An diesem Tag

Milan Pitlach

Tschechischer Architekt und Fotograf

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Milan Pitlach (* 1. März 1943 in Kroměříž; † 31. August 2021 in Düsseldorf) war ein tschechischer Architekt und Fotograf.

Nach dem Abschluss des Gymnasiums in Opava studierte Milan Pitlach 1966 Architektur an der Technischen Universität (ČVUT) in Prag. Zwischen 1966 und 1969 arbeitete er im Atelier Delta der Vereinigung der Projektstudios (SPA) in Prag. In den Jahren 1969–1970 absolvierte er ein Praktikum im Londoner Büro Yorke, Rosenberg & Mardall. Anschließend arbeitete er von 1971 bis 1980 als Architekt im Designinstitut der Hauptstadt Prag (PU VHMP). Im Jahr 1981 emigrierte Milan Pitlach in die Bundesrepublik Deutschland, wo er sich in Düsseldorf niederließ. Hier arbeitete er zunächst in den Büros Dansard, Kalenborn & Partner, zwischen 1984 und 1989 bei O.M. Ungers in Köln, und im Büro Heuser in Wuppertal. Von 2003 bis 2009 wirkte er in Shanghai als Chefarchitekt des Büros Archlong Group Co. Während seines Aufenthalts in London begann Pitlach 1969 zu fotografieren. Die erste Ausstellung eröffnete er im Jahre 1972 in Prag. Seitdem realisierte er fast vierzig individuelle Ausstellungen in verschiedenen Städten weltweit und publizierte seine Arbeiten in Büchern und Katalogen.

Die Arbeit von Milan Pitlach hat ihre Wurzeln in der Tradition der tschechischen modernen Architektur. Er meidet formalen Subjektivismus oder Ornamentalismus. Schwerpunkt seiner Tätigkeit war die Entwicklung von architektonischen und auch städtebaulichen Konzepten.

Seine Ansichten über Architektur verbreitete er in Form kritischer Artikel. Einige davon wurden publiziert in den Zeitschriften Architektura ČSR, Architekt, Revolver Revue und ihrer Beilage Kritická příloha.

Milan Pitlach hatte Lehraufträge an der Bergischen Universität in Wuppertal (1984–1985) und an der Technischen Universität in Prag (1992–1993).

Er beteiligte sich an zahlreichen internationalen Wettbewerben, auch in Kooperation mit renommierten Architektur-Büros wie dem Kölner Architekturbüro O. M. Ungers.

Mit dem höchsten Preis ausgezeichnet wurden: Städtebauliche Lösung für Prag – Libeň (1980), Bundesgerichtshof in Karlsruhe (1986), Media Park Köln (ex equo, 1987), Messepalast Wien (ex equo, 1987), Hauptverwaltung BIBA Bremen (1989), Neugestaltung des Karlplatzes in Třebíč (Entwurf ausgewählt zur Realisierung, 1996), Bürogebäude Blok #114 Jing An District Shanghai, (2004), Jüdisches Denkmal in Shanghai (2004), Kulturzone Min Hang District, Shanghai (mit Christopher Choa, 2005), Entwicklungsplan East Tai Hu Lake, Suzhou (2007). Auszeichnung erhielten weitere Projekte: Wettbewerb Süd-west Stadt Prag (1968), Kinderspielplätze, Wettbewerb (1971), Erweiterung der Stadtbibliothek in Fulda, Wettbewerb (1986), Wohngebiet in Solingen, Wettbewerb (1990), Büros und Kongresszentrum auf dem Gelände des Hauptbahnhofs, Prag, Wettbewerb (1993), Industrielle Zone in Schweinfurt, Wettbewerb (1995), Bahnhöfe der Wuppertaler Schwebebahn, Wettbewerb (1993), Platzgestaltung des Masarykplatzes und Komenskyplatzes in Třebíč (1996).

2004 – Artsea Gallery, Shanghai, Shanghai Jewish Memorial

2012 – DKunsthaus, Kabinett der Architektur / GVUO / Ostrava, Shanghai Concepts

2012 – Industrial Gallery, Ostrava, Skizzen

2012 – Kunsthaus, OKO Opava, 3 × Milan Pitlach / Arbeiten aus Shanghai,

Milan Pitlach befasste sich seit 1969 mit der Fotografie. Im kommunistischen Tschechien der siebziger Jahre setzte Milan Pitlach die Abbildung der Tschechischen Realität der Ära der Normalisierung fort. Die gleiche Ästhetik prägt auch die Fotografien seiner Reisen in diesem Jahrzehnt (Polen, DDR, Russland). In der gleichen Zeit fing er an, die subjektive Linie seines fotografischen Werkes zu entwickeln, die er später in einer Ausstellung bei der Interkamera (1997) und in dem Buch Tagebücher (TORST, Prag, 1999) zusammenfassend präsentierte.

Nach seiner Emigration in die Bundesrepublik Deutschland 1981 intensivierte sich die fotografische Tätigkeit Milan Pitlachs. In seinem Werk der 1980er Jahre, das von Reisen nach Indien, Italien, Frankreich, Japan, USA gekennzeichnet ist, können als Schwerpunkt die Fotografien aus Indien bezeichnen werden. „Das Beachtenswerte bei den Fotos aus Indien, die zehn Jahre später als die Fotos aus England entstanden sind, ist die formale Bravur. Pitlach komponiert seine Bilder mit professioneller Sicherheit und ästhetischer Eleganz. Das letzte große Thema der Dokumentarfotografie wurde für Pitlach China, wo er sechs Jahre als Architekt tätig war. Seither findet sich in seinen neuen Werken mehr Raum für die spekulative Fotografie, die oft abstrakte Formen annimmt. Eines dieser Themen, Evangelium nach Matthäus, wurde ausgestellt und erschien in Buchform.“ Ausgestellt und publiziert wurden auch Themen wie „Landschaften nach Friedrich Nietzsche“, „Kalligrafien“, „Fragmente“ oder „Gaspard de la Nuit d’apres Ravel“.

1972 – Reduta, Prag, Ostrov / Die Insel

1976 – Moravská galerie Brünn, Londoner Tagebuch (Die Ausstellung werde letztlich verboten)

1977 – Galerie Creative Camera, London, London Diary / Londoner Tagebuch

1983 – Galerie Porta Dromedaris, Enkhuisen, Fotografien aus Tschechoslowakei

1984 – Galerie K, Tokyo, Footnotes

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