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NBA Draft

US-amerikanische Basketballveranstaltung

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Der NBA Draft ist eine Veranstaltung der nordamerikanischen Basketballliga NBA, bei der die Teams der Liga die Rechte an verfügbaren Nachwuchsspielern erwerben können. Meistens kommen die gedrafteten Spieler direkt vom College, aber auch aus Ligen außerhalb Nordamerikas und früher auch von der High School. Seit dem NBA Draft 2006 sind nur noch Spieler zugelassen, die seit mindestens einem Jahr die High School beendet haben und bis zum Ende des Jahres, in dem der Draft stattfindet, mindestens 19 Jahre alt werden.

Der erste Draft fand 1947 statt, als die Liga noch unter dem Namen BAA (Basketball Association of America) firmierte. Mit der Umbenennung in NBA im Jahre 1950 folgte auch die Umbenennung in NBA-Draft. In erster Linie soll der Draft (zu deutsch etwa: Auswahl, Einberufung) eine faire Aufteilung der besten Collegespieler an alle NBA-Teams bewerkstelligen. Dabei sollten damals wie heute die bilanzschwächsten Teams die besten Collegespieler wählen dürfen. Anders als in Europa wird die Sportausbildung in den USA von Highschools und Colleges getragen. NBA-Clubs besitzen keine Jugendabteilung und sind auch keine Vereine im europäischen Sinne, sondern Franchises und ähneln damit mehr gewinnbringenden Unternehmen. Somit rücken auch keine Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen auf. Die jährliche Nachwuchsrekrutierung wurde mit dem Draft gelöst, die auch in anderen Sportarten in den USA jährlich durchgeführt wird.

Die Draftreihenfolge orientierte sich zu Beginn an den Saisonbilanzen der jeweiligen Teams in umgekehrter Reihenfolge. Das beste Team erhielt das letzte Auswahlrecht der jeweiligen Draftrunde, das schlechteste das erste. 1966 wurde bei Teams mit gleicher Bilanz der Münzwurf eingeführt. Der Gewinner des Münzwurfs erhielt die bessere Draftposition. Auf diese Weise erhielten die Milwaukee Bucks 1969 die Möglichkeit, Lew Alcindor an erster Stelle auszuwählen. 1985 wurde der Münzwurf durch die Draftlottery ersetzt, bei der alle nichtqualifizierten Playoffteams die Chance haben, den ersten, zweiten und dritten Pick zu gewinnen. Nach Kritik wurde die Gewichtung der Lottery 1990 zugunsten der schwächeren Teams angepasst. Auf diesem Wege gelang es zum Beispiel den Orlando Magic 1993, mit einer Chance von lediglich 1,52 % auf den ersten Pick, die Lottery tatsächlich zu gewinnen.

In den früheren Jahren wurde zu Marketingzwecken auch ein sogenannter Territorial pick eingeführt. Dieser ermöglichte es NBA-Teams, auf ihren eigentlichen Pick zu verzichten und damit einen beliebigen Collegespieler aus ihrer Nähe (daher Territorial pick) zu verpflichten. Gerade College-Basketball war in den jungen Jahren der NBA weitaus populärer als die eigentliche Profiliga. So sollten für die junge Liga hohe Zuschauerzahlen generiert werden, wenn der örtliche Collegestar zum örtlichen Profiklub wechselte. Beispiele für Territorial picks sind: Wilt Chamberlain, Tom Heinsohn, Oscar Robertson oder Gail Goodrich. 1965 wurde der Territorial pick abgeschafft.

Zu Beginn durften NBA-Teams unbeschränkt draften, bis alle Spieler vergeben waren. Zwischen 1960 und 1968 gab es 21 Draftrunden. Mit den Jahren wurde die Anzahl der Draftrunden verringert. Seit 1989 gibt es nur zwei Draftrunden. Eine Draftrunde besteht aus der Anzahl der jeweiligen NBA-Teams in der Liga. Jedes Team besitzt je ein Auswahlrecht pro Draftrunde.

Seit Mitte der 1980er Jahre und der Übernahme David Sterns als Commissioner der NBA hat sich der Draft auch zu einem medialen Ereignis entwickelt. Mit dem Popularitätsschub der NBA in den 1980er Jahren wurden auch die Spieler, die sich zum Draft anmeldeten, immer jünger und internationaler. Obwohl 1975 mit Darryl Dawkins der erste Highschool Spieler direkt in die NBA wechselte, vergingen 20 Jahre, ehe mit Kevin Garnett erneut ein Highschooler gedraftet wurde. 1996 kam Kobe Bryant, 1997 Tracy McGrady in die NBA. Ihre Erfolge beschleunigten den Strom junger Spieler, die zwar talentiert, aber nicht immer bereit für die NBA waren. Den Höhepunkt fand diese Entwicklung 2001 als mit Kwame Brown und Tyson Chandler die ersten beiden Picks Highschooler waren. Die Liste jener Highschooler oder junger Europäer, die gedraftet wurden und es nicht geschafft haben, ist lang. Seit 2006 müssen Draftangemeldete entweder ein Jahr College gespielt haben oder mindestens 19 Jahre alt sein. Dies führte zum Begriff des One-And-Done, wonach viele talentierte Collegespieler bereits nach ihrem Freshman-Jahr, dem ersten Jahr, das College verlassen und sich zum Draft anmelden. Eine Entwicklung, die oft kritisch gesehen wird. Der letzte Collegeabsolvent, der an erster Stelle gedraftet wurde, war Kenyon Martin im Jahre 2000.

Parallel zum Erfolg der Highschooler kam auch der der internationalen Spieler. Wurden in den 1980er Jahren internationale Spieler ohne Collegeerfahrung oft erst in den letzten Runden des Drafts ausgewählt, so stehen spätestens seit den Erfolgen von Dirk Nowitzki oder Pau Gasol internationale Spieler im Fokus der NBA-Scouts. 2002 wurde mit Yao Ming der erste internationale Spieler ohne Collegeerfahrung an erster Stelle ausgewählt, 2006 wurde Andrea Bargnani der erste europäische Toppick. Viele internationale Spieler werden jedoch erst ab der zweiten Runde ausgewählt, wo sie dann von ihrem Team für ein bis zwei Jahre noch in Europa „geparkt“ werden und bei ansprechender Entwicklung in die NBA geholt werden. Jene Europäer, die recht früh gedraftet werden, wechseln auch meist sofort in die NBA. Weitere Beispiele für hochgedraftete Internationale ohne Collegeerfahrung sind Danilo Gallinari, Ricky Rubio, Enes Kanter, Jonas Valanciunas oder jüngst Dante Exum, Kristaps Porziņģis, Mario Hezonja, Giannis Antetokounmpo, Luka Dončić und Victor Wembanyama.

Mit dem Ende des NCAA-Division-I-Basketball-Championship-Turniers und der regulären NBA-Saison beginnt die Vorphase des Drafts. Collegespieler, die ihre jeweilige Universität mit dem Collegeabschluss (meist nach vier Jahren) verlassen, sind für den Draft automatisch gemeldet. Spieler, die drei oder weniger Collegejahre gespielt haben, müssen sich für den Draft anmelden. Diese haben bis zu einer festgelegten Frist jederzeit die Möglichkeit, die Anmeldung zurückzuziehen. Geschieht dies nicht oder wird noch vor der Frist ein Spieleragent verpflichtet, ist auch die Collegekarriere für den betroffenen Spieler beendet, da der Spieler mit der Anmeldung zum Draft oder Verpflichtung eines Spieleragenten auch seinen Amateurstatus aufgibt. Im Vorfeld des Drafts erstellen viele College- und NBA-Experten sogenannte Mockdrafts. In diesen werden zunächst die stärksten Spieler, unabhängig von Teams, ihrer jeweiligen Position zugeteilt und eine Vorhersage darüber getroffen, an welcher Stelle dieser Spieler gezogen werden wird. Die Position des jeweiligen Spielers hängt von vielen Faktoren ab. Die wichtigsten sind jedoch das Alter und das damit vorhandene Potenzial, physische Parameter wie Größe und Armspannweite, Athletik, Fähigkeiten wie Werfen, Dribbeln, Passen oder Verteidigen, seine Leistung beim NCAA-Turnier und nicht zuletzt der Charakter des jeweiligen Spielers. Um einige dieser Parameter besser einschätzen zu können, veranstaltet die NBA vor dem Draft einen Draft Combine, bei dem die Spieler offiziell vermessen werden und in Athletiktests ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können. Im Anschluss an den Combine wird die Draftreihenfolge über die Draftlottery ermittelt und die favorisierten Spieler von NBA-Klubs zu privaten Workouts eingeladen, die am ehesten einem Vorstellungsgespräch ähneln und dem Team ein besseres Bild über den Spieler vermitteln sollen. Vor allem für internationale Spieler ist dies eine wichtige Möglichkeit, sich zu präsentieren, da über diese Spieler meist weniger bekannt ist als über die heimischen Collegespieler.

Der anschließende NBA-Draft findet in der Regel eine Woche vor der offiziellen Sommerpause am 1. Juli statt bzw. kurz nach dem NBA-Finale und wird live im amerikanischen Fernsehen übertragen. Die Austragungsorte des Drafts variieren dabei. Die letzten fünf Jahre fand der Draft jedoch im Barclays Center in Brooklyn, New York statt. In der Regel werden die besten zehn bis fünfzehn Talente in den sogenannten Green Room eingeladen, wo sie meist mit Familie, Freunden und Agent auf die Nennung ihres Namens warten. Die erste Draftrunde wird vom Commissioner der NBA (seit 1. Februar 2014 Adam Silver) eröffnet. Dieser ruft die jeweiligen Spieler nach und nach aufs Podium. Nach jeder Nennung hat das jeweils nächste Team fünf Minuten Zeit, um den nächsten Spieler zu benennen. Ab der zweiten Draftrunde übernimmt dann der Stellvertreter des Commissioners, die Ausrufung der Namen. Teams haben in dieser Runde nur zwei Minuten, um ihre Wahl zu treffen. Im Verlauf des Drafts kommt es oft zu Transaktionen zwischen den Teams. Es werden Draftpositionen getauscht oder gekauft oder gestandene Spieler für Draftrechte getauscht. Es ist auch üblich, dass einige Teams mehrere Draftrechte in einer Draftrunde haben. Diese wurden durch vorher getätigte Transaktionen erworben.

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