An diesem Tag

Mwai Kibaki

Kenianischer Politiker und dritter Präsident von Kenia (2002–2013)

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Mwai Emilio Stanley Kibaki (* 15. November 1931; † 21. April 2022 in Nairobi) war ein kenianischer Politiker und vom 30. Dezember 2002 bis zum 9. April 2013 der dritte Staatspräsident seines Heimatlandes. 2013 folgte ihm Uhuru Kenyatta in diesem Amt.

Kibaki entstammte der Ethnie der Kikuyu und wurde im Dorf Gatuyaini, Bezirk Othaya, im Distrikt von Nyeri am Fuß des Mount Kenya geboren. Seinen Taufnamen Emilio Stanley erhielt er von italienischen Missionaren, die ihn römisch-katholisch tauften. Kibaki, der seine Taufnamen später kaum mehr benutzte, war praktizierender Katholik.

Kibaki war der jüngste Sohn der Bauernfamilie von Kibaki Githinji und seiner Ehefrau Teresia Wanjiku. Er besuchte zwei Jahre die achtjährige Grundschule in Gatuyaini, wechselte für drei Jahre an die Karima Mission School, um dann an der Mathari Boarding Primary School 1946 seine Grundschulausbildung abzuschließen. Von 1947 bis 1950 besuchte er die Mang’u High School, die er als Klassenbester mit der höchstmöglichen Punktzahl abschloss.

Er studierte daraufhin – wie ein großer Teil der ostafrikanischen Elite – an der Makerere-Universität in Kampala, Britisch-Ostafrika (heute Uganda), Volkswirtschaft, Geschichte und Politik. Während der Studienzeit engagierte er sich als Vorsitzender der Kenya Students’ Association. 1955 schloss er als Jahrgangsbester ab, was ihm ein britisches Stipendium an der angesehenen London School of Economics and Political Science einbrachte. Hier erwarb er einen Bachelor (B.Sc.) in Staatsfinanzen.

Nach Afrika zurückgekehrt arbeitete Kibaki als Dozent in Makerere, ging aber kurz darauf in die Politik. Bis zu deren Tod 2016 war er mit Lucy Kibaki verheiratet, mit der er vier Kinder hatte, Tochter Judy Wanjiku und die Söhne Jimmy Kibaki, David Kagai und Tony Githinji. Kibaki hatte eine weitere Beziehung und eine gemeinsame Tochter mit Mary Wambui. Mary Wambui lebt in Nyeri und ist in der NARC aktiv. Kibaki gehörte zu den Großgrundbesitzern Kenias. Er hatte Ende der 60er zunächst die Gingalily-Farm bei Nakuru gekauft, dann die Bahati-Farm und die Ruare-Ranch sowie Farmen in Igwamiti (Laikipia District) und in Rumuruti, nördlich von Naivasha.

Für Verstörung bei Aidsinitiativen sorgte Kibakis Ehefrau 2006, als sie vom Gebrauch von Kondomen bei Jugendlichen abriet. Im Land sind etwa 7 % der Bevölkerung mit der Immunschwächekrankheit infiziert.

Kibaki starb am 21. April 2022 im Alter von 90 Jahren.

Seit den 1960er Jahren war Kibaki in der Einheitspartei Kenias, der Kenya African National Union (KANU). Seit der Unabhängigkeit des Landes, also seit 1963, war er Mitglied des Parlaments und hielt seitdem seinen Wahlkreis Makadara (früher Donholm, dann Bahati). Bis zum Tod des Präsidenten Jomo Kenyatta 1978 war er in dessen Kabinett Finanzminister, anschließend unter Daniel arap Moi bis 1988 Vizepräsident.

Nachdem Kibaki seine Dozententätigkeit in Makerere aufgegeben hatte, wurde er Generalsekretär der Einheitspartei Kenya African National Union (KANU). Zur Wahl von 1963 war er an der Ausarbeitung der neuen Verfassung beteiligt. Mit seiner Wahl ins Parlament von 1963 begann seine beispiellose politische Karriere. 1974 klassifizierte ihn das Time Magazine als eine der 100 potentiellen zukünftigen Führungspersönlichkeiten der Welt.

1963: (Assistent) Finanzminister; Vorsitzender der Wirtschaftsplanungskommission

1966: Wirtschafts- und Industrie-Minister

1978: Vizepräsident und Finanzminister

1982: Vizepräsident und Innenminister

1988: Gesundheitsminister (Degradierung nach Differenzen mit Präsident Moi)

Sofort nach der Wiedereinführung des Mehrparteiensystems verließ Kibaki die KANU und gründete im Dezember 1991 die Democratic Party (DP), die kurzfristig die stärkste oppositionelle Kraft wurde. Er kandidierte 1992 und 1997 zweimal erfolglos gegen Moi um die Präsidentschaft. 1992 wurde er Dritter hinter Kenneth Matiba und 1997 Zweiter. Hier zeigte sich, dass eine zersplitterte Opposition gegen Moi oder einen Kandidaten der KANU keine Chance hatte.

In der Vorbereitung der Wahlen im Jahr 2002 suchte Kibaki aus den Erfahrungen der letzten Wahlen die Opposition zu einen und nur mit einem Kandidaten anzutreten. Kibaki und seine DP, weitere Parteien sowie die größte Partei, die Liberal Democratic Party (LDP) des Luo Raila Odinga, gingen eine fragile Koalition ein, die National Rainbow Coalition (NARC). Der Preis dafür, dass Odinga Kibaki die Präsidentschaft überließ, war das wenig konkrete Versprechen Kibakis, Odinga als starken Ministerpräsidenten zu benennen. Dieses Versprechen wurde nicht eingelöst und stellt einen der Gründe dar, warum es zum Streit um die neue Verfassung kam (die ja keinen Ministerpräsidenten vorsah) und diese abgelehnt wurde.

Im Wahlkampf hatte Kibaki einen schweren Autounfall, von vielen als geheime Attacke des politischen Gegners gedeutet. Kibaki ließ sich in einem Londoner Krankenhaus behandeln. Seine Gesundheit war für eine lange Zeit angeschlagen.

Aus den demokratisch und ohne Gewalt ablaufenden Wahlen vom 27. Dezember 2002, bei denen Moi aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht mehr antrat, ging Kibaki als Kandidat des oppositionellen Wahlbündnisses National Rainbow Coalition (NARC) gegen Uhuru Kenyatta (KANU) mit 62 zu 31 Prozent als überragender Sieger hervor. Das waren 122 der 210 Sitze für die NARC. Der unterlegene Kenyatta erkannte die Niederlage sofort und fair an.

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