Nepal () (amtlicher deutscher Name; österreichisches Hochdeutsch nur: [ˈneːpal]; bundesdeutsches Hochdeutsch auch: [neˈpaːl]; Nepali नेपाल Nepāl) ist ein Binnenstaat in Südasien, zwischen China und Indien. Nepal ist weltweit vor allem für seinen Anteil am Himalaya bekannt, besteht zu großen Teilen aber auch aus Flachland mit tropischem Feuchtwald. Das Land hat etwa 30 Millionen Einwohner, die über 100 verschiedenen Volksgruppen angehören. Nepal gilt als das Geburtsland des Buddhismus. Heute haben etwa 80 % der Einwohner den Hinduismus als Religion, womit Nepal weltweit der Staat mit dem höchsten Anteil an Hindus ist. Bis 2008 war Nepal sogar der einzige Staat der Welt mit Hinduismus als Staatsreligion, seitdem ist es offiziell säkulär.
Nachdem Nepal lange Zeit unter indischer Rajputenherrschaft gestanden hatte, wurde es im 14. Jahrhundert erstmals unabhängig. Es zerfiel über die folgenden Jahrhunderte in etwa 50 kleine Fürstentümer und wurde erst 1768 wieder vereint zum Königreich Nepal. Dieses bestand bis zum 28. Mai 2008, als die Monarchie abgeschafft und stattdessen die Republik ausgerufen wurde. Die Lage der Demokratie und der Menschenrechte hatte sich dadurch gebessert, ist aber bis heute unvollkommen. Immer wieder kam es zu Machtwechseln, zuletzt durch die erfolgreichen Proteste in Nepal 2025. Die Gen-Z-Proteste hatten vor allem die Korruption der vorherigen Regierung kritisiert und eine weitergehende Demokratisierung gefordert. Sie erreichten Neuwahlen 2026, bei der die progressive Antikorruptionspartei RSP die absolute Mehrheit im Parlament gewann.
Nepal befindet sich in Südasien und erstreckt sich ca. vom 26. bis 30. nördlichen Breiten- und vom 80. bis 88. östlichen Längengrad. Nepal umfasst eine Fläche von 147.516 Quadratkilometern, wovon etwa 143.000 Quadratkilometer Landfläche und die restlichen 4.000 Quadratkilometer Binnengewässer sind. Die Ost-West-Ausdehnung beträgt 885 Kilometer und die maximale Nord-Süd-Ausdehnung, die in Westnepal erreicht wird, rund 241 Kilometer. Nepal liegt zwischen der Region Tibet im Norden und Indien im Süden. Nepal grenzt (von West nach Ost) an die indischen Bundesstaaten Uttarakhand, Uttar Pradesh, Bihar, Westbengalen sowie an das der Indischen Union beigetretene ehemalige Königreich Sikkim an.
Im Norden und im Osten liegt ein Großteil des Himalaya-Gebirges, unter anderem der Mount Everest, dessen Gipfel mit 8848 Metern den höchsten Punkt der Erde darstellt. Sieben der weiteren zehn höchsten Berge der Erde befinden sich ebenfalls in Nepal. Der tiefste Punkt dagegen liegt auf 70 Meter bei Kencha Kalan (Kechana Kawal im Distrikt Jhapa) im äußersten Südosten Nepals. Über 40 Prozent der Landesfläche liegen über 3000 Meter.
Der Himalaya ist erdgeschichtlich mit etwa 45 Millionen Jahren ein relativ junges Faltengebirge, daher ist es weniger durch Erosion abgerundet und geglättet als andere Gebirge. Die Flüsse münden nicht alle in den Ganges, die größten entspringen aber nördlich der Himalaya-Hauptkette und haben sich während der Gebirgshebung antezedente Durchbruchstäler gegraben. Das des Kali Gandaki ist mit etwa 6000 Metern – gemessen an den sich dort gegenüberstehenden Achttausendern Dhaulagiri (8167 m) und Annapurna (8091 m) – das tiefste Tal der Erde.
Dieses gesamte Gebiet ist kaum besiedelt und ein beliebtes Reiseziel für Trekkingtouristen und Bergsteiger. Der fortschreitende Straßenbau schränkt den Trekkingtourismus aber immer mehr ein.
Von 1950 bis 2005 verunglückten im nepalesischen Himalaya 832 Bergsteiger tödlich, etwa jeder hundertste Expeditionsteilnehmer auf Bergen ab 6000 Meter Höhe.
Naturräumlich lässt sich Nepal in drei Hauptregionen gliedern, das südliche Terai, das Mittelland und die Hochgebirgsregion. Mit dieser Gliederung sind auch sozioökonomische, kulturelle und ethnische Aspekte verbunden.
Das Terai bildet den nepalesischen Teil der Gangestiefebene. Es hat sich in den vergangenen 50 Jahren zu einem bedeutenden Wirtschafts- und Siedlungsraum entwickelt. Obwohl das Terai nur 14 % der Landesfläche ausmacht, leben dort 47 % der Einwohner. Fruchtbare, wenig erosionsgefährdete Böden und ganzjährig frostfreies Klima sowie gute Bewässerungsmöglichkeiten machen das Terai zur landwirtschaftlich wertvollsten Region.
In dieser Ebene befinden sich auch nahezu alle Industrieansiedlungen außerhalb des Kathmandutals. Durch das Terai verläuft der Mahendra-Highway als einzige Straße, die eine Ost-West-Verbindung ermöglicht. Neun Inlandsflughäfen befinden sich im Terai und bieten eine direkte Fluganbindung mit Kathmandu.
Die Siwaliks und die Mahabharata-Kette bilden den Übergang vom Terai zum Mittelland, das Höhen bis circa 3000 Meter erreicht. Das Mittelland hat ein sehr stark strukturiertes Relief. Faktoren wie Mikroklima, Böden und Geomorphologie variieren im Mittelland auf kleinem Raum, sodass sich auch die Bedingungen für die Besiedlung und Landwirtschaft stark unterscheiden. Dennoch stellt das Mittelland das altbesiedelte Kernland Nepals dar. Im Mittelland leben auf 30 % der Landesfläche 45 % der Bevölkerung.
Durch die hohe Reliefenergie ist das Mittelland hochgradig verkehrsfeindlich. Lange Zeit verfügten nur das Kathmandu- und das Pokhara-Tal über eine Straßenanbindung, wobei Kathmandu erst in den 1950er und Pokhara in den 1970er Jahren Straßenanschlüsse erhielten, Tribhuvan Rajmarg (Nepali: त्रिभूवन राजमार्ग) und Prithvi Rajmarg (Nepali: पृथ्वी राजमार्ग). Der Mahendra Rajmarg (Nepali: महेन्द्र राजमार्ग), die erste nationale Längsverbindung von Mechinagar bis Bhim Datta entstand schrittweise im Terai ab den 1960er Jahren und wurde erst 1996 durchgängig auf gut 1000 km fertiggestellt. Weitere Landesteile des Mittellandes wurden von dieser Straße aus über Stichstraßen erschlossen, von denen der Mechi Rajmarg (Ilam), der Dharan-Dhankuta-Rajmarg, der Ratna Rajmarg (Birendranagar) und der Mahakali Rajmarg (Amargadhi) die wichtigsten sind. Zahlreiche weitere Stichstraßen folgten und die bestehenden werden stetig und mit Hochdruck nach Norden verlängert. Zurzeit entsteht eine Längsverbindung durch das Mittelland, die in zahlreichen Abschnitten, aber noch nicht durchgehend, fertiggestellt ist.
Kathmandu verfügte mit dem Flughafen Kathmandu lange Zeit über den einzigen internationalen Flughafen des Landes. Mit dem Gautam Buddha International Airport in Siddharthanagar und dem Internationalen Flughafen Pokhara eröffneten 2022 und 2023 zwei weitere.
In den Talflächen konzentrieren sich fast alle Siedlungen der Hochgebirgsregion. Sommersiedlungen mit Weidewirtschaft reichen bis 5000 Meter. Die extrem hohe Reliefenergie und die hohen Monsunniederschläge (über 5000 Millimeter) an den Südhängen tragen zur Bodenerosion bei und machen Landwirtschaft schwierig.
Die im Regenschatten liegenden Nordseiten der Hauptkette erhalten hingegen sehr wenig Niederschlag (unter 200 Millimeter), sodass Landwirtschaft kaum möglich ist. Forst- und Waldwirtschaft sind wichtige Standbeine der bäuerlichen Subsistenzwirtschaft im Gebirge. Insgesamt ist die Hochgebirgsregion Nahrungsmitteldefizitgebiet. Die wichtigste externe Einnahmequelle ist der Tourismus. Es gibt bisher nur eine Stichstraße aus dem Süden, nämlich nach Jomsom und Muktinath, allerdings noch nicht ausgebaut. Die einzige Straße, die das Hochgebirge in Nepal durchquert und somit auch die einzige Landverbindung Nepals nach China, ist der Arniko Rajmarg (Nepali: अरनिको राजमार्ग) von Kathmandu nach Tibet; sie ist jedoch seit Jahren wegen zahlreicher Erdrutsche auf tibetischer Seite schwer passierbar. Die über die Region verteilten zahlreichen Landepisten und Flugplätze stellen eine wichtige Verkehrsverbindung mit dem übrigen Landesteil dar; die wichtigsten davon sind Jomsom, Jimikot, Dolpa und Lukla.
Als Konsequenz ist das Laufen zu Fuß, wie auch im Mittelland, nach wie vor eine wichtige Fortbewegungsart. Tendenziell sind die Hochgebirgsregionen schlechter entwickelt als der Rest des Landes. Insbesondere in den westlichen Teilen der Hochgebirgsregionen ist der Index der menschlichen Entwicklung deutlich geringer als im Landesdurchschnitt. Er weicht um 15 % vom Durchschnitt ab.