An diesem Tag

Neil Young

Kanadischer Rockmusiker

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Neil Percival Young, OC, OM (* 12. November 1945 in Toronto) ist ein kanadischer Musiker, Singer-Songwriter und Filmemacher. Seit Januar 2020 besitzt er zusätzlich die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Er wird als bedeutender Folkmusiker genannt, aber auch als „Godfather of Grunge“ bezeichnet. Seine Musik umfasst weitere Genres wie Rock- und Country-Musik.

Youngs Karriere begann 1966 mit der Band Buffalo Springfield. Er tritt mit der Band Crazy Horse, aber auch solo und mit anderen Künstlern auf, insbesondere mit Crosby, Stills, Nash (& Young). Seine kommerziell erfolgreichsten Titel sind Heart of Gold und Rockin’ in the Free World. Er hat 48 Studioalben, 27 Livealben sowie diverse Kollaborationsalben, Soundtracks und EPs veröffentlicht.

Neil Percival Young wurde 1945 in Toronto als Sohn von Scott Young (1918–2005) und dessen Ehefrau Rassy Ragland geboren. Sein Vater war ein angesehener Sportjournalist und Autor zahlreicher Bücher, unter anderem von Neil & Me (1984) über die Beziehung zu seinem Sohn. Young verbrachte seine ersten Jahre in Omemee, einer ländlichen Gemeinde in Kawartha Lakes in der Provinz Ontario. 1951 erkrankte er als Fünfjähriger an Kinderlähmung, wodurch seine linke Körperhälfte bleibend geschädigt wurde, was ihm bis heute einen leicht schleppenden Gang beschert. Die Erinnerungen an diese Zeit verarbeitete Young später in dem Song Helpless. Zur Erholung verbrachte er ein Jahr in New Smyrna Beach, Florida. Ab Mitte der 1960er Jahre kamen Epilepsie und Diabetes hinzu.

Als Young zwölf Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden. Er zog mit seiner Mutter nach Winnipeg, Manitoba, der ursprünglichen Heimat ihrer Familie. Scott Young hatte aus zwei weiteren Ehen noch fünf Töchter, darunter die Singer-Songwriterin Astrid Young (* 1962), die 1992 auf dem Album Harvest Moon und bei diversen Liveauftritten sang. Zu Weihnachten 1958 bekam er eine Ukulele geschenkt und begann später Banjo zu spielen. Beeinflusst von Hank Marvin von The Shadows wechselte Young anschließend zur Gitarre und brachte sich das Instrument selbst bei.

Bis 1968: Erste Jahre und mit Buffalo Springfield

Anfang der 1960er Jahre besuchte Young die High School und spielte in verschiedenen lokalen Bands (z. B. The Jades) seiner Heimatstadt Winnipeg. Dabei nahm er auch einige Songs auf – so erschien 1963 die Single The Sultan / Aurora mit der Gruppe The Squires. Beide Songs waren, wie auch die meisten Lieder, die der Teenager Neil Young in jener Zeit schrieb, Instrumentals und am Sound seiner Vorbilder The Shadows orientiert. Im Oktober 1965 lernte er in Winnipeg Joni Mitchell kennen, mit der ihn fortan eine Freundschaft verband. 1973 widmete Young ihr sein Lied Sweet Joni. In den Folgejahren bis 1966 entwickelte er sich langsam zum Folk-Interpreten, und es gab immer wieder Studioaufnahmen, sowohl solo als auch mit The Squires in Kanada und mit den Mynah Birds (mit Rick James) in den USA, wo Young vor allem in New Yorker Folkcafés auftrat, die aber seinerzeit allesamt unveröffentlicht blieben.

Nachdem seine Auftritte und Aufnahmen nicht von Erfolg gekrönt waren, zog er nach einem kurzen Aufenthalt als Solokünstler in Toronto 1966 nach Los Angeles, wo er bald darauf unter anderem mit Stephen Stills, den er bereits in New York kennengelernt und mit dem er bei The Mynah Birds gespielt hatte, und Richie Furay die Band Freeway Traffic Jam gründete, woraus später die Band Buffalo Springfield wurde, für die er bekannte Stücke wie Mr. Soul, Broken Arrow und On the Way Home schrieb. Buffalo Springfield wurde schnell zu einer führenden Band in der aufstrebenden Folkszene in Kalifornien Mitte der 1960er Jahre, beispielhaft sei der Topsong For What It’s Worth genannt, und spielte die erfolgreichen Alben Buffalo Springfield (1966) und Buffalo Springfield Again (1967) ein. Nach dem dritten Album Last Time Around (1968) löste sich die Band wegen andauernder Streitigkeiten unter den Bandmitgliedern auf. Neil Young zog es vor, von nun an alleine Karriere zu machen. 1997 wurde Buffalo Springfield inklusive Neil Young in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen. Auf seinem Album Silver & Gold (2000) veröffentlichte Young den Song Buffalo Springfield Again, in dem er sich sehr positiv an die Zeit mit der Band erinnert.

1968–1981: Solo, mit Crazy Horse und mit CSNY

Ende 1968 nahm Young sein erstes Soloalbum Neil Young auf, das im Januar 1969 erschien, und tourte mit seinen Songs 1969 durch Nordamerika. Kurz darauf gründete er mit den drei Musikern Danny Whitten (Gitarre und Gesang), Billy Talbot (Bass) und Ralph Molina (Schlagzeug) aus der Band The Rockets die Gruppe Neil Young & Crazy Horse. Es erschien ihr erstes gemeinsames Album Everybody Knows This Is Nowhere. Das Album platzierte sich ausgesprochen gut in den US-Billboard-200 Charts. Neben der erfolgreichen Single Cinnamon Girl enthält es auch die Rockklassiker Down by the River und Cowgirl in the Sand, mit denen er seine lang ausufernden Gitarrensoli berühmt machte. Heute wird es von vielen als das erste Grunge-Rock-Album der Geschichte bezeichnet.

Außerdem spielte er mit Crosby, Stills & Nash, so auch bei deren zweitem gemeinsamen Auftritt vor geschätzten 400.000 Menschen beim Woodstock-Festival. Er schloss sich dem Trio erstmals für kurze Zeit an und veröffentlichte mit ihnen 1970 das erfolgreiche Album Déjà Vu sowie ein Jahr darauf das Livealbum 4 Way Street. Für Crosby, Stills, Nash and Young (CSNY) schrieb er in dieser Zeit u. a. den Klassiker Helpless sowie Country Girl und den Protestsong Ohio, der die Tötung von vier unbewaffneten Studenten durch die Nationalgarde zum Thema hat und nur wenige Wochen nach dem Ereignis als Single veröffentlicht wurde. Young schrieb den Text angeblich in wenigen Stunden, nachdem er ein Foto von diesem Massaker gesehen hatte. Fast zeitgleich nahm er unter Mitwirkung von Nils Lofgren, Stephen Stills, Greg Reeves (* 1955) und Crazy Horse mit After The Gold Rush (1970) ein weiteres Soloalbum auf, das zu seinem ersten auch in Europa von Erfolg gekrönten Album wurde. Mit einer Songauswahl zwischen Sanftheit, z. B. dem Titelsong After The Gold Rush, und dem rockigen Southern Man war das Album stilistisch sehr gemischt.

Nach seinen Erfolgen mit Crosby, Stills, Nash & Young kaufte Neil Young 1970 eine Ranch („Broken Arrow Ranch“) in den ländlichen Hügeln oberhalb von Woodside und Redwood City in Nordkalifornien. Nach der Scheidung von seiner langjährigen Gefährtin Pegi Young im Jahre 2014 überließ er sie seiner Ex-Frau.

1971 musste sich Neil Young einer Rückenoperation unterziehen, die als Spätfolge seiner Polioinfektion von 1951 nötig war. In dieser Zeit schrieb er seinen größten Hit Heart of Gold. Der Song wurde 1972 auf seinem bis heute meistverkauften Album Harvest veröffentlicht, das auch die Folkklassiker Old Man und The Needle and the Damage Done beinhaltet.

Neil Young bewies im Laufe der Jahre eine große musikalische Wandlungsfähigkeit, die sich auch in der Vielzahl seiner Veröffentlichungen manifestierte. Er spielte Folk und Country im steten Wechsel mit Rockmusik oder mit experimentellen Alben. So erschien noch im selben Jahr wie Harvest das Soundtrack-Album Journey Through the Past zu seinem gleichnamigen etwas verworrenen Spielfilm. Zu dieser Zeit gründete er auch seine Filmproduktionsfirma Shakey Pictures, mit der er bis heute seine Filme dreht. Ein Jahr später erschien dann das rocklastige Album Time Fades Away (1973) aus Konzertmitschnitten. Das Album zeigt wiederum ein anderes Gesicht Youngs und ist weit weniger kommerziell ausgerichtet, obwohl Harvest und Time Fades Away mit derselben Begleitband, The Stray Gators, eingespielt wurden. Die zugehörige Tournee verlief für Young schwierig. Er litt unter Stimmproblemen und brach im Winterland in San Francisco mitten in Old Man ab, weil er einige Töne nicht traf. David Crosby und Graham Nash übernahmen daraufhin den Rest des Auftritts, während Young sich auf das Instrumentalspiel beschränkte. Die US-Tournee wurde um fünf Auftritte verkürzt, eine geplante Europatournee sagte sein Manager Elliot Roberts aus Gesundheitsgründen ab.

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