Windows XP („eXPerience“, englisch für Erlebnis, Erfahrung) ist ein Betriebssystem von Microsoft. Es basiert auf dem Windows-NT-Kernel und ist der technische Nachfolger von Windows 2000 und der Vorgänger von Windows Vista. Das interne Versionskürzel lautet Windows NT 5.1 und der interne Codename in der Entwicklungsphase war Whistler. Windows XP kam am 25. Oktober 2001 auf den Markt. Es löste Windows Me der MS-DOS-Linie in der Version „Home Edition“ als Produkt für Heimanwender und Privatnutzer ab. Der offizielle Support und somit die Bereitstellung von Sicherheitsupdates endete am 8. April 2014.
Die Mindestvoraussetzungen zur Installation von Windows XP:
Prozessor: mindestens ein Pentium-Prozessor mit 233 MHz, für die 64-bit-Version ein Itanium-Prozessor.
Arbeitsspeicher: Ab 64 MByte RAM für die Installation, für flüssiges Arbeiten mindestens 256 MByte
Festplatte: mindestens 1,5 GByte freier Platz
Grafikkarte und Monitor: Auflösung mindestens 800×600 Pixel
Ursprünglich plante Microsoft noch, Windows 2000 in zwei Richtungen weiterzuentwickeln: zum einen Neptune, welches als Nachfolger von Millennium hauptsächlich Endverbraucher ansprechen sollte und für welches die Funktionen vorgesehen waren, die architekturbedingt nicht in Millennium implementiert werden konnten, und zum anderen Odyssey, welches für Firmenkunden bestimmt war. Eine Vorversion von Neptune erreichte am 27. Dezember 1999 die Betatester, doch schlussendlich gab Microsoft die Pläne auf.
Am 21. Januar 2000 erreichte die Presse die Meldung, dass die Projekte Neptune und Odyssey zusammengelegt würden. Das so entstandene Projekt erhielt den neuen Codenamen Whistler. Auf der WinHEC im April 2000 stellte Microsoft das neue Betriebssystem erstmals vor und kündigte bereits einige neue Funktionen für das Betriebssystem an, etwa die Möglichkeit, ohne Abmeldung zwischen verschiedenen Benutzerkonten zu wechseln. Whistler sollte außerdem modular sein, so dass es auch auf kleinen Mobilgeräten lauffähig sein sollte.
Auf der Professional Developers Conference im Juli 2000 kündigte Microsoft die Veröffentlichung von Whistler für die zweite Jahreshälfte von 2001 an. Am 13. Juli erschien die erste Vorversion von Whistler, die bereits die neue Design-Funktion der Benutzeroberfläche demonstrierte. Die hier verwendete und zunächst für das Endprodukt vorgesehene Benutzeroberfläche, zunächst Professional und später Watercolor genannt, gab Microsoft erst im Februar 2001 zugunsten von Luna auf. Am 24. August folgte eine zweite Vorversion, die das neue Startmenü demonstrierte und erstmals die Windows-Firewall enthielt. Während sich der erste Betatest, der ursprünglich für September vorgesehen war, immer weiter nach hinten verschob, kam am 3. Oktober die nächste Vorversion heraus, die jedoch lediglich kleinere Verbesserungen enthielt. Erst die zwei Wochen später folgende Vorversion zeigte eine neu gestaltete Installationsroutine sowie ein neues Hilfesystem.
Am 31. Oktober 2000 startete schließlich der Betatest von Whistler. Auf der darauffolgenden COMDEX stellte Microsoft den Tablet PC vor, der mit einer speziell angepassten Version von Whistler erscheinen sollte. Am 18. Dezember kündigte Microsoft mit Whistler Embedded das neue Betriebssystem der Embedded-Reihe an, das Windows NT 4.0 Embedded ablösen sollte.
Die am 4. Januar 2001 ausgelieferte Vorversion beinhaltete erstmals die Produktaktivierung. Mit einem Beispiel-Design demonstrierte Microsoft das Wechseln des Designs im laufenden Betrieb, das Unternehmen hielt aber an der Meinung fest, dass es für Endverbraucher keine Möglichkeit geben werde, ein eigenes Design zu kreieren. Am 16. Januar folgte bereits die nächste Vorversion und am 23. Januar schließlich eine weitere Vorversion.
Am 13. Februar stellte Microsoft erstmals die neue Benutzeroberfläche Luna vor, gleichzeitig gab es den endgültigen Namen für das Produkt bekannt, Windows XP. Die zeitgleich veröffentlichte Vorversion enthielt bereits diese Neuerungen. Nach heftiger Kritik an der neuen Benutzeroberfläche besserte Microsoft vereinzelt nach und reduzierte unter anderem die Größe der Symbole in der Schaltflächenleiste. Nach zahlreichen Verzögerungen und mehreren Vorversionen startete der zweite Betatest schließlich am 26. März mit einer offiziellen Ankündigung auf der WinHEC. Große Kritik erhielt Microsoft für die Entscheidung, Unterstützung für USB 2.0 nicht mit Windows XP auszuliefern, an der das Unternehmen dennoch festhielt. Die Entwicklung der Server-Version nahm ihren eigenen Verlauf und am 30. April nannte Microsoft die Server-Version provisorisch Windows 2002.
Am 5. Mai 2001 erschien eine weitere Vorversion. Neu war eine Sicherheitsfunktion, die bei Benutzerkonten mit einem leeren Passwort lediglich die lokale Anmeldung ermöglicht und unter anderem eine Anmeldung über das Netzwerk in solchen Fällen sperrt. Am 24. Mai erschien die letzte Version, die neue Funktionen implementierte; die nachfolgenden Versionen konzentrierten sich auf die Behebung von Programmfehlern. Pläne, Windows XP mit AOL zu bündeln, zerschlugen sich im Juni, stattdessen kündigte Microsoft den Windows Messenger offiziell an. Ebenso plante Microsoft, dass die Home Edition nur einen Monitor unterstützten sollte, auch das änderte sich.
Mit der am 21. Juni veröffentlichte Vorversion band Microsoft das Betriebssystem stärker an das Microsoft-Passport-System an. Am 2. Juli 2001 eröffnete Microsoft die Release-Candidate-Phase. Der endgültige Veröffentlichungstermin wurde auf den 25. Oktober festgesetzt. Aufgrund eines Urteils eines US-Gerichts musste Microsoft entgegen ursprünglichen Plänen Erstausrüstern (englisch Original Equipment Manufacturer, OEM) erlauben, eigene Icons auf dem Desktop zu platzieren; ebenso können diese den Internet Explorer und Outlook Express aus dem Startmenü entfernen und der Internet Explorer konnte in der Systemsteuerung deinstalliert werden, wenngleich das lediglich verschiedene Icons entfernte, den IE-Kern allerdings im Betriebssystem beließ. Ebenso fuhr Microsoft die Beschränkungen bei der Produktaktivierung drastisch zurück.
Am 27. Juli erschien der zweite Release Candidate. Durch eine neue Gerichtsentscheidung versuchte AOL nun, Erstausrüster dazu zu bringen, Windows XP trotz der zuvor gescheiterten Verhandlungen ausschließlich mit AOL auszuliefern. Microsoft konterte mit der Pflicht, einen Link zum Microsoft-Network-Dienst auf dem Desktop zu platzieren, falls Erstausrüster eigene Icons dort platzieren wollen. Am 24. August 2001 erreichte Windows XP schließlich den RTM-Status, und am 25. Oktober 2001 erschien das Betriebssystem wie geplant im Handel.
Mit Windows XP wollte Microsoft die Benutzerfreundlichkeit des Betriebssystems erhöhen. Im Gegensatz zu älteren Heimanwender-Betriebssystemen von Microsoft basiert Windows XP auf einem Windows-NT-Kernel. Dieser Wechsel sollte für eine verbesserte Stabilität sorgen. Zudem wurde Augenmerk auf die Verbesserung der Sicherheit gelegt.
Die mit einem [M 1] gekennzeichneten Elemente waren bereits unter Windows ME verfügbar, nicht jedoch unter Windows 2000.
Die für Benutzer auffälligste Neuheit in Windows XP ist die Benutzeroberfläche „Luna“, die im Auslieferungszustand eine buntere und verspieltere Desktop-Oberfläche bietet als bei älteren Windowsversionen; wahlweise steht auch eine leicht modifizierte Version der Oberfläche aus Windows 2000 zur Verfügung („klassische Darstellung“). Die „Luna“-Oberfläche enthält auch den voreingestellten Bildschirmhintergrund „Grüne Idylle“, ein Bild einer grünen Wiese unter blauem Himmel. Sie weckte während und auch noch nach der Vertriebsperiode des Betriebssystems Assoziationen mit dem Szenenbild aus der Kinderfernsehserie Teletubbies.