An diesem Tag

Monika Helfer

Österreichische Schriftstellerin

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Monika Helfer (früher Publikationsname Monika Helfer-Friedrich; verheiratete Monika Köhlmeier; * 18. Oktober 1947 in Au, Vorarlberg; † 2. August 2026 in Feldkirch) war eine österreichische Schriftstellerin. Helfer wurde durch ihre autobiografischen Bücher bekannt, der Durchbruch gelang ihr mit Bagage, dieser wurde für den Österreichischen Buchpreis nominiert und erhielt beim Bayerischen Buchpreis den Publikumspreis.

Monika Helfer wuchs in Vorarlberg auf. Ihr Vater Josef Helfer war ein uneheliches Kind einer Magd. Ihre Mutter Margarete, die in dem Bergdorf, in dem sie aufwuchs, als Kuckuckskind galt, arbeitete als Krankenschwester in einem Kriegslazarett. Dort lernten sich die beiden kennen, als Josef Helfer nach einer Verwundung als Soldat an der russischen Front dort behandelt wurde. Nach der Heirat zog die Familie auf die Tschengla, eine auf 1220 m ü. A. gelegene Alm in Vorarlberg.

Als Kriegsversehrter mit Beinprothese arbeitete Monika Helfers Vater als Verwalter in einem Kriegsopfererholungsheim. Ende der 1950er Jahre schlossen die Eigentümer das Erholungsheim und wollten daraus ein Hotel machen; Josef Helfer wurde damit die Existenzgrundlage entzogen. Nachdem Margarete Helfer an einer Krebserkrankung starb – Tochter Monika war noch ein Kind – erlitt der Vater „einen psychischen Zusammenbruch“. Daraufhin wurden Monika und ihre drei Geschwister voneinander getrennt in der Verwandtschaft ihrer Mutter verteilt.Helfer beschrieb die Ehe ihrer Eltern als „Eine Versehrtenliebe“, wonach sich „zwei Depressive […] gefunden haben, um ihre Last gemeinsam besser ertragen zu können und die doch oft heillos überfordert sind.“ Nach der Pensionierung arbeitete der Vater „als Bibliothekar und bestellte für die Leihbibliothek die Bücher, die er schon immer haben wollte.“

Helfer veröffentlichte Romane, Erzählungen und Kinderbücher. Für ihre Arbeiten erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Thema ihrer Bücher sind oft schwierige Familienbeziehungen, wobei sie einen besonderen Fokus auf die Kinderperspektive legt. „Die Figuren in Monika Helfers Büchern haben Mut, Überlebenswillen und den gesunden Trotz eines Kindes, nämlich den Trotz, sich von gesellschaftlichen Wertvorstellungen und Kategorisierungen nicht beirren zu lassen“, so Dorothea Zanon in ihrer Laudatio anlässlich der Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.

Ihre frühen Texte veröffentlichte die Autorin unter dem Namen Monika Helfer-Friedrich, ihr damaliger Familienname aus ihrer ersten Ehe war Friedrich.

2018 wurde ihr Roman Oskar und Lilli (1994) von Arash T. Riahi unter dem Titel Ein bisschen bleiben wir noch verfilmt.

In ihrem Roman Die Bagage (2020) erzählt sie die Geschichte ihrer Großeltern und deren Kinder, besonders ihrer Mutter Grete. Nach ihrem Bestseller Die Bagage folgte Helfers autofiktionaler Familienroman Vati (2021), in dem ihr Vater als Büchermensch im Mittelpunkt steht. Darin schreibt sie auch über ihre Kindheit und beleuchtet ihre Beziehungen zu ihren beiden Schwestern Gretel und Renate sowie zu ihrem Bruder Richard, der getrennt von ihnen bei ihrer Tante Irma aufwuchs. In Löwenherz (2022), dem dritten Teil der Familientrilogie, verarbeitet sie das Leben und den verfrühten Tod ihres Bruders Richard. 2023 erschien mit Die Jungfrau ein Roman, der ebenso in Helfers persönlicher Vergangenheit angesiedelt ist, sich aber auf die Freundschaft zwischen Monika und ihrer Schulfreundin Gloria fokussiert.

Ihr Kurzgeschichtenband Bettgeschichten und andere (2022) wurde auf der Longlist für den Österreichischen Buchpreis 2022 nominiert.

Monika Helfer heiratete im Alter von 19 Jahren. Aus dieser acht Jahre andauernden Ehe stammen ihre ersten beiden Kinder, eine Tochter und der Sohn Lorenz Helfer, der als bildender Künstler wirkt.

Die Ehe mit ihrem ersten Ehemann beschrieb Helfer in ihrer Dankesrede zum Schubart-Literaturpreis 2021 wie folgt:

In zweiter Ehe war Monika Helfer von 1981 bis zu ihrem Tod mit dem Schriftsteller Michael Köhlmeier verheiratet, mit ihm hatte sie zwei weitere Kinder. Die gemeinsame Tochter Paula Köhlmeier starb 2003 bei einem Bergunfall. Helfers Roman Bevor ich schlafen kann von 2010 ist ihrem Andenken gewidmet.

Monika Helfer und Michael Köhlmeier lebten in Hohenems und in Wien. Am 2. August 2026 starb sie im Landeskrankenhaus Feldkirch im Alter von 78 Jahren an den Folgen eines am Tag zuvor erlittenen Sturzes.

Eigentlich bin ich im Schnee geboren. Illustrationen von Richard Helfer. Edition Roetzer, Eisenstadt 1977, ISBN 3-85374-025-1.

Die wilden Kinder. Roman. Piper, München 1984, ISBN 3-492-02886-1.

Mulo. Eine Sage. Piper, München 1986, ISBN 3-492-03006-8.

Ich lieb Dich überhaupt nicht mehr. Roman. Piper, München/Zürich 1989, ISBN 3-492-11343-5.

Der Neffe. Erzählung. Piper, München 1991, ISBN 3-492-03465-9.

mit Michael Köhlmeier: Der Mensch ist verschieden. Variationen zu Theophrast. Holzschnitte von Peter Guth. Blei-Verlag Karl Kretschmer, Mosbach 1994.

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