An diesem Tag

Missouri-Kompromiss

Regelung der Sklavenhaltung

Anúncio

Der Missouri-Kompromiss war eine Regelung der Sklavenhaltung, die 1820 in den Vereinigten Staaten während der Präsidentschaft von James Monroe erlassen wurde. Die Abmachung wurde zwischen den Befürwortern und den Gegnern der Sklaverei in den USA getroffen. Sie regelte hauptsächlich die Sklavenhaltung und die Aufnahme von neuen Staaten im westlichen Territorium der USA. Durch den Kompromiss wurde das relativ weit in den Norden reichende Missouri-Territorium als Sklavenstaat Missouri in die Union aufgenommen, während jeder neue Staat nördlich der Compromise Line (36° 30' Breitengrad) sklavenfrei werden sollte. Zugleich sollte der Kompromiss für ein politisches Gleichgewicht zwischen den Nord- und Südstaaten sorgen: Das sklavenfreie Maine wurde von Massachusetts getrennt und am 15. März 1820 als 23. Bundesstaat in die Union aufgenommen, um parallel zur Aufnahme Missouris den Stimmengleichstand im Senat zu erhalten.

Der Missouri-Kompromiss wurde mit dem Kansas-Nebraska Act vom 30. Mai 1854 aufgehoben. Mit der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes im Fall Dred Scott v. Sandford im Jahr 1857 wurde der Missouri-Kompromiss für verfassungswidrig erklärt.

Politische und wirtschaftliche Situation vor dem Missouri-Kompromiss

Die Northwest Ordinance (englisch: An Ordinance for the government of the Territory of the United States northwest of the River Ohio) war eine gesetzliche Regelung des Nordwestterritoriums (historisches Territorium westlich von Pennsylvania und nördlich des Ohio River), die anfangs als ein Vertrag zwischen den existierenden Staaten und den Bewohnern des besagten Territoriums galt. Das Dokument regulierte das Entstehen von neuen, freien und selbständigen Staaten und ihre Aufnahme in die Union. Die neuen Staaten sollten den alten Staaten nicht unterwürfig sein. Die Anordnung garantierte eine Gleichstellung der alten und der neu entstehenden Staaten. Die Regelung wurde am 13. Juli 1787 vom Zweiten Kontinentalkongress verabschiedet. Am 7. August 1789 wurde sie von Präsident George Washington unterzeichnet und vom Kongress ratifiziert. Das Dokument übernahm viele Punkte aus dem von Thomas Jefferson 1784 vorgeschlagenen (und vom Kongress abgelehnten) Plan für die Aufnahme neuer Staaten aus dem Nordwestterritorium („Report of a Plan of Government for the Western Territory“). Die Northwest Ordinance beinhaltete fünf wichtige Regelungen:

Es wurde eine provisorische Regierung für das westliche Territorium geschaffen.

Aus dem Territorium sollten mit der Zeit 3 bis 5 Staaten mit mindestens 60.000 Einwohner entstehen.

Es wurde die Methode für die Organisation der Regierung der neuen Staaten festgelegt.

Den neuen Staaten wurde die Bill of Rights garantiert (Religionsfreiheit, das Recht eines Angeklagten auf einen Geschworenenprozess, freier Zugang zu den wichtigen Flüssen der Region und andere Bürgerrechte).

Im letzten Absatz des Dokuments wurde Sklaverei im Nordwestterritorium verboten:

„Art. 6. There shall be neither slavery nor involuntary servitude in the said territory, otherwise than in the punishment of crimes whereof the party shall have been duly convicted: Provided, always, That any person escaping into the same, from whom labor or service is lawfully claimed in any one of the original States, such fugitive may be lawfully reclaimed and conveyed to the person claiming his or her labor or service as aforesaid.“

Die Anordnung wurde zu dem wichtigsten Dokument in der Verwaltung des Nordwestterritoriums. Die Richtlinien dienten als Grundlage für die Aufnahme aller zukünftigen Staaten in die Union. Durch die Anordnung wurde der Ohio zu einer natürlichen Grenze zwischen den freien und den Sklavenstaaten.

Die Westexpansion und der zunehmende Gegensatz in den USA

Mit dem Erwerb des 865.000 Quadratmeilen großen Louisiana-Territoriums von Frankreich für 12 Millionen Dollar (also für 0,08 Dollar pro Acre) hatte sich das Territorium der USA 1803 mehr als verdoppelt. Den Expansionisten stand im Westen ein riesiges, fruchtbares Land mit vielen Ressourcen und ökonomischen Möglichkeiten zur Verfügung. Nach dem Britisch-Amerikanischen Krieg (1812–1815) widmeten die USA ihre Aufmerksamkeit verstärkt dem westlichen Territorium. Neue Staaten im Westen entstanden und wurden in die Union aufgenommen (Indiana 1816, Mississippi 1817, Illinois 1818, Alabama 1819). Die Bevölkerung der neu entstandenen Staaten wuchs rasant. Mit der Westexpansion verstärkte sich in den USA die Herausbildung von Regionen mit verschiedenen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Interessen. Die Gegensätze zwischen den Süd- und Nordstaaten (eigentlich Nordwesten), die spätestens seit der Amerikanischen Revolution deutlich waren, verschärften sich. Der fundamentale Konflikt bestand in der Frage der Sklavenhaltung. Zwischen 1776 und 1804 wurde die Sklaverei in den Nordstaaten durch staatliche Gesetzgebungen schrittweise verboten. 1804 wurde die Sklaverei in jedem Staat nördlich des Ohio-River und der Mason-Dixon-Linie gesetzlich verboten. Die Produktion von agrarischen Handelsgütern – und damit die treibende wirtschaftliche Kraft der Südstaaten – basierte jedoch auf der Sklavenhaltung.

Als das Tallmadge Amendment (1819) die große Diskussion über die Ausbreitung der Sklaverei auf die neuen Territorien auslöste, bildeten sich in den Südstaaten zwei Richtungen, die die Sklaverei verteidigten. Die einen, vornehmlich Virginier, gaben zwar zu, dass die Sklaverei das große Übel des Landes sei, sie unternahmen aber nichts dagegen, da für sie Sklaverei eine Angelegenheit der südlichen Einzelstaaten war, in das sich die anderen Staaten und die Regierung nicht einzumischen hätten. Gleichzeitig gab es eine neue und gewagte Stimme aus dem Süden, die die Sklaverei verteidigte. Diese Befürworter der Sklaverei behaupteten, Sklaverei sei ein Segen für den Sklaven und den Sklavenhalter. Sie versuchten, die Glaubwürdigkeit dieser Aussagen auf dem Neuen Testament zu basieren, das die Institution der Sklaverei befürworte.

Aus der Sklaverei-Frage ergaben sich politische und wirtschaftliche Interessenkonflikte, die später zu dem Austritt der Südstaaten aus der Union und dem Sezessionskrieg in den USA führten. Die Südstaaten, die sich von South Carolina und Georgia über Alabama und Mississippi nach Louisiana erstreckten, verkauften einen großen Teil ihrer Agrargüter an die europäischen Länder. Im Gegenzug erwarben sie benötigte Produkte aus Europa und dem Norden. Im Interesse der Südstaaten waren also niedrige Zölle auf importierte Güter, hohe Preise fürs Land und weniger Macht der Regierung. Sie waren auch gegen Verbesserungen der Infrastruktur, die das nationale Budget beanspruchen würden, wie z. B. Straßen-, Hafen- und Kanalbau.

Während die Gegensätze zwischen dem Süden und dem Norden immer stärker wurden, wuchs in den Südstaaten die Befürchtung, Einfluss in der Union zu verlieren. Die Bevölkerung der Nordstaaten wuchs schneller als die im Süden. Viel mehr Nordstaatler wanderten in den Westen aus und besiedelten die neuen Staaten. Zusätzlich bestand das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten 1819 aus 105 Repräsentanten aus den freien Nordstaaten und nur 81 aus den Sklavenstaaten. Um den Senat kontrollieren und für den Süden ungünstige Gesetzgebung blockieren zu können, mussten die Südstaatler die Aufnahme von weiteren Sklavenstaaten forcieren. Im Jahr 1819, nach der Aufnahme von Alabama in die Union, befanden sich elf Sklavenstaaten und elf freie Staaten in der Union, es herrschte also ein territoriales und politisches Gleichgewicht im Kongress. Mit der Expansion der Union in den Westen wurde die Frage der Sklavenhaltung immer wichtiger und bedeutender. Um 1817 war die Bevölkerung von Missouri, dessen Gebiet im Osten des Louisiana-Territoriums lag, groß genug, um sich für die Aufnahme in die Union zu bewerben. Da die meisten Bewohner des Gebietes aus den südlichen Staaten der USA kamen und ungefähr ein Drittel der Einwohner Sklaven waren, sollte Missouri als ein Sklavenstaat in die Union aufgenommen werden. Im Januar 1819 bewarb sich Missouri für die Aufnahme als Sklavenstaat in die Union, was das bestehende Gleichgewicht zerstört hätte. Dies entfaltete eine Diskussion zwischen den Sklavenhaltern und den Abolitionisten über die Aufnahme weiterer Staaten aus dem Louisiana-Territorium.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Missouri-Kompromiss | World in Stories