Michel Longtin (* 20. Mai 1946 in Montreal) ist ein kanadischer Komponist.
Longtin besuchte von 1962 bis 1963 Kurse in Theaterwissenschaft an der Banff School of Fine Arts und erhielt 1967 ein Bachelor-Abschluss am Collège des Eudistes in Montreal. Er studierte dann Informatik und bei André Prévost Musik. Ab 1970 studierte er an der Universität Montreal bei Prévost und Serge Garant. Daneben war er Schüler Samuel Dolins am Royal Conservatory of Music und arbeitete am Studio für elektronische Musik der McGill University mit Paul Pedersen, Bengt Hambraeus und Alcides Lanza.
Von 1973 bis 2008 unterrichtete Longtin an der Universität Montreal und daneben an der École Vincent-d’Indy und der McGill University. Er wurde mit dem PRO Canada Award für junge Komponisten (1971), dem Preis des Canada Council (1974) und der Canadian League of Composers (1975) und dem Jules Léger Prize (1986) ausgezeichnet.
Sein Werk reicht von kammermusikalischen und elektroakustischen Kompositionen bis zum sinfonischen Monumentalstück Quaternions (1997), das 2003 vom Orchestre symphonique de Montréal aufgeführt wurde.
Au Nord du lac Supérieur für Tonband, 1972
Embarque, on ira pas vite für Tonband, 1972
Le Réveil de Fedhibô für Tonband, 1972
La Mort du Pierrot für Tonband, 1972
Brandon North für vier Perkussionisten, 1973
Il était une fois für Orchester, Chor und Tonband, 1973
Filmmusik zu Copies conformes, 1973
Thrène pour Rachel et Dimitri für zwei Flöten, zwei Celli, Harfe, Klavier und zwei Perkussionisten, 1975
Le Pèlerin d’Alnéoïl für Orchester, Chor und Tonband, 1975
Deux rubans noirs III für Oboe, Klarinette, drei Celli und vier Perkussionisten, 1976
Filmmusik zu Poids lourds, 1976
La Trilogie de la montagne für Tonband, 1977–79
Filmmusik zu Ni scène ni coulisse, 1978
Migration vers l’automne für Streichorchester und zwei Perkussionisten, 1979