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Moritz von Schwind

Österreichischer Maler

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Moritz Ludwig von Schwind (* 21. Jänner 1804 in Wien; † 8. Februar 1871 in Niederpöcking, Königreich Bayern) war ein österreichischer Maler und Zeichner der Spätromantik.

Moritz von Schwinds Eltern waren Franz Edler von Schwind (1752–1818) und dessen Gattin Franziska von Holzmeister (1771–1842), eine Tochter des Hofrats August Holzmeister von Forstheim (1742–1806). Dieser hatte seit 1799 den österreichischen Adel, seit 1803 mit Prädikat „von Forstheim“. Sein Vater stammte aus Böhmen, war Hofsekretär bei der Geheimen Hofkanzlei und wurde im Jahr 1792 zum Reichsritter geschlagen.

Moritz von Schwind hatte fünf Brüder, darunter der k. u. k. Staatsrat Freiherr August von Schwind (1800–1892) und der Bergrat Franz von Schwind (1806–1877). Sein Enkel, der Opernsänger Wolfgang von Schwind, war der Sohn von Hermann von Schwind.

Er besuchte zunächst das Schottengymnasium in Wien, wo Nikolaus Lenau und Eduard von Bauernfeld Klassenkollegen waren, und begann dann ein Studium an der Universität. Eigentlich hätte er, wie sein Vater, Beamter werden sollen, aber ab 1821 studierte er bei Johann Peter Krafft und Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Im Jahr 1828 zog er auf den Rat von Peter Cornelius hin nach München, welcher ihm einen Auftrag zur Ausmalung des Bibliothekszimmers der bayerischen Königin in der Münchner Residenz mit Szenen aus Ludwig Tiecks Dichtung vermittelte. Nach einer Italienreise im Jahr 1835 schuf er für Burg Hohenschwangau Bilder zur „Wilkina-Sage“ mit Dietrich von Bern sowie das Tasso-Zimmer. Die Wandbilder in Hohenschwangau wurden von Franz Xaver Glink, Michael Neher, Friedrich Giessmann und Albrecht Adam ausgeführt. Aufträge aus Sachsen und Baden folgten und machten Schwind bekannt.

In den Jahren 1840 bis 1844 lebte und arbeitete Moritz von Schwind in Karlsruhe. Hier lernte er seine Frau Luise Sachs, die Tochter eines Majors, kennen. Im bekannten Bild Die Hochzeitsreise soll sie dargestellt sein. Andere Quellen nennen Frau von Mangstl, die von ihm verehrte Opernsängerin, als Modell. In Karlsruhe schuf er acht Rundmedaillons für den Sitzungssaal des Karlsruher Ständehauses und schmückte das Treppenhaus und die Erdgeschoss-Säle der Staatlichen Kunsthalle mit Fresken.

1844 bis 1847 war er in Frankfurt am Main an der Städelschule tätig. Dort ließ er 1845 das Moritz-von-Schwind-Haus in der Bockenheimer Anlage, eine Villa nach eigenem Entwurf in Formen des romantischen Klassizismus erbauen. Die Brüstungsfelder sind mit Terrakotten eigenen Entwurfs geschmückt.

1847 wurde er Professor an der Akademie der Bildenden Künste München. Lehraufträgen in Frankfurt am Main und München schloss sich über Vermittlung Franz von Schobers der Auftrag des Weimarer Erbgroßherzogs an, die Ausmalung der restaurierten Wartburg bei Eisenach zu übernehmen. Die 1854/1855 geschaffenen Wandgemälde auf der Wartburg – zum Beispiel der „Sängerkrieg“ – gehören zu seinen bekanntesten Werken. Die Gemälde zeigen Momente aus der thüringischen Geschichte, insbesondere dem Leben der Elisabeth von Thüringen. 1855 wurde er zusammen mit seinen Brüdern August (Ministerialrat) und Franz (Bergrat) in den Ritterstand erhoben. Seine Kartons konnte er nach Glasgow und London exportieren.

1866/1867 arbeitete er an der Ausmalung der neugebauten Wiener Hofoper im nachher so genannten „Schwind-Foyer“. In der Loggia sind Fresken Schwinds, die Szenen aus Mozarts Zauberflöte darstellen, im Foyer solche aus Werken anderer Komponisten. Schwinds Spätwerk, der „Melusinen-Zyklus“ war als Schmuck eines Rundtempels gedacht und wurde ein halbes Jahr vor seinem Tod vollendet. Diese Bilder sind in der Österreichischen Galerie ausgestellt.

Ab 1819 stieß er zu dem männlichen Künstlerzirkel, in dessen Mittelpunkt Franz Schubert, Franz von Schober und Leopold Kupelwieser standen. Besonders eng schloss er sich Schubert und Schober an, verbanden alle drei gemeinsame homoerotische Interessen. Sein Freundesname war Cherub sowie Giselher das Kind. In schwärmerischen Briefen an Schubert und Schober ließ er seinem Empfinden freien Lauf und sah in der Freundschaft zu beiden auch einen wichtigen Antrieb für sein künstlerisches Schaffen.

In seiner Wiener Zeit war er auch mit Franz Grillparzer befreundet; in München verkehrte er u. a. mit Bonaventura Genelli.

1842 heiratete er in Beuern bei Baden-Baden Luise Sachs (1816–1894), eine Tochter des badischen Majors Wilhelm Sachs († 1841) und der Friederike Elise Weiss. Das Paar hatte einen Sohn und fünf Töchter, von denen zwei früh starben:

Hermann (* 6. Juli 1843; † 20. Juli 1906) ⚭ Karoline Haas (* 5. November 1856; † 1. November 1928)

Anna (1844–1891) ⚭ Johann Jacob Siebert, Dr. iur.

Marie (1847–1924) ⚭ Ferdinand Baurnfeind (1829–1895), Kinderarzt. Aus der Ehe entstammen der Maler Moritz Baurnfeind (1870–1947) und die Malerin Lena Baurnfeind (1875–1953)

Helene (1855–1949) ⚭ Paul von Ravenstein (1854–1938), Kunstmaler, Professor

Moritz Schwind starb 1871 im Alter von 67 Jahren in Niederpöcking. Die Grabstätte von Moritz Schwind befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 16 – Reihe 9 – Platz 43/44, ).

In dem Grab liegt auch Schwinds Sohn Hermann.

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