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Mumbai

Bevölkerungsreichste Stadt Indiens und Hauptstadt des indischen Bundesstaats Maharashtra

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Mumbai (Marathi IAST Mumbaī [ˈmumbəi]), bis 1995 offiziell Bombay (englisches Kolonialtoponym), ist die Hauptstadt des westlichen indischen Bundesstaates Maharashtra. Sie liegt auf der Insel Salsette vor der Westküste Maharashtras im Arabischen Meer. Die Stadt ist das Kulturzentrum Indiens und gleichzeitig auch das wirtschaftliche Zentrum und die wichtigste Hafenstadt Indiens sowie des gesamten Subkontinents.

Mit 20,5 Millionen Einwohnern in der eigentlichen Stadt (das heißt ohne Vorortgürtel) ist Mumbai die größte Stadt in Indien und eine der bevölkerungsreichsten Städte der Welt. Mit 28,4 Millionen Einwohnern in der Mumbai Metropolitan Region (MMR), die auch die nördlichen Gebiete mit der Stadt Thane einschließt, ist Mumbai nach Delhi die zweitgrößte Metropole Indiens und gehört auch zu den größten Metropolregionen der Welt (Zahlen jeweils Volkszählung 2011).

Das Stadtzentrum befindet sich auf einem schmalen Landstreifen, der von der sumpfigen Küste in das Meer hineinragt. Zahlreiche Gebäude im Zentrum Mumbais sind in einer regionalen Variation des Historismus erbaut worden, die teilweise britisch inspiriert und teilweise eine britische Interpretation des Mogul-Baustils ist. Mehrere Baudenkmäler der Stadt, darunter der Chhatrapati Shivaji Terminus, die Höhle von Elephanta und die viktorianisch-gotischen und Art-déco-Gebäudeensembles im Stadtzentrum stehen auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

Seit Beginn der Kolonisation Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die Stadt als Bombay bekannt. Der Name Bombay soll sich von der portugiesischen Bezeichnung bom baía („gute Bucht“, grammatikalisch korrekt wäre boa baía) oder bom baim („gutes Büchtchen“) herleiten. Der Name Mumbai wird von der örtlichen Bevölkerung schon genauso lange verwendet (1507: Manbai) und soll eine Zusammensetzung sein von Mumba oder Maha-Amba, dem Namen der regionalen Hindu-Göttin Mumbadevi, und Aai, was auf Marathi „Mutter“ bedeutet.

Am 12. August 1996 beschloss der Stadtrat in der „Corporation Resolution No. 512“ (Maharashtra Act No. XXV of 1996) die Änderung des englischen Namens Bombay in Mumbai. Das „Gesetz zur Wiederherstellung des Namens Mumbai für Bombay“ (Restoration of name “Mumbai” for “Bombay” Act) erhielt am 1. September 1996 die Zustimmung des Gouverneurs von Maharashtra und wurde am 4. September 1996 erstmals in der „Maharashtra Government Gazette“ veröffentlicht. Die Namensänderung wurde 1997 vom indischen Parlament in Neu-Delhi bestätigt. Die Länder der Europäischen Union verwenden Mumbai als offiziellen Namen der Stadt.

Inder verschiedener Muttersprachen in Mumbai, die oft ohnehin auf Englisch kommunizieren, verwenden Mumbai und Bombay nebeneinander. Einige öffentliche Einrichtungen wie etwa die Börse, der Gerichtshof und die technische Universität IIT tragen weiterhin Bombay in ihrem Namen, andere, wie die größte Universität der Stadt, haben den alten Namen hingegen abgelegt.

Mumbai liegt an der Küste des Arabischen Meeres im Westen von Indien auf 18,56 Grad nördlicher Breite und 72,49 Grad östlicher Länge sowie im Durchschnitt elf Meter über dem Meeresspiegel.

Das administrative Stadtgebiet hat eine Fläche von 603,40 Quadratkilometern und erstreckt sich an der Westküste der Maharashtra vorgelagerten Insel Salsette. Das Stadtzentrum von Mumbai befindet sich auf einer langgestreckten Halbinsel im Süden der 619 Quadratkilometer großen Insel. Die Außenbezirke von Mumbai und die Stadt Thane liegen im nördlichen Teil der Insel Salsette.

Von einzelnen steilen Erhebungen von bis zu 496 Metern abgesehen, ist Salsette sehr flach, Teile im Süden der Insel liegen unter dem Meeresspiegel. Im Stadtgebiet befinden sich drei große Seen: Tulsi Lake, Vihar Lake und Powai Lake. Die ersten beiden Seen liegen im Sanjay Gandhi National Park (früher Borivili National Park). Die beiden kleinen Flüsse Oshiwara River im nördlichen Teil und Mithi River im südlichen Teil des Stadtgebietes münden in das Arabische Meer.

Östlich erstreckt sich der Konkan, ein bis zu 80 Kilometer langer ebener Küstenabschnitt, dahinter befindet sich das 1.600 Meter über der Tiefebene gelegene Hochplateau Westghats (auch Sahyadri). Die Verbindung nach Osten wird durch die sehr steilen Anstiege des Plateaus erschwert.

Die Mumbai Metropolitan Region (MMR) hat eine Fläche von 4.355 Quadratkilometern und erstreckt sich im Norden bis an den Tansa River, im Süden bis an den Patalganga River, im Westen bis an das Arabische Meer und im Osten bis an die Westghats. Zur Metropolregion gehören neben Mumbai weitere große Städte: Thane, Kalyan-Dombivli, Navi Mumbai, Mira-Bhayandar, Bhiwandi-Nizampur und Ulhasnagar.

Mumbai ist in sechs Zonen aufgeteilt. Diese gliedern sich in 24 Stadtbezirke (Wards). Den Zonen wurden Zahlen und den Stadtbezirken Buchstaben zugeordnet. Die Stadtbezirke sind noch in 227 Wahlbezirke (Electoral Wards) unterteilt. Die folgende Tabelle zeigt die einzelnen Zonen mit den dazugehörigen Stadtbezirken.

Die Stadt besteht aus den beiden Stadtdistrikten Mumbai City und Mumbai Suburban.

Die Stadt Mumbai befindet sich in der tropischen Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 26,7 Grad Celsius. Die Temperaturen sind wegen der Nähe zum Meer ausgeglichen und unterliegen keinen großen Schwankungen. Der kühlste Monat ist der Januar mit durchschnittlich 23,9 Grad Celsius, der heißeste der Monat Mai mit 29,7 Grad Celsius im Monatsmittel.

Der starke Regen des Sommermonsun beeinflusst das Klima stärker als die Temperatur. Er dauert normalerweise von Anfang Juni bis Ende September. Durchschnittlich 1.700 Millimeter, das sind 95 Prozent der jährlichen Niederschlagsmenge, regnen in dieser Zeit ab. Im Juli 2005 kam es in Mumbai bei heftigen Monsunregenfällen zu den schwersten Überschwemmungen seit rund 100 Jahren. Mit 944 Millimetern wurde am 26. Juli 2005 ein Tagesniederschlagsrekord für den Bundesstaat Maharashtra gemessen. 447 Menschen ertranken oder kamen durch andere damit zusammenhängende Unfälle (Stromschläge, Erdrutsche) ums Leben. Die Infrastruktur, darunter das Straßen- und Trinkwassersystem, wurde beschädigt. Der Flughafen sowie Schulen und Universitäten mussten für mehrere Tage geschlossen werden. Viele Unternehmen stellten ihre Arbeit ein und schickten ihre Angestellten nach Hause. Die Stadt war zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten.

Die Monate Oktober und November sind ähnlich heiß wie die zur Zeit des Sommermonsuns, doch überwiegend niederschlagsfrei. Mit Tagesmaxima von etwa 28 Grad Celsius sind die Monate Dezember bis Februar trocken und etwas weniger heiß als die Monate März bis Mai, in denen Tagesmaxima 33 Grad Celsius und mehr bei zunehmender Luftfeuchtigkeit erreicht werden.

Zu den größten Umweltproblemen der Stadt gehören die unzureichenden Entsorgungs- und Reinigungskapazitäten für Abwasser, Abgase und Abfälle. Obwohl sich die Wasserversorgungslage der Haushalte seit Anfang der 1980er Jahre verbessert hat, verfügen nur wenige Haushalte über eine Abwasserentsorgung. Mehr als die Hälfte der Bewohner Mumbais lebt in Slums, ohne Wasseranschluss und Kanalisation. Verschmutztes und verseuchtes Wasser tragen wesentlich zur Entstehung und Verbreitung von Infektionskrankheiten bei.

Probleme bereitet der jährlich auftretende Monsun. Nach acht Monaten Trockenheit kommt es während des viermonatigen Monsuns regelmäßig zu Überschwemmungen. Der Regen spült dabei immer wieder Müll in die Abflüsse und führt zu deren Verstopfung.

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