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Miloš Štědroň

Tschechischer Komponist und Musikwissenschaftler

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Miloš Štědroň (* 9. Februar 1942 in Brünn) ist ein tschechischer Komponist und Musikwissenschaftler.

Štědroň studierte von 1959 bis 1964 an der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Brünn Bohemistik und Musikwissenschaft bei Jan Racek und bei seinem Onkel Bohumír Štědroň und anschließend bis 1971 Komposition und Musiktheorie an der Janáček-Akademie bei Alois Piňos, Miloslav Ištvan, Ctirad Kohoutek und Jan Kapr. Daran schloss er ein Postgraduiertenstudium der elektronischen Musik an.

Seit 1974 unterrichtet er an der Masaryk-Universität Operngeschichte und Musiktheorie; 1994 wurde er ordentlicher Professor für Musikwissenschaft. 1985 erschien seine Dissertationsschrift Leoš Janáček a hudba 20. století (Leoš Janáček und die Musik des 20. Jahrhunderts). Er beteiligte sich auch als Redakteur und Vorwortautor an der Herausgabe der Werke Janáčeks, über den er mehr als 60 Artikel in musikalischen Zeitschriften veröffentlichte. Mit Leoš Faltus rekonstruierte und ergänzte er mehrere unvollendete Werke Janáčeks, u. a. das Violinkonzert Putování dušičky, die Sinfonie Dunaj und die Oper Živá mrtvola

Weiterhin verfasste Štědroň musiktheoretische Schriften (Formování hudby, Základy mikrotektoniky, Základy polymelodiky), eine Monographie über den Komponisten Josef Berg (Josef Berg – skladatel mezi hudbou, divadlem a literaturou, Brünn 1992) und arbeitete über die Musiker der Renaissance und des Barock wie Claudio Monteverdi (Claudio Monteverdi – génius opery), Adam Michna, Jan Blahoslav und Jakub Jan Ryba. 1992–1993 gab er eine Faksimilesammlung von Barockliedern unter dem Titel Písně rozmanité – Cantilenae diversae heraus

Štědroňs kompositorisches Schaffen umfasst annähernd jeder musikalische Genre von der Schauspiel- und Filmmusik über Oper, sinfonische Werke, Kammermusik bis hin zu Liedern, Werken für Soloinstrumente und elektroakustischen Musik. Auch sein Sohn Miloš Orson Štědroň wurde als Komponist bekannt.

Meditace für Bassklarinette solo, 1963

Agonie für Violine, Bassklarinette und Schlagzeug, 1964

Stazioni di Via crucis für Bassklarinette, Flöte, Klavier, Cembalo und Schlagzeug, 1964

Lejch für Bassklarinette und Klavier, 1965

Utis, elektroakustische Musik, 1966

Panychida Pasternakovi. konkrete Musik nach einem russischen Text von Boris Pasternak, 1968–1969

Verba, Kantate nach Worten des Matthäus-Evangeliums für gemischten Chor und zwei Trompeten, 1969

BIS, elektroakustische Musik, 1971

Aksaky für Klavier, Flöte, zwei Bratschen, Cello und Schlagzeug, 1972

Indiánum sinfonische Freske, 1972

Gioia dolorosa, Madrigal-Kantate nach der Grabinschrift von Carlo Gesualdo, 1974

Sekvence na smrt Šostakovice, 1975

Balada pro banditu, Musical, Libretto Milan Uhde, 1975

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