Nena (* 24. März 1960 in Hagen als Gabriele Susanne Kerner) ist eine deutsche Popsängerin. Sie hatte 1982 mit der gleichnamigen Band und dem Lied Nur geträumt ihren Durchbruch. 1983 wurde sie mit dem Titel 99 Luftballons im Zuge der Neuen Deutschen Welle auch international bekannt. 1989 begann die Sängerin mit Wunder gescheh’n eine Solokarriere. Mit weltweit über 25 Millionen verkauften Tonträgern zählt sie zu den erfolgreichsten Musikern in der Geschichte der deutschen Popmusik.
Kerner wurde 1960 als Lehrerstochter in Hagen geboren. Während eines Spanienurlaubs in ihrem dritten Lebensjahr wurde sie von den Einheimischen „Nena“ genannt, ein spanisches Kosewort, das so viel wie „Mädchen“ bedeutet. Ihren Eltern gefiel dieser Kosename so sehr, dass sie ihn fortan weiter verwendeten. Sie hat zwei jüngere Geschwister, eine Schwester und einen Bruder. Nena wohnte die ersten fünf Jahre ihrer Kindheit in Breckerfeld. Danach zog sie mit ihrer Familie nach Hagen, wo sie die Pelmkegrundschule in Wehringhausen besuchte, dann das Christian-Rohlfs-Gymnasium in Hagen-Haspe, das sie nach der elften Klasse vorzeitig verließ. Sie begann auf Wunsch ihrer Eltern eine Ausbildung zur Goldschmiedin, die sie nicht beendete.
1987 lernte sie während der Dreharbeiten zur Filmkomödie Der Unsichtbare den Schweizer Schauspieler Benedict Freitag (1952–2025) kennen, mit dem sie bis 1992 zusammenlebte. Er war der Vater ihres erstgeborenen mit elf Monaten verstorbenen Sohnes (1988–1989) und von 1990 geborenen Zwillingsgeschwistern, darunter Larissa Kerner, die ebenfalls musikalisch tätig ist.
Mit Philipp Palm, einem Schlagzeuger und Musikproduzenten aus Esslingen am Neckar, ist sie seit 1993 zusammen und hat mit ihm zwei weitere Kinder. Die Familie lebt in Hamburg-Rahlstedt.
Im November 1977 traf Nena in der Hagener Diskothek Madison den Gitarristen Rainer Kitzmann, der ihr anbot, als Sängerin in seiner Band The Stripes einzusteigen. Sie nahm an, und 1978 folgten erste Liveauftritte. Die Band trat 1980 in der Plattenküche auf und 1981 bei disco. Nach einigen Singles und einer erfolglosen LP trennte sich die Gruppe im selben Jahr.
Nena zog dann auf Einladung des Plattenlabels CBS Records mit ihrem damaligen Lebensgefährten Rolf Brendel, mit dem sie noch bei den Stripes zusammengekommen war, nach West-Berlin. Dort gründeten sie mit die nach ihr benannte Band Nena. Im Mai 1982 erschien die Single Nur geträumt, deren Verkaufszahlen nach einem Fernsehauftritt in der Sendung Musikladen im August 1982 in die Höhe schnellten. Im September 1982 erreichte die Band mit Rang zwei erstmals eine Platzierung in den deutschen Charts.
Als zweite Single der Band erschien im Januar 1983 der Titel 99 Luftballons. Der Song wurde zu einem Nummer-eins-Hit und auch international ein großer Erfolg. 1983 spielte Nena neben Markus und Karl Dall eine Hauptrolle in der deutschen Kinokomödie Gib Gas – Ich will Spaß. Im April 1983 folgte die dritte Single der Band, Leuchtturm, die den zweiten Platz in den deutschen Charts erreichte.
1984 erschien das ebenfalls erfolgreiche zweite Album ? (Fragezeichen) mit dem gleichnamigen Lied. 1985 folgte das Album Feuer und Flamme das parallel in anderen Ländern auf Englisch mit dem Titel It’s all in the Game herausgebracht wurde. Die erfolgreichste Auskopplung war Irgendwie, irgendwo, irgendwann, das Platz drei in Deutschland erreichte. Das Album verkaufte sich gut, wurde aber von Kritikern nicht begeistert aufgenommen. Zudem erlebte man erste Misserfolge, denn die letzten beiden Singles schafften keine Platzierung in den Charts, und zur anschließenden Tour wurden vergleichsweise wenig Karten verkauft.
Nach dem vierten Album Eisbrecher musste die Gruppe feststellen, dass die Käufer das Interesse verloren hatten. Nena und Brendel trennten sich, und die Band wurde im April 1987 aufgelöst. Im selben Jahr wirkte Nena in der Filmkomödie Der Unsichtbare mit.
1989–2005: Wunder gescheh’n und weitere Soloalben
Zwei Jahre nach der Auflösung der Band startete Nena im Oktober 1989 ihre Solokarriere mit dem Lied Wunder gescheh’n, das sie nach der Geburt ihres Sohnes geschrieben hatte, der im Alter von elf Monaten gestorben war. Einen Monat später veröffentlichte sie ihr gleichnamiges Soloalbum. In den 1990er Jahren brachte sie verschiedene Kinderliederalben heraus. 1994 moderierte Nena einige Monate lang das Boulevardmagazin Metro im Ersten und 1998 bei diesem Sender den mit über sieben Millionen Zuschauern erfolgreichen Countdown Grand Prix.
In dieser Zeit wechselte sie zweimal die Plattenfirma, da sie erst mit dem Erfolg des Albums Bongo Girl (Epic Records, 1992) und dann mit dem des Albums Und alles dreht sich (RMG, 1994) nicht zufrieden war. Letzteres ist Nenas erfolglosestes Album, und keine der drei ausgekoppelten Singles konnte sich in den Charts platzieren. Für die Zeichentrickserie Die Bambus-Bären-Bande sangen Nena und Sebastian Krumbiegel das Titellied Das Lied dieser Welt. Das Schlusslied, ebenfalls interpretiert von Nena, heißt Freunde. 1996 erschien der Soundtrack auf CD. Nach ihrem zweiten Wechsel (zu Polydor) brachte sie die Alben Jamma nich und Wenn alles richtig ist, dann stimmt was nich (1997 bzw. 1998) heraus. 1999 veröffentlichte sie das Kinderliederalbum Rabatz, wovon einige Lieder in den Kurzfilmen der Teletubbies von ihr mit einer Gruppe von Kindern vorgetragen wurden.
2001 erschien das Album Chokmah, das sich höher platzierte als alle ihre zuvor erschienenen Soloalben. 2002 spielten Nena und Uwe Fahrenkrog-Petersen gemeinsam neue Versionen der alten Hits ein. Die Veröffentlichungen erreichten hohe Verkaufszahlen, und Nena konnte so ein Comeback feiern. Im selben Jahr arbeitete sie auch mit dem deutschen DJ WestBam zusammen. 2003 veröffentlichte Nena im Duett mit Kim Wilde das Lied Anyplace, Anywhere, Anytime, ein Remake ihres früheren Hits Irgendwie, irgendwo, irgendwann. Der Titel war in Deutschland wochenlang auf Platz drei der Charts und erreichte in den Niederlanden sowie in Österreich Platz eins.
Die Single Liebe ist, Titellied der Telenovela Verliebt in Berlin, und die Doppel-CD Willst du mit mir gehn erschienen im Februar bzw. im März 2005. Nena erreichte in Deutschland mit der Single Platz eins der Charts und mit der Doppel-CD Platz zwei der Albumcharts. Im Oktober 2005 erschien zur Frankfurter Buchmesse Nenas gemeinsam mit Claudia Thesenfitz verfasste Autobiografie Willst du mit mir gehn. Sie erreichte Platz drei der deutschen Bestsellerliste. Im November 2005 startete Nena die „Willst du mit mir gehn“-Tournee, die sie durch Deutschland, nach Österreich und in die Schweiz führte.
2006–2009: Cover Me und Dein Song
2006 schloss Nena Werbeverträge inklusive Fernsehspots mit einem Telefonauskunftsdienst sowie mit einem Automobilhersteller ab. Im September 2006 veröffentlichte sie die Single Caravan of Love als Duett mit Duncan Townsend. Das Original dieses Isley-Brothers-Titels von 1985 war 1987 von den Housemartins gecovert worden. Auf Kim Wildes 2006 veröffentlichtem Album Never Say Never befindet sich eine von Kim Wilde und Nena gemeinsam aufgenommene Coverversion des Supremes-Klassikers You Keep Me Hangin’ on aus dem Jahr 1966, mit dem Kim Wilde 1986 selbst einen internationalen Nummer-eins-Hit hatte. Im September 2007 erschien Nenas Doppelalbum Cover Me. Auf diesem Album interpretiert sie nationale und internationale Hits und persönliche Lieblingslieder, wie Eiszeit von Ideal und Für Dich tu ich fast alles von Ulla Meinecke. Lead-Singles waren Mach die Augen auf, der einzige Originaltitel des Albums, sowie eine Coverversion von Marlene Dietrichs Ich werde dich lieben. Als weitere Auskopplung wurde im Dezember 2007 der Klaus-Hoffmann-Titel Mein Weg ist mein Weg als Download-Single veröffentlicht.
Im Oktober 2008 nahm Nena als Musikpatin in der Kindersendung Dein Song des Fernsehsenders KiKA teil. Im November 2008 veröffentlichte sie das Kinderalbum Himmel, Sonne, Wind und Regen. Es enthält neben einem Duett mit Rolf Zuckowski auch ein Duett mit Nenas Tochter Larissa, die beim Texten zweier Lieder beteiligt war. Produzent und Komponist ist Nenas Lebensgefährte Philipp Palm, der bei einem Lied auch mitsingt. Im selben Jahr erhielt sie den Deutschen Kinderpreis in der Kategorie Ehrenpreis.