An diesem Tag

Michel Serres

Französischer Philosoph und Wissenschaftshistoriker

Anúncio

Michel Serres (* 1. September 1930 in Agen; † 1. Juni 2019 in Paris) war ein französischer Philosoph.

Serres war Philosophieprofessor an der Sorbonne in Paris und an der kalifornischen Stanford-Universität. 1990 wurde er in die Académie française aufgenommen. Er verfasste mehr als 50 Bücher.

Serres war Sohn eines Flussschiffers. Er erhielt eine katholische Erziehung und war begeisterter Pfadfinder. 1949 trat er in die Französische Marineschule in Brest ein, anschließend 1952 in die École normale supérieure (Paris), an der er 1955 die Agrégation für Philosophie erreichte. Von 1956 bis 1958 leistete er seinen Militärdienst in der Französischen Marine, mit der er auch am Suezkrieg teilnahm. In den Folgejahren nahm er einen Lehrauftrag an der Universität Blaise Pascal Clermont-Ferrand II an, an der er mit Michel Foucault und dessen Lehrer Jules Vuillemin zusammentraf. 1968 erwarb er sein Doctorat d’État en Lettres. Nach einem kurzen Aufenthalt an der Johns Hopkins University mit Unterstützung des dort lehrenden René Girard bekam er 1969 eine Professur für Wissenschaftsgeschichte an der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne. 1984 folgte eine parallele Ernennung zum Professor an der Stanford University. Am 29. März 1990 wurde er auf Fauteuil 18 der Académie française gewählt, den vor ihm Philippe Pétain, André François-Poncet und Edgar Faure innehatten. Er war assoziiertes Mitglied der Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique. 1994 wurde Serres zum Präsidenten des Wissenschaftlichen Beirats für den Bildungskanal France 5 ernannt.

Serres starb am 1. Juni 2019 im Alter von 88 Jahren in Paris. Er war Vater von vier Kindern und wohnte in Vincennes.

Michel Serres entwickelte auf der Basis des Informationsmodells von Claude E. Shannon und beeinflusst durch kybernetische Ansätze eine Kommunikationstheorie: In seiner Theorie rückte Serres den Boten in den Mittelpunkt. Dieser Bote wird in seinem Werk Der Parasit teilweise als Parasit und teilweise als Joker für den Akt der Kommunikation beschrieben. Aufgegriffen haben diesen Ansatz z. B. in der soziologischen Systemtheorie u. a. die Autoren Niklas Luhmann, Maren Lehmann, Dirk Baecker, aber auch Bruno Latour.

In seinen wissenschaftsgeschichtlichen Arbeiten befasste er sich u. a. mit der Entstehung von Astronomie und Geometrie und ihrer technischen Instrumente wie dem Gnomon.

1987 wurde Serres in den Ordre national du Mérite als Offizier aufgenommen und 1997 zum Commandeur promoviert. Zudem war er auch Mitglied der Ehrenlegion: Chevalier seit 1985, Offizier seit 1993, Commandeur seit 2001 und Großoffizier seit dem 14. Juli 2010, dem französischen Nationalfeiertag.

2012 wurde er mit dem Meister-Eckhart-Preis ausgezeichnet.

2013 erhielt er den Dan-David-Preis.

1968: Le Systeme de Leibniz et ses Modeles Mathematiques. Etoiles, Schemas, Points. Paris, Presses Universitaires de France, 1968.

1968: Hermès I – La communication. Les Éditions de Minuit, Paris.

deutsch: Hermes I. Kommunikation. Übersetzt von Michael Bischoff. Merve, Berlin 1991.

1972: Hermès II – L’interférence. Les Éditions de Minuit, Paris.

deutsch: Hermes II. Interferenz. Übersetzt von Michael Bischoff. Merve, Berlin 1992.

1974: Hermès III – La traduction. Les Éditions de Minuit, Paris.

deutsch: Hermes III. Übersetzung. Übersetzt von Michael Bischoff. Merve, Berlin 1992.

1977: Hermès IV – La distribution. Les Éditions de Minuit, Paris.

deutsch: Hermes IV. Verteilung. Übersetzt von Michael Bischoff. Merve, Berlin 1993.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Michel Serres | World in Stories