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Mobile (Alabama)

Stadt im US-Bundesstaat Alabama

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Mobile [moʊˈbi:l] ist eine Stadt im US-Bundesstaat Alabama. Sie liegt an der Mündung des Mobile River in der Mobile Bay, ist die größte Hafenstadt Alabamas und Verwaltungssitz des Mobile County. Das U.S. Census Bureau hat bei der Volkszählung 2020 eine Einwohnerzahl von 187.041 ermittelt.

Sowohl der Name des Countys, des Flusses, der Bucht als auch der Stadt leiten sich von Fort Louis de la Mobile ab, einer französischen Festung, gegründet im Jahre 1702 nahe dem heutigen Axis (Alabama). Es wird angenommen, dass das Wort „Mobile“ von „moeli“ für „Paddler“ aus einer Sprache der Choctaw-Indianer abgeleitet wurde und sich auf den gleichnamigen Indianerstamm Mobile bezieht.

1519 erkundete der spanische Entdecker Alonzo Alvarez de Pineda die Gegend, als er den Golf von Mexiko kartierte. Am Mobile River kam er in friedlichen Kontakt mit zwei Indianervölkern. Zwei Jahrzehnte später verlief das Aufeinandertreffen zwischen Hernando de Soto, der in der Region auf Goldsuche war, und den Ureinwohnern kriegerisch, was auf beiden Seiten viele Todesopfer forderte. Tristán de Luna gründete 1559 eine Siedlung nahe dem heutigen Mobile, die jedoch nicht lange bestand. Nachdem ein Hurrikan diese Expedition scheitern ließ, beendete Spanien die Goldsuche in dieser Gegend.

Die Besiedlung durch Europäer begann 1702 durch französische Einwanderer unter Führung von Pierre Le Moyne d’Iberville und seinem jüngeren Bruder Jean-Baptiste. Die Siedlung, die eine der ersten im Süden der heutigen Vereinigten Staaten war, lag circa 30 km nördlich der heutigen Stadt auf dem Twenty-Seven Mile Bluff im Mobile River; sie erwies sich jedoch als eher ungeeignet, da sie häufig vom Mobile River überflutet wurde. Diese erste Siedlung ist als archäologische Fundstätte unter der Bezeichnung Old Mobile Site; Fort Louis De La Louisiane im National Register of Historic Places eingetragen.

Wegen der regelmäßigen Überflutungen und Epidemien sowie häufigen Angriffe durch die Alabama entschied man sich 1711, flussabwärts nach Mobile zu ziehen. Ausschlaggebend war die komplette Zerstörung des Forts bei einem der Indianerangriffe gewesen. Danach konnte de Bienville die Kolonisten von einem Umzug überzeugen. Mit ihnen kamen viele Mauvila, die mit den Alabama verfeindet waren.

Von 1724 bis 1735 wurde in Mobile das Fort Condé errichtet, das das baufällig gewordene Fort Louis De La Louisiane ablöste. 1763 verließen die Franzosen das Fort, und das Königreich Großbritannien übernahm die Stadt; nach dessen Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg folgte ab 1780 Spanien. 1813 fiel Westflorida und somit Mobile letztendlich an die Vereinigten Staaten.

Durch die stagnierende ökonomische Entwicklung der Königreiche Spanien, Frankreich und Großbritannien als Kolonialherren in der Neuen Welt blieb Mobile in wirtschaftlicher Bedeutung und Größe vorerst begrenzt. Wegen seiner strategisch wichtigen Lage als europäischer Vorposten in dieser Region am Golf von Mexiko stellte die Stadt dennoch bis 1720 den Verwaltungssitz der französischen Kolonie Louisiana und war in den 1760er Jahren für kurze Zeit Hauptstadt der britischen Kolonie Westflorida, bis es von Pensacola abgelöst wurde.

Als Mobile 1813 Teil des Mississippi-Territoriums wurde, zeichnete es sich im Vergleich zu anderen Städten des späteren Alabama durch seine Multikulturalität aus. Diese Eigenschaft behielt es in der Geschichte des Bundesstaates. Mit dem Beginn amerikanischer Investments zu dieser Zeit startete der wirtschaftliche Aufschwung Mobiles. Am 20. November 1818 richtete die Legislative des Alabama-Territoriums die erste Bank in Mobile ein, die Bank of Mobile, die bis 1884 existierte und bei der Baufinanzierung hilfreich war. In den 1820er Jahren etablierte sich die Stadt zu einem der wichtigsten Handelszentren der Südstaaten. Vor allem Baumwolle wurde von hier aus nach Neuengland und in die Mittelatlantikstaaten sowie nach Europa exportiert.

Im Januar 1861 schloss sich Alabama den Konföderierten Staaten von Amerika an. Im anschließenden Sezessionskrieg gegen die Nordstaaten litt Mobile als Handelsstadt erheblich unter der Seeblockade durch die United States Navy. Im August 1864 durchbrach Admiral David Glasgow Farragut bei der Schlacht in der Mobile Bay die Verteidigungslinien der Confederate States Navy und stieß in die Mobile Bay vor. Mobile selbst wurde jedoch nicht eingenommen, wodurch ihm die Zerstörungen wie anderen südstaatlichen Hafenstädte wie New Orleans und Charleston erspart blieb.

Nach dem Ende des Krieges 1865 hielten sich noch viele Unions-Soldaten in der Stadt auf, außerdem existierten mehrere Munitionsdepots. Am 25. Mai 1865 kam es in einem Depot in der Beauregard Street, in dem etwa 300 Tonnen Granaten lagerten, zu einer schweren Explosion. Die Gebäude in unmittelbarer Nähe des Lagers wurden vollständig zerstört, zwei Schiffe im Hafen sanken und Granaten wurden weit ins Stadtgebiet geschleudert, wo sie detonierten. Infolge der Explosion brach ein Stadtbrand aus, der vor allem den nördlichen Teil Mobiles verwüstete. Etwa 300 Menschen starben. Die Unglücksursache konnte nie endgültig geklärt werden.

Der dadurch notwendig gewordene Wiederaufbau des Hafens verzögerte die wirtschaftliche Erholung Mobiles nach dem Bürgerkrieg erheblich. 1866 belebte Joseph Stillwell Cain die während des Sezessionskriegs unterbrochene Mardi-Gras-Tradition der Stadt wieder und organisierte eine Parade.

Von der Reconstruction bis zur Weltwirtschaftskrise

Die Reconstruction und die darauf folgenden Jahre bildeten für Mobile eine schwere Phase, die durch wirtschaftlichen Niedergang und Bevölkerungsrückgang gekennzeichnet war. 1879 stand die Stadt kurz vor dem Bankrott. Die State Legislature entzog Mobile daraufhin die Stadtrechte und stellte es unter die Verwaltung eines zu diesem Zwecke eingerichteten Sonderkomitees. Der Haushalt Mobiles wurde bis 1886 auf jährlich 100.000 US-Dollar gekappt. Zu dieser Zeit löste Holz die Baumwolle als wichtigstes Exportgut ab, und die städtischen Baumaßnahmen trugen erste Früchte.

Bis zur Jahrhundertwende hatte sich Mobile wirtschaftlich erholt, und der Hafen wurde vor allem zum Import von Bananen aus Südamerika genutzt. In dieser Phase hielt das Telefon und die Straßenbahn Einzug in die Stadt, die durch eine Mischung aus politischem Progressivismus und viktorianischen Moralvorstellungen gekennzeichnet war. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs stoppte zunächst das wirtschaftliche Wachstum Mobiles. Dies lag unter anderem daran, dass europäische Nationen ihre Handelsschiffe nun für die Marine requirierten. Viele arbeitslos gewordene Hafenarbeiter verließen die Stadt und suchten im Umland nach einer Beschäftigung. Nach dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg 1917 fehlten daher 10.000 ausgebildete Arbeitskräfte im Hafen Mobiles, so dass die dortigen Werften bis zum Kriegsende nur ein einziges Kriegsschiff produzierten.

Während der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert wuchs Mobiles Bevölkerung stark an: Von 40.000 Einwohnern im Jahr 1900 auf 60.000 Einwohner bis 1920. Im Jahr 1902 führte die Stadt die Rassentrennung ein, die es Afroamerikanern zunächst verbot, in den Straßenbahnen die gleichen Plätze wie Weiße zu benutzen. Später wurde die Segregation auf weitere Lebensbereiche ausgedehnt.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs investierten vor allem die Geschäftsmänner John B. Waterman, C. W. Hempstead und Walter D. Bellingrath in den Hafenausbau und gründeten 1919 die Reederei Waterman Steamship Corporation, die zu einer der größten im Südosten der Vereinigten Staaten wurde. Zusammen mit anderen Unternehmern betrieben sie erfolgreich Lobbyarbeit für den Bau der Alabama State Docks, der 1922 erfolgte. 1927 wurde die 16 Kilometer lange Cochran Bridge erbaut, die die fünf in die Mobile Bay fließende Flüsse überspannte. Sie verkürzte die Reisezeit zur östlichen Seite der Bucht erheblich und beförderte die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

Die Great Depression bewältigte die Stadt besser als andere Orte in Alabama wie zum Beispiel Birmingham. Dies lag daran, dass Mobiles wichtigste Exportgüter Baumwolle und Holz weniger anfällig für die verheerenden Kursschwankungen der Börse waren, die am Schwarzen Donnerstag 1929 die Weltwirtschaftskrise ausgelöst hatten. Dennoch litt auch der Arbeitsmarkt in Mobile unter der Krise, so dass 1938 die Works Progress Administration im Rahmen des New Deals zur Arbeitsbeschaffung mit dem Bau des Bankhead Tunnels unter dem Mobile River begann. Die Konstruktion der einen Kilometer langen Unterführung wurde drei Jahre später abgeschlossen.

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