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Mirza Ghulam Ahmad

Begründer der Ahmadiyya Muslim Dschamaat (Glaubensgemeinschaft)

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Mirza Ghulam Ahmad (Urdu مرزا غلام احمد DMG Mirzā Ġulām Aḥmad; * 13. Februar 1835 in Qadian, heute in Indien; † 26. Mai 1908 in Lahore) war ein indischer Prediger persischer Abstammung und Begründer der Ahmadiyya-Bewegung. Er erhob den Anspruch, der „Mudschaddid (Erneuerer) des 14. islamischen Jahrhunderts“, der „Verheißene Messias“ (Zweite Gegenwart Christi), der von Muslimen erwartete Mahdi der Endzeit und ein „(Mohammed nachgeordneter) Prophet“ zu sein. Er verkündete, dass Jesus (Isa ibn Maryam) seine Kreuzigung überlebt habe, nach Indien ausgewandert und später in Srinagar, Kaschmir, eines natürlichen Todes gestorben sei, und beanspruchte, im Geist und in Vollmacht Jesu aufzutreten. Außerdem verkündete er, Guru Nanak Dev, der Stifter des Sikhismus, sei ein Muslim gewesen. Er vertrat auch die Auffassung, dass Messias und Imam Mahdi zwei Titel für dieselbe Person seien.

Die neuen religiösen Ideen und Ideale predigend bereiste er ausgiebig den indischen Subkontinent und gewann bis zu seinem Tod etwa 400.000 Anhänger. Er beteiligte sich an zahlreichen Debatten und Dialogen mit christlichen Missionaren sowie muslimischen und hinduistischen Führern und Priestern. Ghulam Ahmad gründete die Ahmadiyya-Bewegung im Jahr 1889. Ihm zufolge lag die Aufgabe der Ahmadiyya in der Verbreitung des Islam in seiner „ursprünglichen“ Form.

Mirza Ghulam Ahmad schrieb 85 religiöse Bücher, meist in Urdu, einige auf Arabisch und Persisch. Sein Hauptwerk war Barahin-e-Ahmadiyya. Sie enthalten die Darstellung und Erläuterung der Lehren, welche er von Gott erhalten zu haben beanspruchte.

Mirza Hadi Beg wanderte zur Zeit des Mogul-Kaisers Babur aus Persien nach Indien ein. Im Punjab ließ er sich nieder und gründete ein Dorf namens Islampur, heute Qadian. Die Familie Mirza bekleidete unter der Herrschaft der Moguln einflussreiche Staatsämter. Im Zenit ihrer Macht umfasste ihr Besitz Qadian und 85 weitere Dörfer, insgesamt 12.840 Hektar.

Mit dem Untergang der Mogul-Herrschaft nahm auch der Einfluss- und Machtbereich der Familie ab. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Grundbesitz auf Qadian zusammengeschrumpft. Mirza Ghulam Murtaza trat in das Heer des Maharadschas ein. Nach der Festigung der Sikh-Herrschaft wurden vom Sikh-Herrscher Maharadscha Ranjit Singh fünf Dörfer an den Stamm zurückgegeben. Im Jahre 1839 starb der Sikh-Herrscher, und das Sikh-Reich begann sich aufzulösen. Gleichzeitig erweiterten die Briten ihren Machtbereich bis in den Punjab. Mirza Ghulam Murtaza diente der britischen Regierung ebenso, wie er der Sikh-Regierung gedient hatte. Für seine Dienste erhielt er später eine Rente von 200 Rupien.

Mirza Ghulam Ahmad wurde am 13. Februar 1835 als zweiter Sohn von Mirza Ghulam Murtaza (gest. 1876) und Chiragh Bibi (gest. 1868) geboren. Seine Zwillingsschwester starb wenige Tage nach ihrer Geburt. Sein Vater war ein Oberhaupt und der größte Landeigentümer im Dorf Qadian. Obwohl er keine Reichtümer besaß, hatte er doch einige Bedienstete und eine anerkannte Stellung und Autorität. Mirza Ghulam Ahmad erhielt Privatunterricht bei verschiedenen Lehrern.

Aus seiner ersten Ehe mit Hurmat Bibi (1852/53–1891) gingen zwei Söhne hervor, Mirza Sultan Ahmad (1853–1931) und Mirza Fazal Ahmad (1855–1904).

In zweiter Ehe heiratete er am 17. November 1884 Nusrat Jehan Begum, die Tochter des Nawab Nasir aus Delhi. Aus dieser Ehe gingen zehn Kinder hervor, von denen fünf schon im frühen Alter verstarben:

Mirza Baschir ud-Din Mahmud Ahmad (1889–1965)

Mirza Baschir Ahmad (1893–1963)

Mirza Scharif Ahmad (1895–1961)

Nawab Mubarka Begum (1897–1977)

Mirza Mubarak Ahmad (1899–1907)

Mirza Ghulam Ahmad schrieb insgesamt 82 religiöse Bücher, davon einige auf Arabisch. Sein Hauptwerk war Barahin-e-Ahmadiyya.

In den ersten beiden Bänden legte er 1880 seine Auffassung dar, dass alle Koranverse weiterhin gültig seien. Damit wandte er sich gegen die islamrechtlich bis heute anerkannte Lehre von der Abrogation. Weiterhin erklärte er, dass Gott nach wie vor zu denen sprechen würde, die ihm gefallen.

1882 erhob er den Anspruch, ein von Gott Auserwählter zu sein, 1885 ein Mudschaddid (Erneuerer) des 14. islamischen Jahrhunderts zu sein. Am 20. Februar 1886 habe Allah ihm offenbart „Ich werde deine Botschaft bis ans Ende der Welt tragen“. Allah habe ihn aufgefordert, eine Gemeinschaft zur Reform des Islams ins Leben zu rufen. Die Ahmadiyya wurde am 23. März 1889 gegründet.

1890 verkündete er, auch der in den islamischen und christlichen Quellen vorausgesagte „Verheißene Messias und Mahdi“ zu sein, womit er weiteren heftigen Widerspruch und Ablehnung seitens orthodoxer Muslime hervorrief. Die Kontroversen verstärkten sich, als er sich weigerte, den Dschihad unter seinen Anhängern auszurufen und sich auch sonst gegen den indischen Unabhängigkeitskampf positionierte. Dies mit der Begründung, dass, solange England die Religionsfreiheit achte und garantiere, es keine religiöse Rechtfertigung für einen bewaffneten Kampf gebe.

Die erste Jalsa Salana hielt er am 27. Dezember 1891 in Qadian ab. Diese Versammlungen werden seitdem jährlich organisiert.

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