Missouri (standardsprachlich [mɨˈzɝɹi] oder [məˈzɝɹə]; auch [mɨˈzʊəɹi] oder [məˈzʊəɹi]) ist ein US-Bundesstaat im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten von Amerika. Er ist flächenmäßig der 21. größte Bundesstaat und grenzt im Norden an Iowa, im Osten an Illinois, Kentucky und Tennessee, im Süden an Arkansas und im Westen an Oklahoma, Kansas und Nebraska. Damit zählt Missouri zusammen mit Tennessee zu den Bundesstaaten mit den meisten Nachbarstaaten. Im Süden befinden sich die Ozarks, ein bewaldetes Hochland, während im Norden fruchtbare Ebenen die Landschaft prägen. Mit einem Alter von 1,5 Milliarden Jahren gehören die St. Francois Mountains zu den ältesten der Welt. Der Missouri River, nach dem der Staat benannt ist, fließt durch das Zentrum und mündet bei St. Louis in den Mississippi, der die Ostgrenze bildet. Mit über sechs Millionen Einwohnern ist er der 19. bevölkerungsreichste Bundesstaat des Landes. Die beiden größten städtischen Gebiete sind St. Louis und Kansas City, die Hauptstadt ist Jefferson City. Weitere bedeutende Städte sind Columbia und Springfield.
Missouri wurde nach dem Missouri River benannt, der wiederum seinen Namen vom indianischen Volk der Missouri hat. Das Wort stammt von deren Nachbarn, dem Volk der Illinois, die sie wi-mihs-oor-i-t-a nennen, was „die mit den Holz-Kanus“ bedeutet.
Das heutige Missouri ist seit mindestens 12.000 Jahren von Menschen bewohnt. Die Mississippi-Kultur, die zwischen dem 9. und 14. Jahrhundert existierte, errichtete Städte mit pyramidenförmigen und anderen zeremoniellen Hügeln. Die indigenen Völker der Osage und Missouri bewohnten das Gebiet, als die Europäer im 17. Jahrhundert eintrafen. Die Franzosen kamen als erste in der Region an und gliederten das Gebiet in Louisiana als Teil Neufrankreichs ein. Mit Ste. Genevieve im Jahr 1735 und St. Louis im Jahr 1764 gründeten sie die ersten Ortschaften auf dem Gebiet des heutigen Missouri. Nach einer kurzen Periode spanischer Herrschaft erwarben die Vereinigten Staaten das Gebiet 1803 als Teil des Louisiana Purchase. Amerikaner aus dem Hochland des Südens strömten in das neue Missouri-Territorium und nutzten die Vorteile der fruchtbaren landwirtschaftlichen Ebenen; Missouri spielte eine zentrale Rolle bei der Expansion der Vereinigten Staaten nach Westen. Im Rahmen des Missouri-Kompromisses von 1820 wurde er als Sklavenstaat zugelassen. Ein Jahr später wurde er offiziell als 24. Bundesstaat in die Union aufgenommen. Als Grenzstaat war die Rolle Missouris im Amerikanischen Bürgerkrieg komplex und es kam zu rivalisierenden Regierungen, Überfällen und Guerillakriegen. Nach dem Krieg entwickelten sich sowohl der Großraum St. Louis als auch der Großraum Kansas City zu großen Industrie- und Geschäftszentren.
Heute ist der Staat in 114 Countys und die unabhängige Stadt St. Louis unterteilt. Missouri wird als „Tor zum Westen“, „Mutter des Westens“, „Cave State“ und „Show Me State“ bezeichnet. Seine Kultur vereint Elemente des Mittleren Westens und des Südens der Vereinigten Staaten. Hier wurden die Musikrichtungen Ragtime, Kansas City Jazz und St. Louis Blues geboren. Das bekannte Barbecue im Stil von Kansas City und das weniger bekannte Barbecue im Stil von St. Louis sind im ganzen Bundesstaat und darüber hinaus zu finden.
Missouri ist ein bedeutendes Zentrum der Bierbrauerei und verfügt über einige der freizügigsten Alkoholgesetze in den USA. Hier befindet sich der Sitz von Anheuser-Busch, dem weltweit größten Bierproduzenten, und die Heimat des Missouri-Wine, insbesondere in und um Rheinland. Zu den beliebten Reisezielen außerhalb der großen Städte des Bundesstaates gehören der Lake of the Ozarks, der Table Rock Lake und Branson. Zu den größten Unternehmen mit Sitz im Bundesstaat gehören Cerner, Express Scripts, Monsanto, Emerson Electric, Edward Jones, H&R Block, Wells Fargo Advisors, Centene Corporation und O’Reilly Auto Parts. Zu den bekannten Universitäten in Missouri gehören die University of Missouri, die Saint Louis University und die Washington University in St. Louis.
Bekannte Persönlichkeiten aus Missouri sind u. a. der Schauspieler Brad Pitt, der ehemalige US-Präsident Harry S. Truman, der Trickfilmzeichner und Filmproduzent Walt Disney, die Musiker Tina Turner und Akon, sowie der bedeutende Schriftsteller Mark Twain.
Die Gesamtfläche Missouris beträgt 180.533 km², womit es auf Rang 21 aller US-Bundesstaaten liegt.
Gleichauf mit Tennessee hat Missouri die meisten Anrainerstaaten. Im Norden liegt Iowa, im Osten Illinois (jenseits des Mississippi), Kentucky und Tennessee, im Süden Arkansas und im Westen Oklahoma, Kansas und Nebraska (jenseits des Missouri River).
Nördlich des Missouris befinden sich die nördlichen Ebenen, die nach Iowa, Nebraska und Kansas hineinragen. Das Ozark-Plateau liegt südlich des Flusses und reicht nach Arkansas und Oklahoma hinein. Auf dem Plateau im Südwesten des Bundesstaates liegt die drittgrößte Stadt Springfield (Missouri).
Die beiden größten Städte, Kansas City und St. Louis, liegen jeweils mittig an der West- und Ostgrenze des Bundesstaates und bilden jeweils Teile der bundesstaatenübergreifenden Metropolregionen Kansas City und Greater St. Louis.
Das Staatsgebiet Missouris war Teil der Fläche, die Frankreich als Louisiana abgekauft wurde. Missouri, das seinen Namen von den historischen Bewohnern, dem Indianervolk der Missouri, erhielt, wurde 1821 als Teil des Missouri-Kompromisses zum Bundesstaat. Missouri wurde auch „Tor zum Westen“ genannt, weil es Durchgangsland der Siedler auf dem Weg in den Westen war.
Zu Beginn des Amerikanischen Bürgerkrieges hatten es die Sympathisanten der Nordstaaten, die sich hier zu einem großen Teil aus deutschen Einwanderern zusammensetzten, geschafft, den pro-südlich eingestellten Gouverneur und den Großteil der Mitglieder des Staatsparlaments zu vertreiben und Missouri, das sich weiterhin zur Sklaverei bekannte, im Lager der Unionsstaaten zu halten. Der geflüchtete Gouverneur und ein Teil der Parlamentarier verkündeten daraufhin von ihrem Exil aus die Sezession Missouris, das am 28. November 1861 offiziell als 12. Staat in die Konföderation aufgenommen wurde. Obwohl die Unionstruppen und ihre Anhänger den Großteil des Staates kontrollierten, konnten sie nicht verhindern, dass Missouri in der Folgezeit zum Schauplatz eines mit äußerster Grausamkeit geführten Kleinkrieges pro-südlicher Guerillas, der Bushwhacker, gegen die Unionstruppen und die sie unterstützenden irregulären Kampfverbände wurde. Weite Gebiete des Staates verwandelten sich in den folgenden Jahren in ein Niemandsland, in dem Angriffe aus dem Hinterhalt, Brandstiftung und wahllose Morde an echten und vermeintlichen Sympathisanten des gegnerischen Kriegslagers den Alltag bestimmten. Nach dem Massaker von Lawrence erließ der Befehlshaber der Unionstruppen in Missouri, General Thomas Ewing, Jr., am 25. August 1863 seine General Order No. 11, mit der die Zwangsevakuierung von vier Countys (sie entsprechen den deutschen Landkreisen) entlang der Grenze zu Kansas angeordnet wurde. Die gewaltsame Vertreibung von rund 10.000 Personen verfolgte den Zweck, den Südstaaten-Rebellen potentielle Unterstützer zu entziehen, gleichzeitig wurden damit aber auch weite Landstriche Missouris auf Jahre hinaus wieder zur Wildnis. Erst im Januar 1865 wurde in Missouri eine neue Staatsregierung gewählt. Bis dahin hatte ein pro nördlich eingestellter Staatskonvent die Macht im Staat ausgeübt.
Missouri wird im Volksmund auch der Show-Me State genannt, wobei der Ursprung dieser Wendung nicht ganz klar ist. Bekannt wurde die Phrase durch die Rede des Vertreters Missouris im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten Willard Duncan Vandiver, der 1899 auf einem Bankett in Philadelphia sagte: “I come from a state that raises corn and cotton and cockleburs and Democrats, and frothy eloquence neither convinces nor satisfies me. I am from Missouri. You have got to show me.” Heute wird mit der Phrase vor allem das Klischee bedient, dass die Leute aus Missouri unbeirrbar, konservativ und argwöhnisch seien.