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Miriam Defensor Santiago

Philippinische Politikerin, Rechtsanwältin und Richterin

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Miriam Palma Defensor Santiago (* 15. Juni 1945 in La Paz, Iloilo City, Iloilo; † 29. September 2016 in Taguig, Metro Manila) war eine philippinische Juristin, Journalistin und Politikerin, die 1992, 1998 und 2016 erfolglos für das Amt des Präsidenten der Philippinen kandidierte sowie zwischen 1995 und 2001 und wieder seit 2004 Senatorin war. Im November 2011 wurde sie zur Richterin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gewählt und trat dieses Amt im März 2012 offiziell an, behielt aber trotzdem ihren Senatssitz. Sie war damit die erste philippinische Staatsangehörige und zugleich die erste aus einem asiatischen Entwicklungsland stammende IStGH-Richterin. Am 3. Juni 2014 erklärte sie ihren Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen.

Ab 1970 war Defensor mit dem Zollbeamten Narciso Y. „Jun“ Santiago Jr. verheiratet, den sie während ihres Jurastudiums kennengelernt hatte und der während der Präsidentschaft Joseph Estradas Unterstaatssekretär im Ministerium für Inneres und Kommunalverwaltung war. Die beiden hatten zwei Söhne, einer der beiden beging 2003 Suizid.

Studien und berufliche Laufbahn

Nach dem Besuch der La Paz Elementary School und der Iloilo National High School, die sie beide mit Auszeichnung beendete, begann Miriam Defensor, Tochter eines Richters und einer Collegeprofessorin, 1961 ein Studium an der Universität der Philippinen und schloss dieses 1965 mit einem Bachelor of Arts (B.A.) magna cum laude ab. Ein darauf folgendes Studium der Rechtswissenschaften an der Universität der Philippinen beendete sie 1969 mit einem Bachelor of Laws (LL.B.) cum laude.

Nach Abschluss des Studiums und der anwaltlichen Zulassung wurde sie 1970 Sonderassistentin des Justizministers und bekleidete diese Funktion zehn Jahre lang bis 1980. Daneben übernahm sie zugleich zwischen 1971 und 1974 eine Professur am Trinity College of Quezon City und war darüber hinaus auch Kolumnistin, und zwar zwischen 1972 und 1975 beim Philippine Daily Express sowie von 1976 bis 1978 beim Philippine Panorama. Im Anschluss absolvierte sie ein postgraduales Studium der Rechtswissenschaften an der University of Michigan Law School und erwarb dort zunächst 1975 einen Master of Laws (LL.M.) sowie 1976 einen Doctor of the Science of Law (S.J.D.).

Danach war Miriam Defensor Santiago von 1976 bis 1988 Lektorin an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität der Philippinen und daneben von 1977 bis 1979 Mitglied der Filmzensurbehörde.

Zwischen 1979 und 1980 war sie als Rechtsberaterin bei Poul Hartling tätig, dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) in Genf. Nach ihrer Rückkehr war sie zwischen 1981 und 1983 Rechtsberaterin im Rechtswissenschaftlichen Zentrum der Universität der Philippinen sowie zugleich 1982 Rechtsberaterin der philippinischen Botschaft in den USA.

1983 erfolgte ihre Berufung zur Vorsitzenden Richterin der 106. Kammer am Regionalgericht von Quezon City, wo sie bis 1987 tätig war. Zeitgleich war sie abermals von 1985 bis 1988 Kolumnistin des Philippine Panorama.

Nach dem Ende der Diktatur von Ferdinand Marcos wurde Miriam Defensor Santiago, die nach einem weiteren Studium der Religionswissenschaft an der Maryhill School of Theology in Quezon City auch einen Master of Arts (M.A. Religious Science) erwarb, 1988 Vorstandsmitglied der Ninoy Aquino International Airport Authority (NAIAA), dem Flughafen Manilas.

Neben diesem Amt, das sie bis 1989 bekleidete, war sie zeitgleich Vorstandsmitglied der Philippinischen Pensionsbehörde (Philippine Retirement Authority) und Mitglied der Einwanderungs- und Abschiebungskommission (Commission of Immigration and Deportation). Darüber hinaus gehörte sie von 1988 bis 1991 dem Vorstand der Verwaltung für öffentlichen Grundbesitz (Public Estates Authority) an und wurde für ihre Leistungen in der öffentlichen Verwaltung mit dem nach Ramon Magsaysay benannten Ramon Magsaysay Award for Government Service geehrt. Ab 1992 war sie Seniorpartnerin der Anwaltskanzlei Miriam Defensor Santiago Law Office.

1994 war für einige Zeit als Kolumnistin bei der Zeitung Today tätig.

Berufung an Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag

Am 12. Dezember 2011 wurde Miriam Defensor Santiago mit einer großen Mehrheit von 79 von 104 Stimmen für eine neunjährige Amtszeit zur Richterin am Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag gewählt. Aus gesundheitlichen Gründen erklärte sie im Juni 2014 ihren Rücktritt als Richterin. Sie erklärte, dass sie am Chronischen Fatigue-Syndrom leide. Einen Monat später gab sie bekannt, dass sie an Lungenkrebs erkrankt war.

Ministerin und Präsidentschaftskandidatin 1992

Im Juli 1989 wurde Miriam Defensor Santiago bis Januar 1990 für kurze Zeit Ministerin für Agrarreformen in der Regierung von Präsidentin Corazon Aquino und war in dieser Funktion auch zeitgleich Vorstandsmitglied der Land Bank of the Philippines (LBP).

Sie gründete 1990 die Bewegung für einen verantwortungsvollen öffentlichen Dienst (Movement for Responsible Public Service) und wurde deren Vorsitzende.

Nachdem sie die People’s Reform Party (PRP) gegründet hatte, kandidierte sie am 11. Mai 1992 selbst für das Amt der Präsidentin. Bei der Wahl unterlag sie allerdings dem ehemaligen Verteidigungsminister Fidel Ramos, der mit 5.342.521 Wählerstimmen (23,58 Prozent) zum Präsidenten gewählt wurde, während sie mit 4.468.173 Wählerstimmen (19,72 Prozent) den zweiten Platz belegte. Ihr „Running Mate“ für das Amt des Vizepräsidenten, Ramon Magsaysay, Jr., errang mit 2.900.556 Wählerstimmen (14,2 Prozent) nach Joseph Estrada, Marcelo B. Fernan und Emilio Mario Osmeña lediglich den vierten Platz unter den sieben Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten.

Senatorin und Präsidentschaftskandidatur 1998

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