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Nairobi

Hauptstadt von Kenia

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Nairobi [[na͜iˈroːbi] ] ist die Hauptstadt Kenias mit 4.397.073 Einwohnern (Zensus im August 2019), die auf einer Fläche von etwa 704 Quadratkilometern leben. Bis 2010 war Nairobi auch die Hauptstadt einer der acht Provinzen des Landes, heute liegt Nairobi im Nairobi County.

Der Name der Stadt kommt von dem Maa-Ausdruck Engare Nyarobie, was etwa „kühler Fluss“ bedeutet.

Nairobi liegt im Süden Kenias am Fluss Nairobi, einem Nebenfluss der Athi. Auf durchschnittlich 1624 m Höhe errichtet, zählt sie zu den höchstgelegenen Hauptstädten Afrikas. Nairobi liegt knapp südlich des Äquators auf den geografischen Koordinaten Breitengrad 1° 17′ Süd und Längengrad 36° 49′ Ost.

Die Stadt liegt in der tropischen Klimazone, hat aber wegen ihrer Höhenlage ein ausgesprochen gemäßigtes Klima. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 19 Grad Celsius, die Jahresniederschlagsmenge 1024,2 Millimeter im Mittel.

Der wärmste Monat ist der März mit durchschnittlich 20,5 Grad Celsius, der kälteste der Juli mit 16,8 Grad Celsius im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt im Monat April mit durchschnittlich 219,4 Millimeter, der wenigste im Juli mit 17,5 Millimeter im Mittel.

Etwa 60 Prozent der Einwohner Nairobis leben in Slums, von denen es mehr als 200 gibt. Im Nordosten der Stadt liegt der älteste Slum der Stadt, gelegen im Mathare Valley. Entlang der Eisenbahnlinie im Südwesten, liegt außerdem der Slum Kibera, mit ca. 200.000 Einwohnern. Frühere Schätzungen, es handele sich um den größten Slum Afrikas, mit bis zu einer Million Einwohnern, wurden mit einer Volkszählung widerlegt. Weitere Slums sind Korogocho und die Ansammlungen in Kariobangi.

Im Süden Nairobis liegt der mondäne Vorort Karen, benannt nach der dänischen Schriftstellerin und Farmerin Karen Blixen, die dort viele Jahre lebte.

Durch die Ausgrabungen im Bereich der Kantis Fossil Site am Stadtrand von Nairobi ist belegt, dass im Gebiet der Stadt bereits vor rund 3,5 Millionen Jahren Australopithecus afarensis, frühe Vorfahren des Menschen, existierten.

Nairobi entstand aus einem Eisenbahnlager und Versorgungsdepot, das die britische Verwaltung Ugandas 1896 in dem sumpfigen Gebiet im Zentrum Kenias errichtete. Ein Jahr zuvor hatte von Mombasa aus der Bau der Uganda-Bahn begonnen, der die Küste und Uganda miteinander verbinden sollte. Der Ort im Hochland, von Massai und Kikuyu besiedelt, war für das Eisenbahnlager wegen der umliegenden Flüsse und des günstigen Klimas gewählt worden. 1899 verlegte die Verwaltung der Uganda Railways ihr Hauptquartier nach Nairobi, im selben Jahr zog auch die Administration der Ukamba-Provinz von Machakos nach Nairobi. Im Dezember 1901 bildete sich ein erster Stadtrat. Zu dieser Zeit hatte der Ort noch immer den Charakter eines riesigen Zeltcamps, ein Beobachter beschrieb ihn als „den gesetzlosesten und gefährlichsten Ort Afrikas“.

Sechs Jahre später wurde Nairobi zur Hauptstadt des Protektorats Britisch-Ostafrika (wie die spätere Kolonie Kenia bis 1920 hieß) und löste damit Mombasa ab. Bereits in dieser Phase war sie enorm gewachsen. Mehr als 1200 Weiße lebten inzwischen hier. Nairobi war kommerzielles und kulturelles Zentrum für die wachsende Zahl von europäischen Siedlern im nahen Hochland und Basis für den boomenden Jagdtourismus. Die Errichtung des größten Teils der Gebäude hatte der indische Kaufmann und Bauunternehmer Alibhoy Mulla Jeevanjee übernommen, der sich bereits durch einen Kontrakt mit Uganda Railways über die Verschiffung der indischen Bauarbeiter und deren Versorgung bewährt hatte.

Die Stadt, die eigentlich für die europäischen und indischen Bewohner der Kolonie geplant war, zog aber auch viele Afrikaner an, die von Anbeginn die große Mehrheit der Bewohner stellten. Neben afrikanischen und indischen Bahnarbeitern, die in angelegten Barackenlagern wohnten, siedelten sich sudanesische und somalische Händler und Soldaten an, Träger aus allen Teilen Ostafrikas und die Hilfssoldaten der Kolonialtruppen, vor allem Massai, Nandi und Baganda aus der benachbarten Kolonie. Darüber hinaus zogen zahlreiche Kikuyu aus dem Umland in die Stadt. Sie lebten an den Rändern der Stadt, in illegalen Vierteln, von denen einige schnell abgerissen wurden, andere blieben eine Weile bestehen. 1921 lebten ca. 12.000 Afrikaner in acht verschieden afrikanischen Stadtvierteln, zu denen Mombasa, Masikini, Kaburini, Kariokor und Kibera, Pumwani und Pangani gehörten. In diesen afrikanischen Vierteln entstanden die Ursprünge einer ersten organisierten antikolonialen Bewegung. Insbesondere die Teestuben Panganis in der östlichen Vorstadt und – sonntags – der Sportplatz des Viertels waren Treffpunkte für politisch Aktive, bis Pangani 1938 abgerissen wurde.

Schon früh strömten Zuwanderer in die Stadt Nairobi. Sie siedelten sich oft am Rande der Stadt an, an vielen Stellen bildeten sich so slumartige Zustände. Die Stadt hat eine der weltweit höchsten Kriminalitätsraten.

Anfang der 1990er Jahre wuchs die Opposition der Bevölkerung gegenüber dem kenianischen Präsidenten Daniel arap Moi, was mehrere Unruhen zur Folge hatte. Immer wieder demonstrieren in der Stadt auch die Studenten der Universitäten.

Am 7. August 1998 wurden bei einem Terroranschlag auf die US-Botschaft in Nairobi 213 Menschen getötet. Heute befindet sich an der Stelle eine grüne Gedenkstätte mit Kapelle.

Im Januar 2007 fand in Nairobi das siebte Weltsozialforum statt, bei dem die Bewohner von Korogocho eine Gelegenheit fanden, die Weltöffentlichkeit auf ihre Lebenssituation aufmerksam zu machen.

Am 21. September 2013 verübten islamistische Extremisten der somalischen Al-Shabaab-Milizen im Stadtteil Westlands einen Überfall auf das Westgate-Einkaufszentrum, bei dem mindestens 68 Menschen ums Leben kamen.

Im August 2025 fand in Nairobi die Wikimania statt.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand.

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