Monika Griefahn (* 3. Oktober 1954 in Mülheim an der Ruhr) ist eine deutsche Politikerin (SPD) und Mitbegründerin der Umweltschutzorganisation Greenpeace Deutschland. Von 1980 bis 1990 war sie bei Greenpeace aktiv und erste Frau im Vorstand von Greenpeace International (1984–1990).
Von 1990 bis 1998 war sie niedersächsische Umweltministerin und von 1998 bis 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages. Dort war sie Fachpolitikerin für Kultur und Medien sowie Auswärtige (Kultur-)Politik. Seit dem Ende ihrer politischen Karriere arbeitet Griefahn als Consultant für Cradle to Cradle und Kreislaufwirtschaft. Von 2012 bis 2018 war sie als Umweltmanagerin im Tourismus tätig. 2020 kandidierte sie als Oberbürgermeisterin ihrer Heimatstadt Mülheim an der Ruhr.
Nach dem Abitur 1973 an der Luisenschule in Mülheim an der Ruhr absolvierte Monika Griefahn ein Studium der Mathematik und der Sozialwissenschaften in Göttingen und Hamburg, welches sie 1979 als Diplom-Soziologin abschloss. Ab 1973 war sie in der Jugend- und Bildungsarbeit beim Deutsch-Französischen Jugendwerk tätig. Von 1976 bis 1980 war sie Seminarleiterin beim gewerkschaftsnahen Arbeitskreis „Arbeit und Leben“ und war danach als Bildungsreferentin beim Christlicher Verein Junger Menschen (CVJM) in Hamburg tätig. Als CVJM-Bildungsreferentin lernte sie in Seminaren Greenpeace France kennen und kam auf die Idee, Greenpeace Deutschland zu gründen.
Ab 1980 war sie mit engagiert im Aufbau des deutschen Greenpeace-Büros in Hamburg, wo sie anschließend drei Jahre Co-Geschäftsführerin war. Dort organisierte sie unter anderem Kampagnen gegen die chemische Verschmutzung der Nordsee (gegen Dünnsäure-Verklappung und Verbrennung von chemischen Abfällen auf See sowie Einleitungen von giftigen Abwässern in Meere und Flüsse). Von 1984 bis 1990 war sie als erste Frau Mitglied im internationalen Vorstand von Greenpeace. Dort war sie unter anderem zuständig für den Aufbau neuer Büros sowie die Aus- und Fortbildung von Aktiven und Mitarbeitern weltweit.
Im Mai 1990 gewann die SPD die Landtagswahl in Niedersachsen. Gerhard Schröder wurde Ministerpräsident Niedersachsens und berief Griefahn als Umweltministerin in sein erstes Kabinett.
Nach der Landtagswahl 1994 berief er sie auch in sein zweites Kabinett.
(siehe Kapitel Öffentliche Ämter und Abgeordnete).
Seit dem 10. November 1992 ist sie Mitglied der SPD.
2002 wurde sie als Ritterin in die französische Ehrenlegion aufgenommen.
Von Mai 2012 bis Juli 2018 arbeitete Griefahn als Direktorin für Umwelt und Gesellschaft für das Rostocker Kreuzfahrtunternehmen AIDA Cruises, das zur US-amerikanisch/englischen Carnival Corporation gehört. Gemeinsam mit AIDA-Präsident Michael Ungerer erhielt sie 2014 den B.A.U.M.-Umweltpreis.
Von 2018 bis 2021 beriet Griefahn die Costa Group als Senior Adviser Sustainability.
Griefahn war an der Technischen Universität Hamburg-Harburg Dozentin von 2012 bis 2019 und gab Seminare zu den Themen Umweltpolitik und Nachhaltigkeit.
Im Jahr 2013 promovierte sie zusammen mit Edda Rydzy mit der Dissertation Der Grundwiderspruch der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Cradle to Cradle als möglicher Lösungsweg. Ansatzpunkte und strategische Potenziale von Kulturpolitik.
2018 erhielt Griefahn für ihre Verdienste das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Im Februar 2020 stellte sie der Unterbezirksparteitag der Mülheimer SPD als Kandidatin für die Wahl des Oberbürgermeisters auf. Sie erreichte die Stichwahl und unterlag dort ihrem CDU-Konkurrenten Marc Buchholz (25,4 %) mit 43,26 zu 56,74 % der Stimmen (Wahlbeteiligung: 37,82 %).
2021 wurde Griefahn der „European International Women’s Leadership Award“ verliehen.
Griefahn ist Vorstandsvorsitzende der Lobbyorganisation E-Fuel Alliance.
Griefahn ist mit dem Chemiker Michael Braungart verheiratet und hat zwei Töchter. Im März 2013 starb ihr Sohn Jonas Griefahn im Alter von 24 Jahren nach schwerer Krankheit.