Microsoft Bing ist eine Websuchmaschine von Microsoft und der Nachfolger von Live Search. Bing wurde im Juni 2009 im Beta-Stadium in Betrieb genommen, welches sie am 27. Januar 2012 verließ.
Bing bietet die Möglichkeit, die Suchanfrage in den Kategorien Bilder, Videos, Nachrichten und Karten anzeigen zu lassen. Unter dem Punkt Shopping wurde in Deutschland das Portal ciao eingebunden.
Die US-Version von Bing hat die meisten Funktionen, andere Landesversionen sind weniger weit ausgebaut.
Im Mai 2012 unterzog Microsoft die Suchmaschine Bing dem größten Redesign seit ihrem Start. Neben optischen Veränderungen stand dabei die stärkere Integration sozialer Netzwerke im Vordergrund. So werden seitdem bei der Suche nach den relevantesten Ergebnissen in einer separat angeordneten Suchleiste Daten von Facebook, Twitter, Quora, Foursquare, LinkedIn, Google+ und anderen Diensten mit einbezogen. Vorerst ist die Neugestaltung der Suche allerdings auf die Nutzung in den USA beschränkt.
Im September 2012 hat Microsoft das Bewertungssystem von Klout in die Suchmaschine Bing integriert. Seitdem werden in einer Spalte rechts neben den Suchergebnissen Personen angezeigt, die sich mit dem gesuchten Thema potentiell besonders gut auskennen und einen hohen Klout Score besitzen.
Für Webmaster werden die kostenlosen Bing Webmaster Tools angeboten, die Websitebetreibern bei der Suchmaschinenoptimierung unterstützen sollen.
Microsoft hat bereits seit 2019 in künstliche Intelligenz investiert, u. a. in OpenAI. Das von OpenAI entwickelte ChatGPT erlangte Ende 2022 große Bekanntheit, da der Chatbot von Menschen gestellte Fragen versteht und vergleichsweise natürlich beantworten kann. Der Konzern hat Anfang 2023 angekündigt, ChatGPT in Bing integrieren zu wollen. Anfang Februar 2023 erhielt ein Student den Zugriff auf eine Vorschauversion. Dies war offensichtlich nicht beabsichtigt, Microsoft entfernte den Zugang kurz darauf wieder. In der Vorschauversion wurde das Textfeld vergrößert, da die Nutzer dort komplette Fragen von bis zu 4000 Zeichen Länge eingeben können. Im Gegensatz zu ChatGPT, welches Trainingsdaten bis ins Jahr 2021 enthält, besitzt Bing Zugriff auf aktuelle Daten. Neu ist außerdem, dass die Quellen einer Antwort angegeben werden. Nutzer können daher die Quellen auf Glaubwürdigkeit überprüfen sowie deren korrekte Aufbereitung in der Antwort sicherstellen.
Die Handhabung ist am ehesten mit einem Chatbot zu vergleichen. Der Nutzer stellt eine Frage und erhält eine Antwort von der Suchmaschine. Ähnlich wie bei ChatGPT sind Nachfragen möglich, die sich auf den bestehenden Kontext beziehen. Damit unterscheidet sich das neue auf ChatGPT basierte Bing deutlich von der alten Version. Dort wurden bereits bestimmte Informationen zu einigen Fragen direkt in den Suchergebnissen angegeben. Bislang plant Microsoft nicht, die klassische Suchmaschine abzuschalten. Stattdessen sollen Nutzer sich entscheiden können, ob sie die bisherige Suche oder die neue nutzen, sobald die neue öffentlich verfügbar ist.
Nach dreißig Fragen werden Nutzer darauf hingewiesen, einen neuen Chat anzufangen. Das kann auch passieren, wenn Fragen gestellt werden, die Microsoft nicht für passend und angemessen findet und zensieren möchte.
Es gibt drei Unterhaltungsstile:
Kreativ: In diesem Modus werden kreative Antworten geliefert, die nicht immer wahr sein müssen
Ausgewogen: In diesem Modus werden kreative und genaue Antworten geliefert, je nachdem, was gerade passt.
Genau: In diesem Modus werden genaue Antworten geliefert, die auf Quellen basieren und meistens wahr sind.
Seit Mai 2023 gibt es eine Spracheingabe und Ausgabe. Das heißt, man kann mit Microsoft Copilot wie mit einem Sprachassistenten reden. Die Antwort wird dann ebenfalls in Form von Sprache ausgegeben.
Zusätzlich bietet Bing auch eine Weltkarte an. Diese Plattform war früher als Virtual Earth bekannt. Sie beinhaltet Kartenmaterial, Routenplanung und eine API für Karten im Internet. Dahinter steht eine proprietäre Datenbank, die gekauftes Material verschiedener Geodaten-Anbieter enthält und bereitstellt.
Bing-Luftbilder stehen den freien Kartenprojekten OpenStreetMap und OpenSeaMap zum Digitalisieren und Erzeugen von Geo-Information zur Verfügung und werden in OpenSeaMap auch als Hintergrundbild verwendet.
Bing ging im Juni 2009 online; seit Juli 2009 besteht eine Kooperation mit Yahoo.
2010 war Bing hinter Google und Yahoo auf dem dritten Platz der „meistbesuchten Suchmaschinen“.