Die Missouri, auch USS Missouri, (Kennung: BB-63; Spitzname „Mighty Mo“) ist ein ehemaliges Schlachtschiff der United States Navy und gehört zur Iowa-Klasse. Sie wurde 1944 in Dienst gestellt und nahm 1945 am Pazifikkrieg teil. Am 2. September 1945 wurde auf der Missouri Geschichte geschrieben, als auf dem Vordeck die politischen und militärischen Vertreter Japans kapitulierten und so der Zweite Weltkrieg sein Ende fand. Ab 1950 fuhr das Schlachtschiff Einsätze im Koreakrieg und wurde danach der Reserveflotte zugeteilt. Dort verblieb es bis 1984 und wurde danach, stark modernisiert, im Zweiten Golfkrieg eingesetzt.
Heute liegt die Missouri in Pearl Harbor (Hawaii) und kann dort als Museumsschiff besichtigt werden.
Die Missouri gehört zur Iowa-Klasse. Diese Schiffsklasse hatte eine Länge von rund 270 Meter und eine Breite von 33 Meter. Diese Ausmaße wurden nach der Panamax-Spezifikation gewählt, damit solche Schlachtschiffe in die Schleusen des Panamakanals passten und somit schnell zwischen Pazifik und Atlantik wechseln konnten. Die Wasserverdrängung der Missouri entsprach nur auf dem Papier der auf der Londoner Flottenkonferenz von 1936 festgelegten Obergrenze von 45.000 tn.l. Bei voller Zuladung lag sie tatsächlich bei etwa 58.000 tn.l. Angetrieben wurde die Missouri von vier Propellern, die ihre Energie von je einer Hoch- und einer Niederdruckdampfturbine erhielten. Mit ihren 33 Knoten waren die Schiffe der Iowa-Klasse die schnellsten Schlachtschiffe überhaupt. Erkauft wurde dies allerdings mit dem Verzicht auf einen weiteren Ausbau der Panzerung im Vergleich zur Vorgängerklasse, dem andere Marinen hingegen den Vorzug gaben.
Die Hauptartillerie der Missouri bestand aus neun Geschützen vom Kaliber 40,6 cm, die in zwei Drillingstürmen auf dem Vorschiff und einem weiteren auf dem Achterschiff zusammengefasst waren. Mit einer Reichweite von bis zu 40 Kilometern konnten diese Waffen gegen See- und Landziele eingesetzt werden. Zusätzlich besaß die Missouri zunächst seitlich der Decksaufbauten je fünf Mehrzweck-Zwillingsgeschütze vom Kaliber 12,7 cm und zahlreiche kleinere Flugabwehrkanonen der Kaliber 4,0 und 2,0 cm. Da diese sich aber teilweise schon im Zweiten Weltkrieg wegen ihrer geringen Reichweite und Durchschlagskraft als ineffizient gegen schnell anfliegende gegnerische Flugzeuge erwiesen hatten, wurde diese Sekundärbewaffnung im Laufe der Jahre entfernt. Bei der Modernisierung 1984 erhielt die Missouri mehrere Arten von Lenkwaffen: 32 Marschflugkörper BGM-109 Tomahawk in acht Armored Box Launchers, 16 Seezielflugkörper AGM-84 Harpoon und vier Nahbereichsverteidigungssysteme Phalanx, die um die Aufbauten verteilt wurden. Die beiden Bordflugzeuge waren bereits nach dem Zweiten Weltkrieg durch Bordhubschrauber ersetzt worden.
Die Planungen für die Schiffe der Iowa-Klasse begannen 1938, die Missouri wurde als dritte von sechs Einheiten auf Kiel gelegt; tatsächlich fertiggestellt wurden nur die ersten vier. In Auftrag gegeben wurde das Schiff am 12. Juni 1940, am 9. Januar 1941 erfolgte die Kiellegung auf der New York Naval Shipyard in Brooklyn, New York City. Nach fast exakt drei Jahren Bauzeit wurde das Schiff am 29. Januar 1944 vom Stapel gelassen. Die traditionelle Schiffstaufe für das Schlachtschiff nahm als Taufpatin Margaret Truman vor, die Tochter des damaligen US-Senators für den Bundesstaat Missouri und späteren Präsidenten Harry S. Truman. Nach dem Stapellauf folgten die Endausrüstung an der Pier sowie erste Erprobungsfahrten.
Am 11. Juni 1944 wurde die Missouri offiziell in Dienst der US Navy gestellt. Sie war damit das letzte Schlachtschiff, das der Flotte der Vereinigten Staaten zuging, da das vierte Schiff der Iowa-Klasse, die Wisconsin, weniger Bauzeit benötigte und bereits im April fertiggestellt war. Pläne für die Nachfolgeeinheiten der Montana-Klasse wurden nie umgesetzt.
Sommer und Herbst des Jahres 1944 brachte die Missouri damit zu, aus der Naval Station Norfolk, Virginia, heraus Erprobungs- und Übungsfahrten vor New York und der Chesapeake Bay durchzuführen. Am 11. November waren diese abgeschlossen, und das Schiff wurde durch den Panamakanal nach San Francisco beordert, wo einige zusätzliche Arbeiten stattfanden, die sich vorwiegend mit der Ausstattung der Räumlichkeiten für Flaggoffiziere beschäftigten.
Im Dezember 1944 verließ die Missouri San Francisco und fuhr über Pearl Harbor nach Ulithi auf den Karolinen. Dort wurde sie der fünften Flotte, genauer der Task Force 58 unter dem Kommando von Vice Admiral Marc Andrew Mitscher zugeteilt. Zeitweise setzte Mitscher seine Flagge auf der Missouri, wählte sie somit als Flaggschiff aus und leitete von ihr aus die Kampfgruppe. Am 27. Januar 1945 verließ das Schlachtschiff den Hafen als Geleitschutz des Flottenflugzeugträgers Lexington. Im Anschluss beschoss die Missouri während der Schlacht um Iwojima die Pazifikinsel, um die Invasion durch US Marines vorzubereiten. Anfang März kehrte die TF 58 zurück nach Ulithi.
Die Missouri wurde daraufhin dem Träger Yorktown zugewiesen, den sie vor Fliegerangriffen schützte, während US-amerikanische Trägerflugzeuge Japan angriffen. Während dieser Angriffe wurde am 19. März der Träger Franklin schwer beschädigt. Die Pittsburgh, ein Kreuzer der Baltimore-Klasse, nahm den Träger in Schlepp und die Kampfgruppe um Yorktown und Missouri deckte die Fahrt bis nach Ulithi. Ab dem 24. März war die Missouri während der Schlacht um Okinawa zusammen mit mehreren anderen Schlachtschiffen am Beschuss der Küste Okinawas beteiligt, um dort die Invasion vorzubereiten. Nach dem Beginn der Landungen wurde die Missouri wieder den Flugzeugträgern der Task Force zugeteilt. In den folgenden Tagen entgingen die Missouri und fünf weitere anwesende Schlachtschiffe nur knapp einer Schlacht gegen einen Gegner, der den US-Schlachtschiffen ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen war: Die Marineführung Japans hatte das größte Schlachtschiff der Welt, die Yamato, in einer Kamikazeaktion gegen die zahlenmäßig weit überlegenen amerikanischen Kriegsschiffe vor Okinawa in Marsch gesetzt. Da die Japaner ihr Schiff aber nur unzureichend vor Luftangriffen schützen konnten, gelang es US-amerikanischen Trägerflugzeugen am 7. April 1945, die Yamato zu versenken, bevor sie die amerikanische Flotte erreichte.
Am 11. April musste auch die Missouri erste direkte Angriffe hinnehmen: Einem Kamikaze-Flieger gelang es, hinter den Vorhang von Flakgeschossen der Missouri zu gelangen und sich auf das Schiff zu stürzen. Das Flugzeug traf das Schlachtschiff unterhalb des Hauptdecks auf Höhe des achterlichen Geschützturms. Teile des Flugzeuges und der Körper des Piloten wurden auf das Deck geschleudert, während der Sprengstoff im Flugzeug nicht explodierte und ins Meer fiel. Das durch den Flugzeugtreibstoff entfachte Feuer konnte nach wenigen Minuten gelöscht werden. Auf amerikanischer Seite gab es keine Opfer, der japanische Pilot starb. Der Kommandant der Missouri, Captain William M. Callaghan, entschied, dem Kamikaze-Piloten eine Seebestattung mit militärischen Ehren zukommen zu lassen, da er seinem Land gedient habe wie die Crew der Missouri dem ihrigen. Bei einem zweiten Kamikaze-Angriff streifte die Tragfläche eines Flugzeugs den Kran zur Flugzeugaufnahme und kappte ihn. Die Maschine explodierte danach mitsamt ihrem Sprengstoff im Heckwasser der Missouri. Die Flugzeugtrümmer flogen über das gesamte Achterdeck bis zum Turm 3 und verwundeten einige Besatzungsmitglieder in diesem Bereich. Sechs Tage nach dem ersten Kamikaze-Angriff bemerkte die Besatzung der Missouri ein japanisches U-Boot, das sich zwölf Meilen (etwa 22 Kilometer) von der Kampfgruppe entfernt in Position brachte. Der benachrichtigte Leichte Flugzeugträger Bataan jagte das U-Boot in Zusammenarbeit mit vier Zerstörern und versenkte es. Am 5. Mai wurde das Schlachtschiff von Okinawa abgezogen und kehrte zurück nach Ulithi.
Von Ulithi wurde die Missouri am 18. Mai nach Guam weitergeleitet, wo sie noch am selben Tag ankam. Admiral William F. Halsey, Oberbefehlshaber der dritten Flotte, setzte seine Flagge auf der Missouri und nur drei Tage später verließ das Schlachtschiff Apra Harbor, um mit Küstenbeschießungen in der Präfektur Okinawa fortzufahren. Den Rest des Mai sowie den halben Juni führte sie Operationen in der Region aus, bevor sie sich nach San Pedro auf Leyte (Philippinen) zurückzog und dort drei Wochen verblieb.