schwarzen Freitag, den 19. September des Jahres, zu einem schweren Finanzzusammenbruch, der eine anschließende Panik auslöste. Ursache war die Bankrotterklärung der Bank „Jay Cooke & Company“. Dieser Entwicklung war eine Spekulation mit Eisenbahngesellschaften und Landgrundstücken vorausgegangen. Um die Verkäufe zu stoppen, wurde zum ersten Mal in der Geschichte der NYSE der Börsenhandel für zehn Tage vom 20. bis zum 29. September 1873 eingestellt.

Die Bankenkrise von 1884 begann mit der Insolvenz der „Marine National Bank“ am 6. Mai des Jahres. Am 13. Mai wurde bekannt, dass der Präsident der „Second National Bank“ Wertpapiere im Wert von drei Millionen US-Dollar unterschlagen hatte, am folgenden Tag ging die „Metropolitan Bank“ in Konkurs. Zwischen dem 12. und 14. Mai kam es an der NYSE zu massiven Kursverlusten. Eine Beruhigung trat erst ein, als die „Associated Banks“ am Nachmittag des 14. Mai 1884 sechsprozentige Darlehensscheine ausgab und dem Geldmarkt kurz darauf größere Summen an Kapital zuflossen, die der hohe Zinssatz angelockt hatte, während die niedrigen Kurse Anleger zu größeren Käufen von Effekten veranlassten.

Investoren verloren während der Bankenkrise vom Mai 1884 schnell den Überblick, und Charles Dow reagierte auf die Ereignisse am Markt. Am 3. Juli 1884 veröffentlichte er den ersten US-amerikanischen Aktienindex, den Dow Jones Average, im von der Dow Jones & Company herausgegebenen Customers’ Afternoon Letter. Er bestand zunächst aus elf Werten. Dieser Index sollte den Investoren eine verständliche und repräsentative Zusammensetzung des Geschehens an der Börse bieten. 1885 wurde ein Index daraus, der auf 14 Aktien basierte. Bezeichnend für die damalige Zeit war, dass zwölf Werte davon Eisenbahnaktien und nur zwei Industrieaktien waren.

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